FIA lässt Reifen anmalen

Foto: Daniel Reinhard

Der Motorsport-Weltrat und die Formel 1-Kommission haben beschlossen, Bridgestone und die Teams zu zwingen, ihre im Rennen verwendeten Reifentypen farblich zu kennzeichnen. Die Maßnahme soll dem Publikum mehr Transparenz verschaffen.

Es war wieder mal ein typischer Formel 1-Vorgang: Während es in der Champcar-Serie längst etabliert ist, die weichere von zwei erlaubten Reifenmischungen farblich zu markieren, mauerten Teams und Reifenhersteller in der Formel 1, so gut sie konnten.

Dass die Fans an den TV-Geräten und auf den Tribünen sich ein besseres Bild machen können, warum ein Fahrer gerade so rasant nach vorne stürmt, oder eben scheinbar wehrlos im Verkehr feststeckt, wollten einige Rennställe mit Vehemenz verhindern. Sie fürchten, die G egner könntenaus der neuen Transparenz Vorteile ziehen.

FIA: "Optisch eindeutig zu unterscheiden"

Nachdem das Thema seit einem halben Jahr zerredet wurde, hat der Weltverband nun ein Machtwort gesprochen und eine Woche vor dem ersten Rennwochenende die Regeln geändert. Ab sofort müssen die im Rennen zugelassenen Reifentypen optisch eindeutig zu unterscheiden sein.

Unklar ist bisher, wie Alleinausrüster Bridgestone den Beschluss umsetzen soll. Die Idee, wie in der Champcar-Serie die Flanke des weicheren Gummis rot zu lackieren, verwarfen die Japaner. Sie fürchten, so eine Menge Ausschussware zu produzieren. "Der weichere Reifen auf einer Strecke könnte auf einem anderen Kurs der härtere sein", gibt Bridgestones früherer Technik-Chef Hisao Suganuma zu bedenken.

Ringförmiger Aufkleber?

Bridgestone stellt für die komplette Saison vier unterschiedliche Reifentypen zur Verfügung, von denen jeweils zwei auf einer Rennstrecke zugelassen sind. Die Fahrer müssen im Verlauf eines Grand Prix in jedem Fall beide Reifentypen benutzen.

Eine Möglichkeit wäre, alle vier Reifenmischungen mit unterschiedlichen Farben zu kennzeichnen. Favorisiert wird zur Zeit die Lösung, den weicheren Pneus einen weißen Ring auf die Flanken zu kleben. Viel Zeit hat die Sporthoheit nicht, den endgültigen Entschluss zu fassen. In neun Tagen (16.3.) beginnt in Melbourne das erste freie Training.

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