Ferrari wünscht sich weichere Reifen

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Bridgestone hat kürzlich das Reifenangebot für die letzten sieben Grand Prix der Saison 2008 bekanntgegeben. Doch Ferrari ist mit der Auswahl der Japaner nicht ganz zufrieden.

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Auf den neuen Stadtkursen Valencia und Singapur kommen die beiden weichsten Mischungen zum Einsatz. In Fuji und Interlagos sind die Mischungen "soft" und "medium" im Angebot. Für Spa, Monza und Shanghai packt der japanische Konzern seine Holzreifen aus.

Ferrari ist darüber nicht erfreut: "Auf einigen Rennstrecken erscheint uns die Reifenauswahl zu hart", zieht Technikdirektor Aldo Costa ein Resümee. Auch Renault-Chefingenieur Pat Symonds hält die konservative Einstellung des Reifenmonopolisten Bridgestone für übertrieben. "Das Angebot für Hockenheim war definitiv zu hart. Auch für Spa und Monza würde eine Stufe weicher ausreichen."

Hamilton bevorzugt harte Schlappen

Je härter die Reifen, umso mehr freut sich McLaren-Mercedes. Das Auto ist aggressiv zu den Reifen. Deshalb tun sich Lewis Hamilton und Heikki Kovalainen leichter, die Betonsohlen für eine schnelle Trainingsrunde aufzuwärmen. Insbesondere auf Strecken, die den Vorderreifen nicht so hart fordern. Und wenn dann noch die Temperaturen in den Keller fallen, kommt es für die roten Autos doppelt schlimm. Diese Kombination ist Gift für Ferrari. Siehe Hockenheim. "Da waren die Reifen um mindestens eine Stufe zu hart", kritisiert Costa. "Der beste Beweis dafür ist, dass fast alle im Feld im Rennen Probleme damit hatten, die Reifen in das richtige Temperaturfenster zu bekommen."

Die Statistik der ersten elf Grand Prix (siehe unten) zeigt, dass ein Zusammenhang zwischen Reifenauswahl, Streckentyp, Asphalttemperatur und der Konkurrenzfähigkeit der einzelnen Autos besteht. Immer wenn die beiden Extreme im Angebot sind, gibt es eine klare Hackordnung. Sepang und Barcelona hätten zwar von den verwendeten Reifenmischungen für McLaren sprechen müssen, doch beide Kurse weisen eine Vielzahl an schnellen Kurven auf, in denen der Vorderreifen leicht auf Temperatur kommt. Zudem herrschten bei beiden Veranstaltungen sommerliche Temperaturen. So konnte Ferrari sein Aufwärm-Manko überspielen.

In Monte Carlo war trotz des Hamilton-Sieges Ferrari das schnellere Auto. Die beiden roten Autos starteten aus der ersten Reihe - der weichen Mischungen sei dank. Der Regen machte Ferrari einen Strich durch die Rechnung. Auch in Montreal wäre Ferrari im Rennen das schnellere Auto gewesen. Lewis Hamilton führte zwar bis zu seinem Boxencrash, doch Räikkönen fuhr nach einer Anfangsphase im Verkehr bereits eine halbe Sekunde pro Runde schneller als der McLaren-Pilot.

Weitere Ferrari-Niederlagen drohen

Umgekehrtes Bild in Silverstone und Hockenheim. Harte Reifen, niedrige Temperaturen: Ferrari sah gegen die Silberpfeile kein Land. Dafür passte beim GP Ungarn alles wieder für Massa, Räikkönen und Co. Dass am Ende der Sieger aus dem silbernen Lager kam, lag am Motorschaden von Massa und Räikkönens Schwierigkeiten, im Training die Reifen richtig anzufahren. Ferrari wünscht sich deshalb für das Restprogramm weichere Gummimischungen.

Maranello soll Bridgestone sogar gebeten haben, seine Auswahl noch einmal zu überdenken. Sonst drohen in Spa, Monza und Shanghai weitere Niederlagen. Verständnis gibt es nur für die Änderung des Reifenangebotes für den GP Brasilien. Dort ist Bridgestone eine Stufe härter gegangen als im Vorjahr. Bis auf Ferrari klagten 2007 alle über zu weiche Reifen in Interlagos.

Reifenstatistik

Grand Prix   
Reifenangebot    
Pole Position Sieger
Australien soft/medium Hamilton Hamilton
Malaysia medium/hard Massa Räikkönen
Bahrain soft/medium Kubica Massa
Spanien medium/hard Räikkönen Räikkönen
Türkei medium/hard Massa Massa
Monaco super soft/soft Massa Hamilton
Kanada super soft/soft Hamilton Kubica
Frankreich soft/medium Räikkönen Massa
England medium/hard Kovalainen Hamilton
Deutschland medium/hard Hamilton Hamilton
Ungarn super soft/soft Hamilton Kovalainen
Europa super soft/soft

Belgien medium/hard

Italien medium/hard

Singapur super soft/soft

Japan soft/medium

China medium/hard

Brasilien soft/medium

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