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Formel E in Zürich 2018

Di Grassi rast zum Sieg

Lucas di Grassi - Audi - Formel E - Zürich 2018 - eprix Foto: Audi

Das erste Autorennen in der Schweiz seit 64 Jahren war ein Volltreffer. 100.000 Zuschauer erlebten den ersten Saisonsieg von Titelverteidiger Lucas di Grassi im Audi. Im Saison-Endspurt schwächelt Tabellenführer Jean-Éric Vergne. Sam Bird im DS hat vor den beiden Finalrennen in New York Mitte Juli plötzlich wieder intakte Titelchancen.

11.06.2018 Claus Mühlberger

Mit 40 Punkten Vorsprung auf Sam Bird war Jean-Éric Vergne angereist. Scheinbar ein gemütliches Polster. Es schmolz in Zürich auf 23 Zähler zusammen. Im Qualifying ging für Vergne alles schief, was schiefgehen kann. Eine Sekunde Rückstand auf die Bestzeit, das hieß Startplatz 17. Am Auto lag es nicht: Techeetah-Teamkollege André Lotterer eroberte Startplatz 2.

Titelkandidat Sam Bird im DS musste einen wilden Dreher im Freien Training bei Tempo 200 auf der extrem welligen Start- und Zielgeraden verdauen. Mitch Evans nutzte die Gunst der Stunde. Der Neuseeländer markierte die erste Trainingsbestzeit für Jaguar. Labsal auf die geschundenen Seelen der Briten, die nach der vergangenen Saison das Tabellenende in der Teamwertung verziert hatten.

Di Grassi vor, Evans durchgereiht

Formel E-Statistik-Freaks wissen: Bei sieben der bisherigen neun Saisonrennen startete der Sieger jeweils aus der ersten Startreihe. Zürich war eine Ausnahme von dieser Regel. Denn Evans konnte sich nur 16 Runden an der Spitze halten. Dann schlüpfte der entfesselt fahrende Lucas di Grassi im Audi vorbei. Evans wurde in der Folge bis auf Platz 7 durchgereicht.

Lucas di Grassi - Audi - Formel E - Zürich 2018 - eprix Foto: Audi
Was für eine Idylle: Die Boxengasse liegt direkt am Ufer des Zürichsees.

Mindestens genauso motiviert wie der Titelverteidiger aus Brasilien agierte Vergne. Der Franzose kämpfte wie ein Berserker. Kurz vor Halbzeit war er schon auf Platz 8 angekommen und hatte nur sechs Sekunden Rückstand auf die Spitze. Seine harte Attacke gegen Felix Rosenqvist löste jedoch eine Kettenreaktion aus. Der Schwede rutschte in die Reifenstapel, und dann verlor der Mahindra den Frontflügel.

Weil dieser mitten auf der Fahrbahn lag, verfügte die Rennleitung ein Full Course Yellow (FCY). Tempolimit: 50 km/h. Einige Fahrer nahmen es damit nicht allzu genau und es hagelte Durchfahrtsstrafen: Lotterer, Evans, Lopez, Buemi und Vergne mussten büßen.

Audis verpasste Chancen

Von Startplatz 5 aus siegte Lucas di Grassi leicht und locker. Nach zuletzt vier zweiten Plätzen gelang dem Brasilianer jetzt der ersten Saisonsieg. Ein bisschen trauerte di Grassi den verpassten Chancen zu Saisonbeginn nach, als er viermal in Folge eine Nullrunde hinnehmen musste, immer wegen eines Technikdefekts. „Das war Pech“, führte di Grassi an. Nun ja, so ungefähr. Genau genommen waren es unerwartet üble Vibrationen, die den Inverter über Gebühr strapaziert hatten.

Zu den am schlechtesten gehüteten Geheimnissen im Fahrerlager gehört der neue Motorenpartner des Virgin-Teams, das bislang mit DS verbandelt war. Die Équipe des flamboyanten Fluglinien-Milliardärs Richard Branson wird künftig mit einem Antriebsstrang von Audi/Schaeffler starten. Das Reglement der Formel E verlangt von Werksteams, dass sie bis zu drei Kundenteams beliefern müssen. Der Grad der Freiwilligkeit ein zweites Team auszurüsten, sei eher gering gewesen, lässt ein mit der Sache vertrauter Insider durchblicken. Techeetah, bislang mit Renault-Power unterwegs, verbündet sich künftig mit DS.

Die HWA AG gibt im Dezember als Kunde von Venturi ihr Formel-E-Debüt. Im Jahr danach wird dann mit Mercedes-Antriebstechnik gefahren. Heißes Gerücht im Fahrerlager-Flurfunk: Als Teamchefin ist angeblich Susie Wolff im Gespräch, 72-malige DTM-Starterin – und Ehefrau von Mercedes-Sportchef Toto Wolff.

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