GP Brasilien

WM-Duell als verbaler Schmusekurs

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Die Pressekonferenz der Formel 1-Titelkandidaten vor dem Großen Preis von Brasilien war an Friedfertigkeit kaum zu überbieten: Keiner der drei Titelaspiranten ließ sich zu einer unbedachten Äußerung hinreißen: Das Finale sei ein ganz normales Autorennen.

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Das erste Aufeinandertreffen der Titelkonkurrenten abseits der Rennstrecke brachte in Bezug auf den WM-Titelfight nur wenige neue Erkenntnisse: Die drei Titelanwärter Lewis Hamilton, Fernando Alonso (beide McLaren-Mercedes) und Kimi Räikkönen (Ferrari) versicherten sich ihres gegenseitige Respekts und versuchten, das Drama des F1-Finales auf die Stufe eines ganz gewöhnlichen Arbeitstages runterzuschrauben.

Räikkönen geht als Außenseiter ins Rennen

"Ich gehe mit der gleichen Einstellung wie immer in den Großen Preis von Brasilien am Sonntag", erklärte Kimi Räikkönnen, der sieben Punkte Rückstand auf WM-Leader Hamilton aufweist. "Natürlich will ich am Sonntag gewinnen, aber ich bin auf Grund meines Punkterückstandes selbst in diesem Fall darauf angewiesen, dass bei Hamilton und Lewis etwas schief läuft."

Die beiden in der WM durch vier Punkte getrennten McLaren-Piloten Hamilton und Alonso betonten, dass sie im Gegensatz zum Bild, dass die Medien von ihrer Beziehung zeichneten, immer noch ein absolut freundschaftliches Verhältnis pflegen: "Wir haben uns vom ersten Tag an sehr gut verstanden," spielte Alonso den Freundlichen. "Und daran hat sich bis heute nichts geändert. Die Medien zeichnen zwar ein anderes Bild, aber das stimmt nicht." Lewis Hamilton folgte seinem WM-Widersacher: "Unser Verhältnis ist so gut wie immer."

Alonso ohne Provokationen

Selbst die Tatsache, dass die FIA für das Finale in Brasilien dem McLaren-Mercedes-Team auf Wunsch des spanischen Motorsportverbandes einen unabhängigen Beobachter zuteilte, um sicher zu stellen, dass keiner der McLaren-Piloten benachteiligt wird, spielte Fernando Alonso gekonnt herunter: "Ich finde die Entscheidung okay und habe auch kein Problem damit. Aber ich glaube, das wäre nicht nötig gewesen. Ich vertraue meinem Team."

Vor zwei Wochen beim Großen Preis von China klang das noch anders: Da beschwerte sich Alonso nach dem Zeittraining öffentlich, weil er im dritten Trainingsabschnitt auf einmal mehrere Zehntelsekunden auf seinen britischen Teamkollegen Lewis Hamilton verlor. Offiziell machte Alonso zwar einen Rückzieher von seiner China-Kritik - "Das war einfach Pech, weil der Luftdruck unbeabsichtigter Weise zu hoch war" - doch die Darstellung eines FIA-Aufsehers erzählt natürlich eine etwas andere Geschichte.

Erfahrung spricht für den Spanier

Alsonso sieht sich für das WM entscheidende Rennen am Sonntag eh in der Defensive: "Ich muss Risiko gehen, während Hamilton defensiver fahren kann, um seinen Punkterückstand zu verteidigen." Alonso ist jedoch der einzige der drei Titelanwärter, der den Druck eines WM-Finales kennt. "Für mich ist das natürlich im Gegensatz zu Fernando eine neue Situation und eine neue Erfahrung", gibt Hamilton zu. "Ich habe zwar schon vorher um Titel gekämpft, aber ein WM-Titel ist natürlich eine andere Hausnummer."

Dass er zum ersten Mal auf der Interlagos-Piste in Brasilien fährt, sieht WM-Leader Hamilton nicht als Nachteil: "Ich lerne neue Strecken schnell, ich war auch vorher nicht im Simulator, um die Strecke kennen zu lernen. Der einzige Unterschied zu anderen Rennen bei der Vorbereitung: Ich habe meinen Nacken speziell trainiert, da die Strecke als einzige WM-Piste gegen den Uhrzeigersinn befahren wird."

Großes Sportwochenende für die Briten

Hamilton leugnet rundweg, einen besonderen Druck zu verspüren, obwohl er doch als Erster in der Geschichte der Formel 1-WM den Titel in seiner Rookie-Saison gewinnen könnte: "Ich bin total entspannt. Der Unfall von China hat mich nur noch stärker gemacht." Sein Wunschplan fürs Wochenende lautet: "Ich hoffe, dass England am Samstag den Rugby-WM-Titel holt - und ich am Sonntag nachdopple."

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