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Dakar

Kleinschmidt holt drittbeste Zeit

Foto: dpa

Jutta Kleinschmidt (Köln) glänzte am Freitag (9.1.) auf der neunten Etappe der Rallye Dakar mit einer starken Einzelleistung. Auf der "Königsprüfung" in Mauretanien, der mit 756 Kilometer längsten Entscheidung, markierte die Siegerin von 2001 im VW Touareg die drittbeste Zeit.

09.01.2004

Mit dem Ausgang des Wüsten-Rennens hat sie aber wegen ihres zu großen Rückstands im Gesamtklassement nichts mehr zu tun. Anders liegt der Fall bei Andrea Mayer (Hiemenhofen). Die Journalistin und ihr Dakar-erfahrener Münchner Beifahrer Andreas Schulz verbesserten sich im Mitsubishi Pajero vom siebten auf den sechsten Platz.

"Es war heute extrem hart. Wir wurden durchgeschüttelt wie ein Milch-Shake", erklärte die 41 Jahre alte Diplom-Physikerin Kleinschmidt, als sie glücklich, aber auch etwas erschöpft das Etappenziel Nema in der mauretanischen Wüste erreichte. "Wir mussten die letzten 30 Kilometer in der Dunkelheit zurücklegen, obwohl wir das dritte Fahrzeug waren." Ihr französischer Teamkollege Bruno Saby verbesserte sich vom neunten auf den siebten Platz. "Ich kann mich nicht erinnern, jemals eine solche harte Dakar gefahren zu sein", stimmte der Dakar-Routinier Saby seiner Stallgefährtin zu.

Zwei Etappen aus Sicherheitsgründen abgesagt

Die Etappen am Samstag und Sonntag wurden vom Veranstalter aus Sicherheitsgründen abgesagt. Sowohl die Behörden in Frankreich als auch in Mali, dem Austragungsland der beiden nächsten Etappen, hätten Hinweise erhalten, dass sich in dieser Region bewaffnete Banden aufhalten würden. Um die Sicherheit der Beteiligten nicht zu gefährden, entschloss man sich zur Absage.

Die Teilnehmer sollen sich am Samstag ohne sportliche Entscheidungen direkt auf den Weg nach Bobo-Dioulasso, dem Ort des Ruhetags am Montag, machen. Ab Dienstag soll die Rallye wie geplant mit den restlichen Etappen auf dem Weg in die senegalesische Hauptstadt Dakar fortgesetzt werden. Auch bei der Auflage 2000, die in Kairo endete, wurden wegen befürchteter Terroristen-Anschläge in der Ténéré-Wüste Etappen aus Sicherheitsgründen abgesagt.

Am neunten Dakar-Tag blieben die "Roten" weiter vorne. Der Franzose Stéphane Peterhansel blieb mit 1:04.00 Stunden vor seinem japanischen Mitsubishi-Kollegen Hiroshi Masuoka, Sieger der beiden letzten Jahre, Spitzenreiter. Dritter (Rückstand: 2:22:28 Stunden) ist der Monegasse Jean-Louis Schlesser, Sieger von 1999 und 2000, in seinem Buggy mit Ford-Motor.

Berufung: Kleinschmidt fährt nach Disqualifikation weiter

Jutta Kleinschmidt darf die Wüsten-Rallye unter Vorbehalt fortsetzen. Über die Berufung entscheidet das Sportgericht des Internationalen Automobilverbandes FIA. Wann, ist allerdings völlig offen.

Auslöser für diese vertrackte Situation war das Pech der Dakar-Siegerin von 2001 auf der 6. Etappe, als bei einer Flussdurchfahrt eindringendes Wasser den VW-Motor lahm legte. Am Haken des im Wettbewerb befindlichen VW-Trucks wurde der streikende Touareg ins 500 Kilometer entfernte Etappenziel Tan-Tan (Mauretanien) geschleppt. Die Sportkommissare brummten Kleinschmidt dafür 6:55 Stunden Zeitstrafe auf, womit sich ihr Gesamtrückstand auf 20:39:11 Stunden addierte und sie vom elften auf den 26. Gesamtrang stürzte. Am Donnerstag (8.1.) sprachen die Kommissare die Disqualifikation aus, da bei der Reparatur Dienstagnacht ein neuer Motor eingebaut worden sein soll, was das Reglement nicht erlaubt. Dagegen legte das VW-Team Berufung ein.

Begründung: Es seien lediglich Teile des Motors ausgetauscht worden. "Wir haben alles offen gelegt und auch schriftlich dokumentiert. Wir haben uns an das Reglement gehalten", betonte VW-Motorsportchef Kris Nissen. Die Platzierung spielt für Kleinschmidt bei diesem Zeitrückstand keine Rolle mehr.


>>> Hier finden Sie alle aktuellen Ergebnisse zur Dakar.


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