Formel E in Paris 2018

Heimsieg für Vergne, Podestplatz für Audi-Abt

Jean-Eric Vergne - Formel E 2018 - eprix Paris Foto: Formula E

Der Pariser Jean-Eric Vergne gewann in überlegener Fasson sein Heimrennen. Durch seinen dritten Saisonsieg ist der Techeetah-Renault-Fahrer dem Titel wieder ein gutes Stückchen näher gekommen. Nur DS-Pilot Sam Bird besitzt realistische Chancen, den Franzosen im Schlußspurt noch abzufangen.

Der Underdog hat wieder zugeschlagen. Der Pariser Jean-Eric Vergne, der für den kleinen, erst 2016 gegründeten chinesischen Rennstall Techeetah fährt, drehte den mächtigen Werksteams wieder eine lange Nase. Auf heimischem Turf, 49 Runden rund um den prunkvollen Invalidendom, fuhr Vergne wie ein Champion. Der überlegenen Trainingsbestzeit folgte ein makelloses Rennen.

Vergne mit Bird im Nacken

Auch als sein Titelkontrahent Sam Bird (DS) Vergnes Getriebe aus nächster Nähe besichtigte, ließ sich Vergne, denn alle „JEV“ nennen, nicht aus der Ruhe bringen. Wohl wissend, dass es auf dem knapp zwei Kilometer langen „Circuit des Invalides“ nur eine Stelle gibt, in der Überholmanöver erfolgversprechend sind. Vergne war mit sich sehr zufrieden: „Das beste Rennen meiner Karriere.“

Es fehlte nicht viel zu einem Techeetah-Doppelsieg. Bis einen Kilometer vor dem Ziel rangierte André Lotterer auf dem Kronprinzenrang. Doch dann ging dem Deutschen der Saft aus. Lotterer wurde sehr langsam. Dies stiftete große Verwirrung: Sam Bird wusste nicht mehr wohin und rumpelte in Lotterers Heck. Der DS kam mit verbogener Aufhängung dreirädrig als Dritter ins Ziel, knapp hinter Titelverteidiger Lucas di Grassi im Audi, der sich im Tohuwabohu in letzter Sekunde Rang zwei sicherte.

Jean-Eric Vergne - Lucas di Grassi - Sam Bird - Formel E 2018 - eprix Paris Foto: Formula E
Das Podest: Vergne vor di Grassi und Bird.

Danach wollte das Lotterer-Bashing schier kein Ende nehmen. „Ich mag André“, verlautbarte Bird gönnerhaft. „Aber da muss was passieren.“ Lotterer verteidigte sich: „Sam ist ja schließlich mir draufgefahren.“ Auch di Grassi forderte eine Bestrafung von Lotterer: „Er hat mich in die Wand gedrängt“, behauptete der Brasilianer. Davor sei er Schlangenlinen gefahren. Und überhaupt, wo komme man denn dahin, wenn hier jeder fährt wie er will?

Die Kommissare konnten den Argumenten von Bird und di Grassi nicht recht folgen. Sie beließen es bei einer Startplatzstrafe wegen „Verursachung einer Kollision“. In Berlin muss Lotterer zehn Plätze nach hinten.

Glanzleistung von Abt

Eine wahre Glanzleistung zeigte Daniel Abt. Das Problem dabei: Der Audi-Fahrer war nur 14. in der Startaufstellung. Doch während das Rennen an der Spitze für lange Zeit eher behäbig vor sich hinplätscherte, sorgte Abt mit seinem frechen Kampfgeist für Unterhaltung. Der Allgäuer knöpfte sich unter anderem José-Maria Lopez (Dragon), Oliver Turvey (NIO) und Sébastien Buemi im Renault vor und wurde am Ende noch Siebter. „Ich hoffe, dass sich heute alle gut unterhalten haben“, resümierte der Bayer. Das dürfe aber nicht darüber hinweg täuschen, „dass ich beim nächsten Mal im Qualifying besser sein muss.“

Nach einem starken Saisonstart – Edo Mortara hatte in Hongkong sogar den Sieg vor Augen – war Venturi monatelang in der Versenkung und im südlichen Teil der Ergebnislisten verschwunden. Jetzt meldete sich das Team aus Monaco wieder im Vorderfeld zurück. Maro Engel wurde Vierter. Der Grund für den Aufschwung liegt im Upgrade des Simulators. „Seither geht‘s voran“, erläuterte Engel.

Einen empfindlichen Rückschlag im Kampf um den Titel musste Felix Rosenqvist hinnehmen. Der Schwede im Mahindra schaffte in Paris lediglich Platz acht: „Mir hat hier das Vertrauen ins Auto ein bisschen gefehlt“, sagte er. „Und wenn du dem Auto nicht bedingungslos vertraust, fehlen dir sofort die entscheidenden Zehntel.“ In der Tabelle liegt Rosenqvist liegt zwar nach vor auf Platz drei. Sein Rückstand auf Spitzenreiter Jean-Eric Vergne wuchs aber deutlich an, von 37 Punkten auf nun 61 Zähler. Ob er noch an seine Titelchance glaubt? „Jooooo“, sagte er, und er dehnte das „O“ so, wie es nur Skandinavier können. „Man darf nie aufgeben.“ Stimmt. Aber wie eine wirklich kämpferisch klang dies nicht.

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