Alarm bei Red Bull

Foto: GEPA 7 Bilder

Zuerst die gute Nachricht: Kein Team hat sich in den drei Testtagen von Valencia so gesteigert wie Red Bull. Die schlechte Nachricht: Kein Team hinkt den eigenen Ansprüchen so sehr hinterher.

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Der Red Bull RB3 aus der Feder von Stardesigner Adrian Newey soll die Werksteams schocken, so lautet der Auftrag von Besitzer DietrichMateschitz. Nach dem ersten Kräftemessen saß der Schock tatsächlich tief - aber nur bei den Red Bull-Mannen.

Am ersten Testtag (30.1.) hinkte der blaue Renner 4,3 Sekunden hinter der Bestzeit her, am zweiten Tag waren es immer noch 3,2 Sekunden, während sich an der Spitze zehn Top-Autos innerhalb von einer Sekunde tummelten. Als Entschuldigung konnten anfangs noch das schlechte Wetter und technische Probleme dienen. Mark Webber und David Coulthard kamen kaum zum Fahren.

Mehr als eine Sekunde zu langsam

Am dritten Tag fand das Team wieder eine Sekunde, doch der Abstand zur Spitze lag immer noch bei 2,1 Sekunden - für einen Favoritenschreck mehr als eine Sekunde zu viel. Gefragt, was er vom neuen Auto hält, sagte David Coulthard: "Ich will mich nicht vor der Frage drücken, aber es ist, als ob du die Eigenschaften eines neuen Flugzeugs beurteilen sollst, mit dem du aber bloß im Simulator geflogen und ein paar Meterauf der Startbahn rumgerollt bist."

Die Fahrer beklagen einen eklatanten Mangel an Abtrieb, obwohl der Windkanal das Gegenteil behauptet. Auf dem vier Kilometer langen Kurs von Valencia erzielte der RB3 auf der einzigen längeren Geraden zusammen mit McLaren und Renault Spitzenwerte, doch in den Kurven liegt der mit viel Vorschusslorbeeren angetretene Renner wie ein Schluck Wasser.

Reifen arbeiten nicht

Die Reifen arbeiten nicht richtig. Auch nach den Dauerläufen sehen die Gummis aus wie neu. Die Ingenieure hoffen, das Problem eingekreist zu haben. Wenn ihr Verdacht (den sie tunlichst geheim halten) sich bestätigt, soll das Dilemma in einer Woche vergessen sein. Wenn nicht, steckt der Karren tief im Dreck.

Zusätzlich nerven Getriebeprobleme die Fahrer. Dabei kam bei den ersten Tests noch nicht einmal das neue Schnellschaltgetriebe zum Einsatz. "Adrians Autos waren noch nie für ihre Zuverlässigkeit berühmt", sagt Ex-Jordan-Technikchef Gary Anderson über Kollege Newey.

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