Freitagsanalyse GP Australien

Die Zeichen stehen auf Rot

Foto: dpa

Der erste Trainingstag in Melbourne bestätigte weitgehend die Resultateder Winter-Tests. Ferrari, McLaren, Renault und BMW geben den Ton an. Doch ausgerechnet McLaren-Mercedes lieferte am Freitag (16.3.) die schwächste Vorstellung unter den Favoriten.

Fernando Alonso machte nach dem Freitagstraining ein zufriedenes Gesicht, dabei bieten die gefahrenen Rundenzeiten dazu keinen Anlass. Auf einem schnellen Umlauf lag der Weltmeister mit 0,687, Sekunden deutlich zurück, bei den Longruns waren die McLaren-Mercedes oberes Mittelmaß, Teamkollege Lewis Hamilton war schneller als Alonso.

"Wir sind auf dem richtigen Weg", versuchte der amtierende Champion die Gemüter zu beruhigen. Der Spanier beklagte, dass durch den verregneten Morgen nicht das komplette Trainingsprogramm absolviert werden konnte. Teamchef Ron Dennis klagte zudem über Trainingsunterbrechungen.

Ferrari eine Sekunde schneller als McLaren

Während aber die Silbernen bei ihren Longruns mit Mühe tiefe 1:29er Zeiten fuhren, begann Felipe Massa seinen längsten Dauerlauf mit einer niedrigen 1:27er Zeit. Die Ferrari fuhren bei Turns von sechs bis sieben Umläufen regelmäßig 1:28er Runden, McLaren war im Schnitt eine Sekunde langsamer.

Renault hat immer noch Mühe, die Bridgestone-Reifen richtig auf Temperatur zu bringen. Die erste Runde ist zu langsam, das Weltmeister-Team fuhr aber sehr guten Runden gegen Ende der Dauerläufe.

Beeindruckender Heidfeld

Beeindruckend die Vorstellung von BMW. Nick Heidfeld startete bei seinem besten Longrun mit einer 1:27er Zeit und fuhr dann vier niedrige 1:28er Runden in Folge. Bei Renault geht Teamchef Flavio Briatore davon aus, dass BMWwie auch Ferrari mit spürbar weniger Benzin antrat als sein eigenesTeam. Das gleiche behauptet man bei Toyota über alle Topteams, um so die bescheidene eigene Leistung (Platz 12 und 16) zu erklären.

Weitgehend einig ist man sich im Fahrerlager, dass zumindest David Coutlhard seine zehntschnellste Runde mit wenig Sprit erkaufte. Teamkollege Mark Webber gestand, man sei in der Entwicklung des Autos noch vier Wochen zurück.

Bluffen Alonso und Räikkönen?

Die am Freitag geschlagenen Saisonfavoriten Fernando Alonso und Kimi Räikkönen haben indes beide noch ein Ass im Ärmel: Der Finne fuhr im Ferrari zwei Sektoren-Bestzeiten, nachdem die schwarzweiß karierte Flagge das Trainingsende angekündigt hatte. Der Finne rollte anschließend an die Box. Ansonsten wäre Massas Bestzeit  in Gefahr gewesen.

Der Spanier wiegt die Konkurrenz mit den Reifen in Sicherheit. Während die meisten Fahrer das Training auf harten Reifen begannen und bei zunehmendem Grip im Albert Park auf die weichen Pneus umsattelten, ging Alonso den umgekehrten Weg. Die Bridgestone-Ingenieure glauben: Mit weichen Bridgestones hätte derWeltmeister eine halbe Sekunde pro Runde schneller fahren können.

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