Barcelona

Neue Nase am Ferrari

Foto: XPB

Ferrari hat zum Testauftakt in Barcelona am Montag (14.4.) erstmals das Geheimnis um den sagenumwobenen Nasenloch-Flügel gelüftet. Felipe Massa drehte mit der aerodynamisch veränderten Front auf Anhieb die schnellsten Runden.

Immer mal wieder was Neues aus Italien: Während die Konkurrenz mit spektakulären Geweihen (BMW) oder monströsen Rückenflossen (Red Bull) äußerlich auf sich aufmerksam macht, hält Ferrari seine Neuentwicklung im Verborgenen. Genauer gesagt im Inneren seiner Nase: Durch ein ausgeklügeltes Leitsystem strömt die Luft vom Frontflügel unten in die Nase ein und über zwei längliche Öffnungen an der Oberseite wieder aus.

Rotes Sparschwein mit Top-Zeiten

Die Auslässe sind auf Höhe der Aufhängung, dort wo die Nase mit dem Chassis verbunden ist. Dank der Schlitze auf der Front sprechen Spötter bereits vom "roten Sparschwein". Ob der hohle Vorderbau schon den Crash-Test überstanden hat, ist noch nicht bekannt. Bekannt ist dagegen, dass die neuen Teile den Ferrari zumindest nicht langsamer machen. Am Nachmittag brannte Massa mit dem modifizierten Ferrari deutlich die schnellsten Zeiten in den katalanischen Asphalt. Dabei war der Brasilianer so schnell wie nie ein Ferrari-Pilot zuvor.

Doch die Tifosi sollten sich nicht zu früh freuen: Massa erzielte seine Top-Zeiten auf profillosen Gummis. Auch der mit fast drei Sekunden relativ große Vorsprung vor dem zweitschnellsten Alex Wurz im Honda sollte nicht überbewertet werden. Zwar war auch die Konkurrenz teilweise mit Slicks unterwegs, die stark unterschiedlichen Aerodynamik-Konfigurationen ließen einen aussagekräftigen Zeitenvergleich allerdings nicht zu.

Wie viel bringt die Nase?

Einige Teams fuhren in Barcelona bereits mit einer Monza-Abstimmung. Mit wenig Flügel und kaum Abtrieb sollte so die Aerodynamik der Autos des kommenden Jahrgangs simuliert werden. "Ferrari war eindeutig mit mehr Abtrieb als die anderen unterwegs", lautete die Einschätzung von Williams-Ingenieur Sam Michael. "Ein Setup mit extrem wenig Downforce kann hier bis zu drei Sekunden kosten". Über den direkten Zeitgewinn durch die neuen Ferrari-Nase lässt sich also noch keine verlässliche Aussage treffen.

Neben der Aerodynamik standen am Montag vor allem die Reifentests im Vordergrund. Viele Teams wechselten wild zwischen Slicks und Rillenreifen hin und her. "Das ist notwendig um bei absolut gleichen Bedingungen verlässliche Werte zu erhalten", begründete Michaels die ungewöhnliche Vorgehensweise.

Als bester Deutscher fuhr Nick Heidfeld die viertschnellste Zeit. Der BMW-Pilot war dabei allerdings über drei Sekunden langsamer als Massa. Am Mittwoch wird auch Michael Schumacher wieder in den Ferrari steigen und sein Testprogramm abspulen. Der Edelberater konzentriert sich dabei bereits auf die Vorbereitung für die kommende Saison. Am Dienstag, wenn Weltmeister Kimi Räikkönen das Steuer übernimmt, soll dagegen die Vorbereitung auf den Spanien GP (27.4.) im Mittelpunkt stehen.

Zeitentabelle Barcelona (Tag 1):

1. F. Massa - 1:18.339 - 77 Runden
2. A. Wurz -1:21.059 - 75 Runden
3. P. De la Rosa -1:21.556 - 113 Runden
4. N. Heidfeld - 1:21.679 - 105 Runden
5. N. Piquet - 1:21.913 -91 Runden
6. D. Coulthard - 1:22.193 - 59 Runden
7. K. Nakajima - 1:22.431- 72 Runden
8. T. Glock - 1:22.590 - 93 Runden
9. V. Liuzzi - 1:22.846- 91 Runden

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