Dakar-Zukunft

Verlegung im Gespräch

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Nach der spektakulären Absage der Rallye Dakar diskutieren Veranstalter und Teilnehmer nun über eine Verlegung des Wüsten-Klassikers. "Es sind alle Pisten offen", sagte Rallye-Leiter Étienne Lavigne am Wochenende dem Radiosender France Info.

Bereits nächste Woche werde es ein Treffen mit allen Teams geben, um die Möglichkeiten für das kommende Jahr zu erörtern. Der deutsche Rennfahrer Dirk von Zitzewitz schloss aufgrund der terroristischen Bedrohung in Mauretanien eine baldige Rückkehr nach Afrika aus: "Wir müssen uns andere Ziele suchen, in Südamerika, China oder Russland", sagte der Co-Pilot des Volkswagen-Teams dem "Spiegel".

Privat-Teams sind die Verlierer

Neben der unklaren Zukunft des Traditionsrennens machen allen Beteiligten die enormen finanziellen Einbußen zu schaffen. "Für die Werksteams ist es nur ein Rennen weniger im Kalender, für Privatiers jedoch eine Katastrophe. Für mich ist die Dakar damit tot. Nie wieder werde ich hier starten. Ich muss jetzt erstmal Sponsorengelder zurückzahlen, die bereits investiert sind", klagte die frühere DTM-Siegerin Ellen Lohr, die ihre vierte Dakar-Teilnahme angestrebt hatte. Alleine VW lässt sich das Abenteuer rund 30 Millionen Euro kosten, Mitsubishi soll rund 20 Millionen investieren. Insgesamt dürfte sich der Gesamtschaden im dreistelligen Millionen-Bereich bewegen.

Nach der Absage droht nun eine Klagewelle auf den Veranstalter Amaury Sport Organisation (A.S.O.) zuzurollen. Die südportugiesische Stadt Portimao, durch die die Strecke führen sollte, kündigte bereits eine Klage auf Schadensersatz an. Auch der senegalesische Hotelverband will wegen der entgangenen Einnahmen rechtliche Schritte prüfen. Rallye-Leiter Lavigne wies die Forderungen umgehend zurück: "Diejenigen, die an Dakar teilnehmen, kennen sehr genau die Bedingungen für Rückzahlunge", sagte er der "L’Équipe". Die Startgebühren von rund zwölf Millionen Euro wolle er den gemeldeten 570 Teilnehmern bis Ende Februar zurückzahlen.

Alternativen zu Afrika

Eine Verlegung nach Südamerika oder Asien schloss der Franzose nicht aus, fügte aber hinzu: "Wir haben seit 30 Jahren exzellente Beziehungen mit Afrika." A.S.O.-Präsident Patrice Clerc bekräftigte die Überlegungen. "Wir haben Projekte, Strecken mit und ohne Sand", sagte er der Zeitung "Le Parisien". Deutschlands Rallye-Star Jutta Kleinschmidt, die 2001 als erste und bisher einzige Frau den Klassiker gewonnen hatte, bedauerte, dass die A.S.O nicht eine "kurzfristige Alternative aus der Schublade ziehen konnte".

Am Freitag hatte die A.S.O. erstmals in der 30-jährigen Rallye-Geschichte das Rennen wegen Drohungen einer Zelle des islamistischen Terror-Netzwerks El Kaida abgesagt. Zuvor hatten Terroristen an Heiligabend vier französische Touristen in Mauretanien ermordet. Erste Experten äußerten die Befürchtung, die Absage könne ein Ansporn für potenzielle Nachahmer sein, mit Terrordrohungen die Ausrichtung einer sportlichen Großveranstaltung zu verhindern. "Die Terroristen haben einen medialen Sieg errungen, ohne einen Schuss abgegeben zu habe", sagte der frühere Assistenzdirektor des französischen Geheimdienstes DST, Louis Caprioli.

Die überraschende Absage des legendären Wüsten-Rennens beherrschte am Wochenende die Titelseiten der französischen Zeitungen. "Die Rallye ist ein Opfer des Terrorismus geworde", schrieb "Le Figaro". "Der Schock", lautete die Schlagzeile des "Parisien.

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