Alonso will Geschichte schreiben

Nur vier Weltmeister mit Le Mans-Sieg

Fernando Alonso - Toyota - 24h-Rennen Le Mans 2018 Foto: Toyota 112 Bilder
24h Le Mans

Fernando Alonso will die Triple Crown. Ein Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans wäre die zweite von drei Stationen dazu. Der Spanier würde in diesem Fall auf jeden Fall in einen exklusiven Club aufsteigen. Er wäre der erst fünfte Formel 1-Weltmeister mit einem Le Mans-Sieg.

Fernando Alonso liebt Rekorde. Momentan ist der 36-jährige Spanier auf der Jagd nach einem Titel, den erst ein Rennfahrer geschafft hat: die Triple Crown. Nur Graham Hill gelang der Sieg beim GP Monaco, den 24 Stunden von Le Mans und den 500 Meilen von Indianapolis. Dazu war Hill wie Alonso zweifacher Formel 1-Weltmeister. Alonso hat erst den Formel 1-Part erledigt. Mit einem Sieg in Le Mans will er jetzt Teil 2 der Aufgabe erledigen. Die Statistik zeigt, dass dem Toyota-Piloten eine schwere Aufgabe bevorsteht.

Es haben sich zwar 64 Formel 1-Piloten in die Siegerliste der 24 Stunden von Le Mans eingeschrieben, darunter aber nur vier Weltmeister. Aus dem aktuellen Formel 1-Feld sind nur zwei Fahrer mit dem Le Mans-Orden dekoriert. Nico Hülkenberg gewann 2015 auf Porsche, Brendon Hartley im letzten Jahr. Alonso würde also unabhängig von seinen Triple Crown-Träumen in einen exklusiven Club aufsteigen.

Mike Hawthorn: der umstrittene Le Mans-Sieger

Die vier Formel 1-Champions, die auch in Le Mans erfolgreich waren, fuhren in grauer Vorzeit. 1955 siegte Mike Hawthorn zusammen mit Ivor Bueb auf einem Jaguar D-Type. Es war jenes Rennen, das im immer Zusammenhang mit dem größten Unglück in der Motorsportgeschichte genannt werden wird. Pierre Levegh raste mit seinem Mercedes auf der Zielgeraden in die Zuschauermenge. 82 Menschen fanden den Tod.

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Man gab dem späteren Sieger Hawthorn die Schuld. Er hatte durch ein riskantes Manöver die unheilvolle Kettenreaktion ausgelöst. Sein abruptes Abbiegen an die Box zwang Lance Macklin zu einem Ausweichmanöver. Dessen Austin Healey wurde dann zur Sprungschanze für den Mercedes von Levegh. Zum Zeitpunkt seines Le Mans-Sieges war Hawthorn übrigens noch nicht Weltmeister. Der Engländer holte den Titel drei Jahre später, trat zurück und starb 95 Tage nach seinem Titelgewinn bei einem Verkehrsunfall nahe Guildford.

Der Weltmeister mit den meisten Le Mans-Siegen war Phil Hill. Der Amerikaner gewann 1958, 1961 und 1962 an der Sarthe. Jedes Mal mit Ferrari. Sein Teamkollege war in allen drei Fällen das belgische Langstrecken-Ass Olivier Gendebien. Phil Hill gelang damit das Kunststück, in seinem Jahr des Titelgewinns auch in Le Mans erfolgreich zu sein. Es war bitterer Lorbeer. Bei dem Rennen, bei dem sich Hill mit einem Sieg zum Weltmeister krönte, starb Ferrari-Teamkollege Wolfgang Graf Berghe von Trips.

Jochen Rindt: der Überraschungssieger an der Sarthe

Jochen Rindts Le Mans-Triumph war eine faustdicke Überraschung. Der Österreicher gewann 1965 zusammen mit Masten Gregory auf einem Ferrari 250LM des NART-Teams. Rindt stand damals noch am Anfang seiner Karriere und galt in der Szene als wilder Hund, der vielleicht ein Sprintrennen gewinnen konnte, aber keinen 24 Stunden-Marathon. Doch der Weltmeister von 1970 triumphierte ausgerechnet durch eine Tugend, die man ihm abstritt. Er hielt durch. Die Werksautos von Ford und Ferrari fielen allesamt aus, so dass am Ende nur noch zwei private Ferrari übrig blieben.

Zwei Stunden vor Schluss lag noch Gustave Gosselin im rivalisierenden 250LM in Führung. Dann platzte am Ferrari des Belgiers auf der Hunaudières-Geraden ein Reifen. Rindt und Gregory bedankten sich. Auch Rindts Karriere endete tragisch. Er starb 1970 beim Training zum GP Italien in Monza und ist bis heute der einzige Weltmeister, dem der Titel posthum zugesprochen wurde.

Der letzte Formel 1-Champion in der Sieger-Loge von Le Mans war 1972 Graham Hill. Der Engländer teilte sich mit Henri Pescarolo einen Matra MS670. Ferrari fehlte. Alfa Romeo trat mit drei Autos und Porsche schickte nur sechs privat eingesetzte Fahrzeuge ins Rennen. Graham Hill brauchte wie Rindt die Mithilfe des Schicksals. Ein Schwesterauto fiel aus, der dritte Matra mit Francois Cevert und Howden Ganley am Steuer stand ewig an der Box. Damit hatte der damals bereits 43-jährige Weltmeister von 1962 und 1968 seine Triple Crown. Hill hatte 1966 das Indy 500 und fünf Mal den GP Monaco gewonnen. Für den alternden Star war es der neunte Versuch in Le Mans. Hill starb drei Jahre später bei einem Flugzeugabsturz.

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