Fall-Stepney

"Ich will alles erklären"

Foto: Ferrari

Der unter Sabotage- und Spionageverdacht stehende Ex-Chefmechaniker Nigel Stepney will in einem persönlichen Gespräch die Verantwortlichen des Formel-1-Rennstalls Ferrari von seiner Unschuld überzeugen.

"Ich bin bereit, mit Jean Todt und Präsident Luca di Montezemolo persönlich zu sprechen. Ich will Ferrari alles erklären. Ich will ihnen klar machen, dass ich nichts damit zu tun habe", ließ er am Mittwoch (18.7.) über seine Anwältinnen in der italienischen Zeitung "Gazzetta dello Sport" ausrichten. Erneut sprach Stepney von einer Verschwörung. "Ich wiederhole es noch einmal: Es ist ein Komplott."

Dem ehemaligen Chefmechaniker, dem nach Aussage seiner Anwältinnen noch immer kein Entlassungsschreiben von Ferrari zugegangen sein soll, wird vorgeworfen, vertrauliches Material an den ehemaligen Chefdesigner von Konkurrent McLaren-Mercedes, Mike Coughlan, weitergeleitet zu haben. In dessen Haus in England war bei Durchsuchungen ein 780 Seiten umfassendes Dossiers mit umfangreichen Informationen zu den Rennwagen der Scuderia gefunden worden. Coughlan hatte sich in der vergangenen Wochen außergerichtlich mit Ferrari geeinigt und eine Eidesstattliche Erklärung abgegeben. Der Weltrat des Internationalen Automobilverbandes FIA will den Spionage-Fall am 26. Juli in Paris verhandeln. Dabei soll geprüft werden, ob weitere McLaren-Mercedes-Mitglieder von den Unterlagen wussten. Das britisch-deutsche Team hat dies mehrfach bereits mit Nachdruck von sich gewiesen.

Stepney will Unschuld beweisen

Stepney, dem wegen Industriespionage sogar eine Haftstrafe bis zu vier Jahren droht, bekräftigte, dass er nichts gegen das Team Ferrari habe. "Ich hätte so etwas nie tun können", sagte er zu den Vorwürfen. Er wolle in einem möglichen Gespräch mit den Verantwortlichen seines ehemaligen Arbeitgebers auch Namen nennen von Personen, "die mehr Interesse als ich an dem haben, was man mir zu Unrecht vorwirft. Andere Namen bei Ferrari."

Sonia Bartolini, eine seiner Anwältinnen erklärte, dass es zu einem Treffen zwischen Coughlan und Stepney gekommen sei. "Es ist auch wahr, dass sie dabei vielleicht über eine neue Arbeit gesprochen haben, aber unser Mandant hat keinerlei Daten oder Dokumente ausgehändigt", sagte sie der "Gazzetta dello Sport". Stepney, der auch schon von wilden Verfolgungsjagden berichtete, wolle mithelfen das Sache zu klären. "Und er vertraut darauf, seine Unschuld beweisen zu können", so Bartolini nach einem Treffen mit ihrem Mandanten in Mailand. Sollte es stimmen, dass Coughlan behauptet habe, er hätte die Daten von Stepney bekommen, "dann wird er ihm an geeigneter Stelle antworten".

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