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Formel E Mexiko 2018

Daniel Abt erster deutscher Sieger in Formel E

Daniel Abt - Audi - Formel E - eprix - Mexiko 2018 Foto: Audi

Diesmal durfte er den Sieg behalten: In Mexiko triumphierte Daniel Abt aus Kempten erstmals in der Formel E. Für das zuletzt durch eine schier unglaubliche Pechsträhne gebeutelte Audi-Werksteam war dieser Erfolg wie eine Erlösung.

05.03.2018 Claus Mühlberger

Die Entscheidungen der Sportkommissare waren in diesem Jahr nicht immer nachvollziehbar. Während Daniel Abt, vermeintlicher Sieger beim Saisonauftakt in Hongkong, wegen eines Formfehlers des Teams disqualifiziert wurde (falscher Barcode am Inverter), kamen zuletzt in Chile die beiden siegreichen Techeetah mit Geldbußen davon, obwohl ihre Boxencrew am Gurtsystem manipuliert hatte. Das soll mal einer verstehen. Daniel Abt konnte hier jedenfalls keine klare Linie der Regelhüter entdecken und machte seinem Unmut bei Twitter Luft: „Das war nicht fair.“

Erster deutscher Sieg

Einen Monat später ist der Groll verflogen. Abts Triumph in Mexiko-Stadt war der erste Sieg eines deutschen Fahrers in der mittlerweile schon viereinhalbjährigen Geschichte der Formel E. Seine Fahrt zum größten Pokal begann auf Startplatz fünf. Den ersten Kontrahenten, den Portugiesen António Félix da Costa im Andretti, hängte Abt schon am Start ab.

An der Spitze des Feldes entschwand Felix Rosenqvist (Mahindra Racing) allerdings zügig aus dem Zugriffsbereich seiner Verfolger. Doch nach 20 Runden blieb der Mahindra des Schweden plötzlich stehen. Nach einem Restart der Elektronik konnte Rosenqvist zwar zunächst weiterfahren, aber nur als Letzter. „Ein Einheitsteil, die Batterie, ist kaputt gegangen“, erläuterte Teamchef Dilbagh Gill. Kurioserweise hatte Rosenqvist auch nach dem Autotausch technische Probleme und wurde deswegen vom Team an die Box zitiert. Und, man mag es kaum glauben, auch bei Teamkollege Nick Heidfeld versagte die Mahindra-Technik. Der Deutsche hatte zuvor allerdings nur eine diskrete Vorstellung gegeben.

Formel E - eprix - Mexiko 2018 Foto: Audi
Wie die Formel 1 fuhr auch die Formel E durch das Baseball-Stadion. Allerdings mit einer anderen Streckenführung.

Nach Rosenqvists Pech erbte ein Überraschungsmann die Führung: Oliver Turvey im chinesischen NIO fuhr ohne Fehl und Tadel, beim Boxenstopp brauchte er aber deutlich zu lange. Der E-Prix in Mexiko war das zweite Rennen, bei dem keine Mindeststandzeit beim Autowechsel mehr gilt. Davon profitierte Abt: Der Audi-Fahrer ging mit einem deutlichen Vorsprung von mehr als drei Sekunden als Führender in die zweite Rennhälfte und hatte danach wenig Mühe, diese zu verwalten.

Der wichtigste Schlüsselmoment des Rennens aus Sicht von Abt war der gewonnene Zweikampf gegen Sébastien Buemi in der ersten Rennhälfte. Unerbittlich hatte Abt viele Runden lang den Ex-Champion im Renault gehetzt und stark unter Druck gesetzt. Solange, bis dem Schweizer tatsächlich ein grober Fahrfehler unterlief. Am Ende der langen Geraden bremste Buemi deutlich zu spät. Abt schlüpfte durch.

Süßer Sieg für das Audi-Werksteam

„Was für ein fantastischer Tag – endlich der erste Sieg“, sagte Daniel Abt. „Wir haben harte Zeiten hinter uns, aber nie aufgegeben. Ich bin unheimlich stolz auf alle im Team.“ Audi-Sportchef Dieter Gass zeigte sich nach dem schwachen Saisonstart seiner Mannschaft extrem erleichtert: „Nach den Problemen, die wir in den ersten Rennen hatten, schmeckt dieser Sieg besonders süß“, sagte er. „Wir wussten nicht genau, was uns hier erwarten würde. Nach dem Qualifying waren die Gefühle noch etwas gemischt. Aber das Rennen war sowohl von Daniel wie auch von Lucas top.“

Titelverteidiger Lucas di Grassi war vor dem Mexiko-Rennen Letzter in der Punktetabelle. Als Einziger im Feld hatte der Brasilianer keinen einzigen Punkt auf dem Konto. Viermal war er wegen Technik-Problemen vorzeitig gescheitert.

Di Grassi enthusiastisch

Doch auch di Grassi gelang in Mexiko ein Befreiungsschlag. Der Titelverteidiger feierte seinen neunten Platz wie einen Sieg und er verstieg sich sogar zu der Behauptung: „Das war mein bestes Rennen überhaupt in der Formel E“ sagte er, ganz so, als hätte es niemals den E-Prix von Mexiko 2017 gegeben, wo er vom letzten Startplatz aus gewann. Doch der enthusiastische Brasilianer war nicht zu stoppen: „Ich bin jetzt als Letzter gestartet, musste beim Boxenstopp zusätzlich noch eine Fünf-Sekunden-Strafe abdienen, weil der Inverter geöffnet werden musste. Dann habe ich die Hälfte des Felds zweimal überholt. Zudem fuhr ich die schnellste Runde.“

Wie schnell sich das Blatt in der Formel E wenden kann, erfuhr Techeetah. Als farbloser Fünfter sicherte Jean-Eric Vergne immerhin seine Tabellenführung ab. André Lotterer verlor einen Punkterang – wegen „Unsafe Release“. Lotterer streifte einen Mechaniker. Diesmal ließen die Kommissare nicht mit sich spaßen: Die fällige Durchfahrtstrafe warf den Deutschen auf Platz 13 zurück.

Neuester Kommentar

Was für ein Schwachsinn. Jemand der sich in der F1 über nachträgliche Strafen wundert, der darf den Scheiss mit Sicherheit nicht anschauen! Motorsport für Generation Doof!

Rotzröddeldiböck 5. März 2018, 16:04 Uhr
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