Marco Wittmann - BMW M4 - DTM - Misano 2019 Wilhelm

DTM Misano 2019

Wittmann und Müller gewinnen

Marco Wittmann erlebte in Italien eine emotionale Achterbahnfahrt. Am Samstag siegte der BMW-Fahrer mit Harakiri-Taktik vom letzten Startplatz aus. Am Sonntag schaffte er nicht mal eine Runde. Nico Müller holte den Sieg für Audi.

Die wohl entscheidende Szene des italienischen Sonntagsrennens spielte sich in der ersten Runde ab. Vor Kurve acht, einem engen Linksbogen, quetschte sich Jonathan Aberdein, der südafrikanische Rookie im WRT-Audi, ganz frech neben seinen Markenkollegen René Rast. Eine Attacke, wie sie im allgemeinen Tumult der Startrunde ganz normal ist, auch unter Teamkollegen.

Doch Aberdeins ebenso vorwitziger wie kühner Angriff löste eine kleine Kettenreaktion aus: Der überrumpelte Rast riss seinen Audi nach rechts. Leider war diese Linie aber schon besetzt, und zwar von Marco Wittmann. Der BMW musste ins Kiesbett. Kurz danach hatte Wittmann Feierabend. „Die Lenkung ist gebrochen. Es war ein harter Schlag. Volle Kanne.“

Die Rennleitung entschied auf einen Rennunfall. Rast kam ohne Strafe davon, was die BMW-Führungsriege erzürnte. „Es kann doch nicht sein, dass unser Meisterschaftsrivale hier ungeschoren davonkommt, auch wenn ihn persönlich keine Schuld trifft“, echauffierte sich Rudi Dittric, der Leiter der BMW-Rennfahrzeugentwicklung. „Die Regeln sind doch klar.“

Nico Müller - Audi RS 5 - DTM - Misano 2019
Wilhelm
Nico Müller entschied das Sonntagsrennen für sich.

Müller erlöst Team Abt

Eine freundlichere Miene setzte er erst auf, als die Rede auf Philipp Eng kam. Der Salzburger transferierte seine neunte Startposition in einen feinen zweiten Platz. „Im Rennen hatten wir mehr Speed als wir dachten“, fasste Eng zusammen. Seine Boxenstopp-Taktik jedoch war nicht ganz optimal. „Ich war vielleicht ein bisschen zu lange draußen.“ Eng musste betrübt feststellen, dass Nico Müller mit seinem Audi am Horizont verschwand. Der Österreicher sah den Schweizer erst im Ziel wieder, wo Müller den zweiten DTM-Sieg seiner Karriere feiern durfte. Für Müllers Abt-Team war es wie eine Erlösung. Der letzte DTM-Triumph der Mannschaft aus dem Allgäu lag fast zwei Jahre zurück.

René Rast komplettierte als Dritter das Podium. Der DTM-Champion von 2017 eroberte in Misano 39 von 56 möglichen Punkten und die Führung in der Meisterschaft, mit zehn Zählern Vorsprung auf Eng. Speziell im Qualifying ist Rast eine Macht: Zweimal stellte er den RS 5 des Rosberg-Teams auf die Pole-Position. Besonders bemerkenswert: Am Samstag genügte ihm dafür sogar nur ein Versuch, während die Konkurrenz zweimal ausrückte.

Wittmann streichelt die Reifen

Marco Wittmann war am Samstag der Mann des Tages. Dabei begann das Wochenende denkbar schlecht für ihn. Ein undichter Luftsammler legte den BMW-Turbo im Qualifying lahm. Dies hieß: Startplatz 18. Wittmann wählte eine Verzweiflungs-Taktik. Er kam schon nach der ersten Runde zum obligatorischen Boxenstopp, natürlich darauf hoffend, dass er später von einer Safety Car-Phase profitieren würde. Eine nicht ganz abwegige Annahme: Bei den ersten vier Rennen 2019 kam das Führungsfahrzeug stets auf die Piste.

Auch beim fünften Saisonrennen dauerte es nicht lange bis zum Auftritt des Safety Cars, diesmal, weil der BMW von Joel Eriksson von einem defekten Sensor lahmgelegt wurde. Wittmann nutzte die Gunst der Stunde und er schaffte, was kaum jemand für möglich hielt, nämlich praktisch die ganze Renndistanz mit einem Hankook-Reifensatz durchzustehen. Wittmann holte den zweiten Saisonsieg, vor René Rast und Loic Duval (beide Audi). Auch Serienchef Gerhard Berger staunte: „Marco hat das Unmögliche möglich gemacht.“

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