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BMW M4 GT4 (2018)

Die Technik des neuen Kundensportmodells

BMW M4 GT4 - Motorsport Foto: BMW 36 Bilder

So mancher glaubt, die GT4-Klasse könnte die GT3-Kategorie ablösen. Deshalb springen immer mehr Hersteller auf diesen Zug auf. BMW will mit dem neuen M4 GT4 mitmischen, der ab Januar 2018 für die ersten Renneinsätze bereit sein soll.

26.05.2017 Bianca Leppert Powered by

Was Stéphane Ratel anpackt, hat meist Erfolg. Vielleicht genießt die GT4-Klasse, die vom GT-Zampano ebenfalls vorangetrieben wird, deshalb so einen guten Ruf, denn einige sehen sie bereits als Nachfolgekategorie für den GT3-Boom. Während man sich in Deutschland mit dem gut besetzten Starterfeld des ADAC GT Masters und international mit den prall gefüllten Nennlisten in den Blancpain-Serien keine Sorgen machen muss, zeigt sich in Großbritannien ein anderes Bild.

Dort hat die GT4-Kategorie der britischen GT-Meisterschaft längst mehr Starter als die GT3. Daneben gibt es mittlerweile eine weltweite Plattform für die Breitensportklasse, auch in Asien und den USA weiß man das Konzept der GT4-Klasse zu schätzen. In Deutschland gibt es immerhin in der VLN-Langstreckenmeisterschaft eine eigene Wertung.

Sportcoupé statt Supersportler

Der Markt für die Hersteller ist groß; und das ist schließlich ein wichtiges Kriterium, ein neues Modell aufzulegen – so auch bei BMW. „Wir haben mit dem BMW M235i ein Einsteigermodell, mit dem BMW M4 GT4 decken wir das mittlere Segment ab, und mit dem BMW M6 sind wir in der GT3 unterwegs – das vervollständigt unser Produktportfolio wunderbar“, sagt der Leiter Vertrieb Kundensport, Jonas Krauss.

Welche Stückzahlen man bei der weltweiten Vermarktung anstrebt, will man noch nicht preisgeben. Doch eines ist klar: „Wir werden mehr GT4 als GT3 bauen. Das Potenzial ist größer. In der GT3 herrscht durch die vielen Hersteller mittlerweile eher ein Verdrängungswettbewerb.“

In der Serie, die für Privatteams ausgelegt ist, gehen die Philosophien bereits auseinander. Der McLaren 570S GT4 liegt nicht nur mit seiner Aerodynamik, dem Gewicht und der Leistung im High-End-Bereich, sondern auch mit seinem Preis von über 180.000 Euro plus Steuern. Zum Vergleich: Der Porsche Cayman GT4 Clubsport MR, der beim 24h-Rennen Spa 2016 präsentiert wurde, kostet 159.900 Euro zzgl. Mehrwertsteuer. Mercedes, bei denen man die Entwicklung eines GT4-Autos auf Basis des AMG GT R angekündigt hat, setzt wie McLaren auf einen Supersportler. Gleiches gilt für Audi: Hier wird der R8 GT4-tauglich gemacht.

BMW will dagegen bewusst einen anderen Weg gehen: „Der M4 ist eine echte Ikone von BMW M, und wir sind der Überzeugung, dass diese im Kundensport abgebildet werden muss – auch um den Transfer zwischen der Serie und Rennstrecke herzustellen“, sagt Krauss. Der M6 GT3 sei als Basis aufgrund der Größe und der Kosten ausgeschieden.

Viel Serientechnik im BMW M4 GT4

Schaut man genauer hin, entdeckt man in den Starterlisten zur europäischen GT4-Meisterschaft schon einen BMW M4 GT4. Nanu? Dahinter verbirgt sich eine Eigenentwicklung des niederländischen Rennteams Ekris, das vor drei Jahren bei BMW anfragte, ob man das Auto homologieren dürfe. Erst später fiel bei den Bayern die Entscheidung, selbst einen GT4-Renner zu entwerfen.

Doch wie unterscheiden sich die beiden Namenszwillinge? Projektleiter Matthias Wolf erklärt: „Wir können unter anderem fast den kompletten Serienantriebsstrang inklusive Doppelkupplungsgetriebe verwenden. Dort kommt entsprechend auch ein anderes Motorsteuergerät zum Einsatz.“ Für Ekris wäre diese Konstellation so nicht machbar gewesen.

Überhaupt steckt viel Serientechnik unter dem Blechkleid des Sportcoupés. Neben dem serienmäßig 431 PS starken 3,0-Liter-Biturbo-Reihensechszylinder und dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe sowie der Elektronik, die allesamt an die Anforderungen auf der Rennstrecke angepasst wurden, finden sich teilweise Fahrwerksteile wie Querlenker, Radträger oder Radlager aus dem Original wieder. Die Carbontüren wurden von BMW Motorsport konstruiert, das Carbondach wurde vom M4 übernommen, die Carbonhaube vom Sondermodell M4 GTS.

Freilich hat das Kundensportauto auch Renn-Gene. Dazu gehört die umfangreiche Sicherheitsausstattung. Vom großen Bruder M6 GT3 stammen der Sitz, die verstellbare Pedalbox und die Bremsen. Im Vergleich zur Serie lässt sich außerdem die Bremsbalance manuell verstellen. In puncto Chassis tauschte man das adaptive Serienfahrwerk gegen Motorsport-Stoßdämpfer sowie -Stabis und passte die Lenkeranbindung mit Uniball-Gelenken an.

BMW M4 GT4, Strömungskanal, Technik Foto: BMW
Der BMW M4 GT4 verbrachte insgesamt 40 Stunden im Windkanal.

Zudem entwickelte man einen speziellen Frontsplitter, Heckflügel und Flicks. Die Abmessungen sind durch das SRO-Reglement vorgeschrieben. Insgesamt 40 Stunden verbrachte man im Windkanal, andere Teilbereiche wie Kühllösungen entwickelte man in CFD. „Der aerodynamische Entwicklungsaufwand entspricht ungefähr 40 Prozent von dem des M6 GT3”, sagt Wolf.

Neues Power-Stick-Konzept für M4 GT4

Die Chancengleichheit so unterschiedlicher Modelle wie KTM X-Bow, Ginetta G55, Porsche Cayman GT4 Clubsport oder Chevrolet Camaro GT4 soll wie in der Topkategorie GT3 die Balance of Performance regeln. Dabei arbeiten die Regelhüter überwiegend mit Anpassungen der Fahrzeughöhe und des Gewichts.

Sollte doch die Leistung beschnitten werden, haben sich die BMW-Kundensportler für ihr neuestes Baby etwas Spezielles einfallen lassen: Um den Privatteams die Arbeit zu erleichtern und den Betreuungsaufwand seitens BMW in Grenzen zu halten, gibt es das Power-Stick-Konzept: Im Motorsteuergerät sind verschiedene Kennfelder hinterlegt, die mittels der verschiedenen Sticks, die ähnlich wie ein USB-Stick funktionieren sollen, aktiviert werden können. So lassen sich verschiedene Leistungsstufen abrufen.

Das Kontrollgremium des Veranstalters SRO kann den Stick verplomben. “Bei einem Serienauto ist es gar nicht so einfach, die Leistung mal schnell zu verändern„, erklärt Wolf. “Die Idee: Kunden, die beim Trackday volle Leistung haben wollen, kaufen sich bei uns den passenden Stick. Und dann fahren sie wieder zum SRO-Event und können die vorgegebene BOP-Leistung einstecken. Das ist sicher ein Alleinstellungsmerkmal unseres Fahrzeugs in dieser Klasse.„

Das Thema Balance of Performance dürfte übrigens selbst in der Breitensportkategorie in Zukunft heiß diskutiert werden. Schließlich ist es eine Kunst, die extrem vielfältige Bandbreite von Eigenkonstruktionen über Sportcoupés bis hin zu Supersportlern sowie Turbo- und Saugertechnologie unter einen Hut zu bekommen.

Produktionsbeginn im August

Die ersten Entwürfe zum BMW M4 GT4 entstanden im Januar 2016, die Fertigung des ersten Prototyps begann im Sommer, der erste Test-Renneinsatz folgte beim 24h-Rennen in Dubai im Januar. “Dort herrschen erschwerte Bedingungen, weil du viel Verkehr hast und es warm ist. Wir wollten das Fahrzeug auch schon früh potenziellen Kunden zeigen„, begründet Krauss die Entscheidung für diese Veranstaltung. Zuvor spulte man bereits 12.000 Testkilometer ab. Deshalb hatte Projektleiter Wolf auch kaum Bedenken, gleich einen Marathon in der Wüste zu absolvieren: “Was die Technik betrifft, waren wir zuversichtlich, dass wir durchfahren.„

Schubert Motorsport startete mit den BMW-Werksfahrern Jörg Müller und Jens Klingmann sowie BMW-Junior Ricky Collard in der SP-X-Klasse für Experimentalfahrzeuge und sah am Ende die Zielflagge. “Das Ziel war, maximale Laufzeit auf das Auto zu bringen. Zudem galt es, bei höheren Temperaturen die Bremsen- und Getriebekühlung weiter abzusichern„, sagt Wolf, “wir sind bei dieser Veranstaltung 4.000 Kilometer gefahren und waren aus unserer Sicht erfolgreich.„

Was gibt es nach so einem Härtetest noch zu entwickeln? Neben dem Thema Kühlung, das bei einer Serienbasis eine besondere Bedeutung hat, lautet die Aufgabe weiterhin, die Serienteile für die Rennstrecke auszulegen. “Das betrifft zum Beispiel das ABS„, erklärt Wolf, “oder das Verkürzen der Schaltzeiten.„

Das Ziel: 30.000 Testkilometer auf den Tacho zu bekommen. Sowohl Werksfahrer wie Dirk Adorf und Jörg Müller, die BMW-Junioren als auch Kunden durften in der Entwicklungsphase im Cockpit Platz nehmen – so wollte man ein breites Feedback sicherstellen. Unter anderem war die weit hinten angelegte Sitzposition, die sich deutlich von der Serie unterscheidet, ein Detail, das die Fahrer besonders begeisterte.

Ab August beginnt die Produktion der ersten Exemplare, Unterstützung bekommt man dabei von einem Dienstleister, der das von BMW Motorsport entwickelte Auto letztlich aufbaut. Der erste geplante Renneinsatz in Kundenhand soll planmäßig beim 24h-Rennen in Dubai 2018 möglich sein. Bleibt die Frage: Was kostet der Spaß? “Wir werden uns im mittleren Preissegment für GT4-Fahrzeuge bewegen„, verspricht Jonas Krauss. Konkret bedeutet das: 169.000 Euro plus Mehrwertsteuer.

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