Porsche LMDh 2023 Le Mans WEC IMSA Porsche
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Porsche LMDh 2023 Le Mans WEC IMSA 10 Bilder

Porsche LMDh: Erfolgreicher Rollout in Weissach

Porsche LMDh (2023) Le Mans-Renner dreht erste Runden

Porsches Ankündigung, in die Top-Klasse des Prototypensports zurückzukehren, war im Dezember 2020 für viele Fans besser als jedes Weihnachtsgeschenk gewesen. Ein Jahr später gab es erste Bilder vom Renner, der ab 2023 von Werks- und Kundenteams eingesetzt wird. Inzwischen hat der Prototyp erfolgreich den Rollout absolviert – im Tarnkleid.

Die Night of Champions ist so etwas wie die rennsportliche Weihnachtsfeier von Porsche. Traditionell gratuliert die Rennabteilung der Zuffenhausener bei diesem Event den Meistern ihrer Markenserien, den erfolgreichen Kundenteams und natürlich auch ihrem von Natur aus siegreichen Werkspersonal. Zum Ende der – im letzten Jahr wieder virtuellen – Veranstaltung hat man dann meist noch ein Geschenk parat: 2021 waren es erste Impressionen des neuen LMDh-Prototypen.

Ab 2023 soll der neue Rennwagen sowohl in der Sportwagen-Weltmeisterschaft WEC als auch in der nordamerikanischen IMSA SportsCar Championship um Gesamtsiege kämpfen. Erstmals seit rund 30 Jahren ist es nämlich möglich, mit demselben Auto bei den Klassikern in Le Mans, Sebring und Daytona an der Spitze zu stehen. Eine Aussicht, welche zuletzt für einen regelrechten Boom in der Szene gesorgt hat.

Obwohl Porsche theoretisch noch etwa ein Jahr bis zum ersten Rennen in Daytona hat, drängt die Zeit. Der 680 PS starke Hybrid-Wagen mit Einheitstechnik von Bosch muss bereits zur zweiten Jahreshälfte ausgereift genug sein, um den Homologationsprozess durchlaufen zu können. Erst wenn dieser erfolgt ist, kann das Auto in der WEC und in der IMSA antreten. Motorsport-Chef Thomas Laudenbach berichtet: "Im Januar beginnen wir mit intensiven Testfahrten, um für den Wettbewerb 2023 optimal gerüstet zu sein."

Gesagt, getan. Am 14. Januar drehte der neue Rennwagen auf dem Porsche-Werksgelände in Weissach seine erste Runden. Beim sogenannten Rollout verschleierte der Prototyp durch eine Tarnfolie seine Konturen. Pilot Frédéric Makowiecki lenkte und bilanzierte anschließend: "Das war ein sehr positiver Rollout. Wir konnten einige Runden drehen. Das Auto funktioniert, wie wir es erwartet haben. Das ist ein guter Ausgangspunkt, um weiterzumachen."

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Porsche
Das Ziel ist klar: Porsche will seinen 20. Gesamtsieg in Le Mans.

Starke Partner, historische Anspielung

Als Werks-Einsatzteam hatte Porsche schon im Mai 2021 die Mannschaft von Roger Penske präsentiert. Der 84-jährige Amerikaner gehört zu den erfolgreichsten Teambesitzern der Welt. Auf seinem Briefkopf stehen unter anderem Siege beim Indy 500, den 24 Stunden von Daytona und den 12 Stunden von Sebring. Letztere gewann er schon 2008 mit Porsche. Eine Neuauflage der Partnerschaft lag damit nahe.

Bei der Night of Champions wurden Dane Cameron und Felipe Nasr als Entwicklungs- und Einsatzfahrer vorgestellt. Der 33-jährige Amerikaner Cameron hat 2016 und 2019 den Titel in der IMSA gewonnen. Der 29-jährige Ex-Formel-1-Pilot Nasr aus Brasilien sicherte sich 2018 und in diesem Jahr die Meisterschaft. Die Leitung des Prototypen-Projekts hat der Schweizer Urs Kuratle übernommen.

Der LMDh basiert auf einem LMP2-Chassis des Spezialisten Multimatic. Außerdem schreibt das kostenschonende Reglement diverse Einheitsteile vor, die nicht verändert werden können. Porsche durfte allen voran den Motor wählen und die Aerodynamik gestalten. Beim Aggregat soll es sich um einen V8 handeln. Beim Heck-Design hat sich Porsche auf den ersten Blick von den früheren GT1-Autos inspirieren lassen. Bereits die erste Version aus dem Jahr 1996 hatte ein langes rotes Band und breite Schwünge.

Die Front blieb bei der Präsentation verhüllt. In einem Rendering deutete man sie aber schon mal an. Die ersten Proberunden zeigten noch mehr. Auffällig sind die tiefsitzenden Scheinwerfer im Vier-Streifen-Design, deren Positionierung an den Porsche 956 erinnern soll. Wie bei den amerikanischen DPi-Rennwagen, auf deren Konzept das neue Reglement beruht, wird die Nase flach abfallen. Die Radkästen des noch namenlosen Autos werden ähnlich wie in der damaligen LMP1 herausragen.

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Porsche/Screenshot
Beim Design des neuen Prototypen ließ sich Porsche von früheren Rennautos inspirieren.

Goldene Zeit für Le Mans?

Obwohl die LMDh-Rennwagen auf einem anderen Konzept beruhen, werden sie ab dem Jahr 2023 zusammen mit den bereits bekannten Hypercars eine einheitliche Top-Klasse stellen. Aufseiten der Hypercars sind schon jetzt die Autos von Toyota und Glickenhaus am Start. ByKolles, Ferrari und Peugeot arbeiten aktuell an ihren, mit mehr Freiheiten verbundenen Prototypen.

Auch bei den LMDh gibt es schon vor dem ersten gemeinsamen Rennen eine ordentliche Markenvielfalt. Der Volkswagen-Konzern wird dank Audi gleich mit zwei Marken vertreten sein – mit Lamborghini ist sogar eine dritte Tochter interessiert. Möglich wird dies durch die gemeinsame technische Basis, die vom Porsche-LMDh gelegt wird. Aus deutscher Perspektive können sich Fans ebenfalls auf BMW freuen. Der LMDh der Bayern wird aber vorerst nur in der amerikanischen IMSA starten – die Vereinigten Staaten sind der wichtigste Markt von BMW M.

Dort trifft man unter anderem auf die Projekte von Hondas Nobelmarke Acura und GMs Gegenstück Cadillac. Im Jahr 2024 will auch Alpine mit einem LMDh folgen. Aktuell ist Renaults Sportableger in der WEC noch mit einem ehemaligen LMP1 eingeschrieben. Ob die Pläne der Hersteller allesamt eingehalten werden können, ist allerdings unklar. Lieferengpässe und die anhaltende Pandemie stellen die Entwickler-Teams vor große zeitliche Herausforderungen.

In unserer Galerie finden Sie mehr Bilder des neuen Le-Mans-Prototypen.

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