Fernando Alonso - Toyota - Le Mans 2019 Motorsport Images

Alonso das letzte Mal in Le Mans?

„Ich werde zurückkommen“

Fernando Alonso tritt zum zweiten Mal beim 24h-Rennen in Le Mans an. Der Spanier will den Klassiker zum zweiten Mal gewinnen. Es wird sein letzter Auftritt im Toyota, doch es soll nicht sein letzter an der Sarthe werden.

Le Mans hat es im letzten Jahr gut gemeint mit Fernando Alonso. Der Formel-1-Weltmeister der Jahre 2005 und 2006 siegte gleich bei seinem ersten Auftritt. Besonders in Erinnerung geblieben ist sein Stint bei Nacht, als er einen Zweiminuten-Rückstand gegenüber dem Schwesterauto mit Jose Maria Lopez am Steuer fast wettmachte. 2019 will Alonso den Erfolg mit Sebastien Buemi und Kazuki Nakajima wiederholen.

Die Vorzeichen stehen gut. Der größte Rivale kommt wieder aus dem eigenen Lager. Die privaten LMP1 sind zwar schneller geworden, doch auf Alonso strahlen sie trotzdem wenig Gefahr aus. „Wir haben das schnellste Auto, den geringsten Spritverbrauch, müssen weniger Boxenstopps absolvieren und haben im Verkehr den Vorteil der Hybrid-Power“, sagt der 37-jährige Asturier.

Toyota mit vielen Vorteilen

Das Reglement gesteht Toyota zu, elf Runden draußen zu bleiben, bevor man nachtanken muss. Die Privatiers müssen nach zehn Runden abbiegen. Dadurch allein könnte sich Toyota über die Renndistanz bis zu drei Boxenstopps sparen. Außerdem wickeln die Toyota-Mechaniker den Reifentausch und das Nachtanken schneller ab. Obwohl es einen Restriktor im Tanksystem gibt. „Wir haben die besseren Werkzeuge und erfahrene Mechaniker. Bei den letzten Rennen waren wir sechs bis sieben Sekunden schneller bei den Stopps“, sagt Toyotas Teamdirektor Rob Leupen. Das summiert sich schnell auf zu einem Ruhepolster.

Im Verkehr hilft der Hybridantrieb. Durch die Kraft der beiden Elektromotoren beschleunigen die Toyota TS050 Hybrid schneller aus Kurven als ihre konventionell angetriebenen Gegner. Sie kommen schneller auf ein hohes Tempo. Bei der Höchstgeschwindigkeit hingegen hinken die Toyota über zehn Stundenkilometer hinterher. „Manchmal kommt es vor, dass wir ein LMP2-Auto beim Beschleunigen überholen, es im zweiten Teil der Gerade aufholt und vor dem Bremspunkt vor uns ist, wenn wir nicht mehr boosten“, berichtet Alonso.

Fernando Alonso - Sebastien Buemi - Kazuki Nakajima - Toyota TS050 Hybrid - Le Mans 2019
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Alonso will mit Buemi und Nakajima den Vorjahressieg wiederholen.

Rückkehr nach Le Mans geplant

Der 32-fache GP-Sieger will seinen zweiten Le Mans-Sieg. Damit wäre die Mission Toyota doppelt erfüllt. Mit dem Rennen endet Alonsos Vertrag im japanischen Team. Ist damit auch Alonsos Le Mans-Karriere beendet? Der Routinier verneint. „Ich werde auf jeden Fall zurückkommen. Dieses Rennen hat eine große Ausstrahlung. Und das Alter spielt eine untergeordnete Rolle. Du kannst hier auch mit 45 fahren. Es ist ein Ausdauerrennen, bei dem Erfahrung besonders wichtig ist.“

Alonso sieht sich nur minimal besser vorbereitet als 2018. Das liegt daran, dass er schon damals nah am Optimum war, wie er selbst sagt. „Im letzten Jahr war ich bei 99,9 Prozent. Jetzt bei 99,95 Prozent. Klar hilft die Erfahrung, vor allem bei Nacht. Aber ich habe vor meinem ersten Le Mans schon 30-Stunden-Tests durchgeführt, und war gut vorbereitet.“ Die Konzentration und der Hunger nach einem weiteren Erfolg seien genauso groß wie 2018. „Es sind dieselben Emotionen im Spiel. Ich bin mit dem Team und den Fans Teil eines großen Rennens.“

Nicht nur der zweite Sieg in Le Mans zählt. Alonso, Buemi und Nakajima können an der Sarthe die Weltmeisterschaft einfahren. „Das haben wir im Kopf“, sagt Buemi. „Falls wir nicht gewinnen können, müssen wir unter allen Umständen mindestens Siebter werden. Dann kann unser Schwesterauto gewinnen, und wir hätten trotzdem den Titel.“ 31 Punkte trennen den Toyota mit der Startnummer 8 von dem mit der 7. 39 Punkte werden in Le Mans maximal vergeben.

Im zweiten und dritten Qualifying wollen sich die Vorjahressieger in eine bessere Ausgangsposition für den Marathon bringen. Nach dem ersten Quali-Teil liegt man nur auf dem vierten Startplatz. Das Schwesterauto führt. „Wir hatten Verkehr. Im letzten Jahr waren wir fünf Sekunden schneller. Die Strecke ist gleich. Das Auto auch. Deshalb können wir 3:15er Rundenzeiten fahren. Wir werden es versuchen, aber unsere Konzentration gilt dem Rennen. In einem 24-Stunden-Rennen ist das Qualifying wenig bedeutend“, sagt Alonso. Kleine Einschränkung: Toyota musste zehn Kilogramm gegenüber dem Vorjahr zuladen. „Das macht in Le Mans drei bis vier Zehntel aus“, sagt Lopez aus dem 7er Toyota.

Weitere Rennen 2019 für Alonso

Die 24 Stunden von Le Mans werden Alonsos letztes Rennen in der Sportwagen-WM sein, aber nicht sein letztes Rennen in diesem Jahr. „Das Programm steht. Ich weiß, was ich mache, verrate es aber nicht.“ In jedem Fall will der Spanier eines Tages wieder in Le Mans aufkreuzen. Und ein weiteres Mal versuchen, das Indy 500 zu gewinnen. Die Schlappe vom Mai hat Alonso abgehakt. „Wir waren als McLaren nicht vorbereitet. Manchmal muss man Rennen ein paar Mal fahren, um etwas Außergewöhnliches zu erreichen. In Indy ist es wie in Le Mans: Das Rennen bestimmt den Sieger.“

Fernando Alonso: Seine Karriere in Bildern

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