GP Australien

Quali-Analyse

Foto: dpa

Kaum ein Team kam beim ersten Qualifikationstraining ungeschoren davon- mit zwei Ausnahmen: BMW beeindruckte nicht unerwartet, Super Agurimacht die Gegner fassungslos.

Klein waren die Erwartungen bei BMW nach den Wintertests ohnehin nicht.Nick Heidfeld sprach schon vor dem GP-Wochenende vom Erklimmen desPodiums. Nach Rang drei im Training sagt der Rheydter: "Jetzt willich diesen Platz auch halten." Dabei hofft man bei den Weißblauenheimlich noch mehr.

In derersten Qualifikationsrunde lag Heidfeld nur zwei Zehntelhinter Polesitter Kimi Räikkönen, in der zweiten Runden drei Zehntel vorihm. Bei Räikkönens Fabelrunde von 1:26,0 Minuten hofft dieGegnerschaft, dass Ferrari mit weniger Benzin operiert. Was dieBMW-Mannen ruhig schlafen lässt: Bei den Dauerläufen zeigt sich diegroße Stärke des F1.07.

Kimi Räikkönen: "Im Rennen noch stärker"


Ferrari darf sich über die Pole freuen, verlor aber Massa aus dem Spitzenfeld. Ein Getriebeproblem trat schon am Morgen auf, am Nachmittag kam es wieder. Doch auch ohne die Panne wäre aus der Trainingsbestzeit für Massa höchstwahrscheinlich nichts geworden. Der Brasilianer kämpfte mit einem Problem an der Bremsbalance.

Kimi Räikkönen macht sich leichte Sorgen, dass der Getriebedefekt auch ihn treffen könnte, ansonsten ist der Finne sorgenfrei. "Wir sind im Rennen noch stärker als in der Qualifikation", sagt der "Iceman".

Renault: Stumpfe Waffe

Auf das Rennen hofft auch Renault. Giancarlo Fisichellas sechster Rang kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Abstand zur Spitze bereits bei 1,5 Sekunden liegt. Auf einer schnellen Runde ist der R27 eine stumpfe Waffe. Heikki Kovalainen scheiterte als 13. an der letzten Quali-Hürde,weil ihm Streckenkenntnis fehlt. Der Renault ist schwer abzustimmen. Ein defekter Sensor am Morgen kostete wichtige Übungszeit.

Toyota: Qualiergebnis teuer erkauft

Im Quali-Trimm ist der Toyota eine Sekunde langsamer als der Ferrari, mit Rennsprit waren es bereits zweieinhalb Sekunden. Der Einzug ins TopTen-Qualifying und die Ränge acht (Trulli) und neun (Schumacher) gelangen nur, weil die Fahrer ihr komplettes Kontingent an weichen Reifensätzen in die Schlacht warfen.

Chaos-Runde von Webber

Auf dem gleichen Weg und mit einer Fabel-Runde, arbeitete sich auch MarkWebber im Red Bull-Renault auf Rang sieben vor. Teamkollege David Coulthard (Rang 19) gab zu: "Weiter als in die zweite K.O.-Runde wäre ich nicht gekommen. Den Schotten bremste ein Ausflug von Anthony Davidson in die Wiese unmittelbar vor ihm.

Super Aguri: Ausgezeichnete Entwicklungsarbeit

Abgesehen von dem folgenlosen Ausrutscher gab es im Super Aguri-Team keinerlei Anlass zur Klage. Sato schaffte es unter die besten Zehn, Davidson landete direkt dahinter auf Rang elf - und das mit einem Auto, das vor dem ersten Training noch keinen Kilometer gelaufen war.

"Wir haben 80 Prozent der Komponenten bereits im Interimsauto getestet", sagt Teammanager Daniele Audetto. Bei der starken Leistung der Ingenieurs-Truppe um Technik-Chef Mike Preston darf allerdings nicht vergessen werden: Der Honda RA106 stand im Vorjahr in Melbourne auf derPole Position.

Chefdesigner Peter McCool gelang, es den guten Vorjahres-Honda so geschickt weiterzuentwickeln, dass das Honda-Werksteam mit seiner zig Millionen teuren Neukonstruktion wie eine Amateurtruppe aussieht. Zum Auftritt des Honda-Kundenteams wollte man in der Werksmannschaft nichts sagen. "Wir haben genug mit unseren eigenen Problemen zu tun", knurrte es aus der Honda-Box.

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