Force India kooperiert mit Airbus

Foto: Daniel Reinhard 40 Bilder

Force India will sein Kellerkind-Image abstreifen und geht dafür eine Kooperationen mit Airbus und EADS ein. Auch die Partnerschaft mit Ferrari wird ausgebaut.

Seit der indische Milliardär Vijay Mallya sich in den Rennstall eingekauft hat, weht ein anderer Wind in der einstigen Hinterbänkler-Mannschaft. Allein das Technikbudget wurde um 40 Prozent aufgestockt. Und der Besitzer einer Brauerei und einer Fluglinie hat noch einen ganz besonderen Coup gelandet: Force India hat sich mit den Luft- und Raumfahrtkonzernen Airbus und EADS verbündet.

Unterstützung bei der Aerodynamik

Mallyas Airline Kingfisher ist guter Kunde bei Airbus. Er selbst fliegt in einem privaten A320 um die Welt und verbringt pro Jahr 1.500 Stunden in der Luft. "Ich kaufe bei Airbus und EADS ein. Im Gegenzug habe ich mit diesen beiden Firmen einen Vertrag abgeschlossen, dass sie uns auf dem Gebiet der Aerodynamik helfen. Leute, die einen Airbus A380 und einen Eurofighter bauen können, wissen eine Menge über die Aerodynamik.

Die Zusammenarbeit hat gerade erst begonnen, und sie wird schon bald ihre ersten Ergebnisse zeigen. Andere Teams haben diesen Zugang nicht", erzählt Mallya. Force India-Technikchef Mike Gascoyne bestätigt: "Vier Mitarbeiter von Airbus sitzen bei uns schon in der Fabrik. Sie kümmern sich an CFD-Computern um Aerodynamiksimulationen."

Hybridantrieb mit Partnern

Auch für 2009, dem Jahr der größten Regelreform in der Geschichte der Formel 1, hat Mallya bereits eine Vision. Statt einen Hybridantrieb selbst zu entwickeln, verbündet er sich mit Motorenpartner Ferrari. "Wir fahren mit einem Ferrari-Motor und der Elektronik von Magneti Marelli. Deshalb setzen wir auch beim Hybridantrieb auf diese beiden Firmen. Alles andere würde keinen Sinn machen."

Nur bei der Kraftübertragung will Force India eigene Wege gehen. Man könnte das Schnellschaltgetriebe teuer bei Ferrari einkaufen, doch da setzt Gascoyne auf eine Eigenkonstruktion. Sie soll beim GP Ungarn debütieren und die Rundenzeiten um zwei bis drei Zehntel verbessern.

Erste Zeichen bereits gesetzt

Auf der Strecke setzte der ehemalige Spyker-Rennstall bereits ein erstes Ausrufezeichen: Giancarlo Fisichella hielt in Bahrain 22 Runden lang Honda-Pilot Rubens Barrichello in Schach. Selbst McLaren-Star Lewis Hamilton biss sich an dem Römer drei Runden lang die Zähne aus. Der zwölfte Platz im Gesamtklassement ist für die Truppe aus Silverstone ein Erfolg. Chef Vijay Mallya jubelte: "Ich kann mein Lachen nicht verbergen. Das Team hat in Bahrain einen weiteren Schritt nach vorne gemacht."

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