Elektrorennserie Formel E

So funktioniert das Lenkrad der Stromer

Formel E - Technik - Lenkrad - Mahindra Racing Foto: Andreas Haupt 25 Bilder

Am 13. September werden die 20 Fahrer der neuen Formel E erstmals während eines Rennens ins Lenkrad greifen. Mit dem Volant können die Piloten ihre elektrifizierten Rennwagen nicht nur zielgerecht durch Kurven steuern - über das Steuer lassen sich auch zahlreiche Einstellungen vornehmen, die der Performance dienen. Wir erklären Ihnen die Bedienfunktionen.

Ein Formel 1-Lenkrad ist eine Wissenschaft für sich. Das Steuer des Ferrari F14T zählt an der Vorderseite 19 verschiedene Regler, Knöpfe und Kippschalter. Dazu kommt das zentrale LCD-Display über das sich diverse Einstellungen begutachten lassen. An der Rückseite sind noch einmal vier Wippen für die Gangwechsel und die Kupplung angebracht.

Zwei zusätzliche Paddels können streckenabhängig je nach Wunsch belegt werden. Und nicht zu vergessen. Die Knöpfe für die Aktivierung des DRS-Systems. Kein Wunder also, dass die Teams für ihre Piloten Benutzerhandbücher anfertigen, damit diese sich nicht im Lenkrad-Dschungel verirren.

Formel E-Lenkrad einfacher aufgebaut als das der Formel 1

Das Formel E-Lenkrad, das alle Teams vom französischen Hersteller XAP Electronics beziehen, ist im Gegensatz dazu einfacher und übersichtlicher aufgebaut. Dem Fahrer zugewendet befinden sich drei Drehregler und fünf Knöpfe. Vier Wippen wurden hinten am Steuer angebracht.

Die geringere Anzahl an Bedienelementen heißt nicht, dass die Piloten während der Fahrt nicht alle Hände voll zu tun haben. Viele der komplizierten Vorgänge müssen die Akteure manuell steuern. So zum Beispiel die Energierückgewinnung. Den Teams ist es pro Sitzung - also Training, Qualifying und Rennen - gestattet, maximal 200 kW zu rekuperieren. Dafür gibt es zwei Wege.

Der eine Weg führt über die Dosierung der Bremse. Hierzu ist ein Regler an der linken Seite des Steuers vorgesehen, über den sich der Bremsdruck in verschiedenen Stufen regulieren lässt. Stellung 1 bedeutet zum Beispiel 10 bar Bremsdruck. Die restliche Bremskraft liefert der E-Motor. Steigt der Fahrer in die Eisen, so wird überschüssige Energie am Antrieb abgezwackt und in den Vorratsspeicher transferiert. So kennen wir das auch aus der Formel 1.

Spezielles Lenkradpaddle für die Rückgewinnung

Bei der zweiten Möglichkeit muss der Fahrer ein Paddle bedienen, dass sich aus seiner Sicht rechts unten auf der Rückseite des Lenkrades befindet. Im Zusammenhang mit der Wippe steht der zentrale Drehregler an der Vorderseite, über den sich sechs Rekuperationsstufen auswählen lassen. Zieht der Pilot an der Wippe, so bremst der Elektromotor die Hinterräder ab. Je nach Einstellung mal mehr oder weniger. Der Fahrer muss bei diesem Vorgang nicht das Bremspedal betätigen. Die freiwerdende Energie wandert zurück in den Speicher.

Wann welcher Weg eingeschlagen wird, ist kompliziert. Die Teams wollen keine tiefen Einblicke in ihre Methoden geben, weil hier ein Unterschied im Energiemanagement und damit auch in Sachen Performance gemacht werden kann. Wer die zur Verfügung stehenden Ressourcen am geschicktesten einsetzt, hat die besten Chancen auf schnelle Rundenzeiten und den Sieg.

Energierückgewinnung über das Paddle ergibt insbesondere bei Halbgas Sinn. Weil in diesem Zustand die Energie aus dem Vortrieb genutzt wird, ohne auf die Bremse steigen zu müssen. Das ist effizient, wenn man die richtige Dosierung findet. Auch bei leichten Anbremsmanövern dürfte das Paddle, das nicht so aggressiv zubeißt wie die Bremse, verwendet werden. Harte Verzögerungen sollte nach wie vor das Bremspedal erledigen.

Auf der Lenkradrückseite steht noch eine weitere Wippe im Fokus. Sie ist aus Fahrersicht oben links angebracht. Im Rennen werden die Elektrorenner nur noch maximal 150 statt wie im Training und der Quali 200 kW nutzen. Doch über eine App und die sozialen Netzwerke können Fans ihrem Liebling einen Extra-Schub verpassen, der über das Paddel ausgelöst wird. Fanboost nennt sich dieses Gimmick.

Die drei Fahrer, die die meisten Stimmen auf sich vereinen, erhalten für die beiden eingesetzten Autos für fünf Sekunden einen Leistungszuwachs von 30 kW. Gewählt werden darf bis 20 Minuten vor Rennbeginn. Besonders beim Start dürfte die Extraleistung von großem Nutzen sein. Ob die Zusatzpower auch während der Fahrten auf den winkeligen Stadtkursen einen Vorteil verschafft, bleibt abzuwarten.

In unserer Bildergalerie erklären wir Ihnen alle Bedienelemente eines Formel E-Lenkrads.

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