GP Frankreich für 2008 ausgesetzt

Der Grand Prix Frankreich für 2008 ist in Gefahr. Der Französische Automobilclub FFSA hat die Einschreibung des Rennens in Magny-Cours für den Kalender 2008 ausgesetzt.

Grund: Die Finanzierung steht auf wackeligen Beinen. Der Verband kann sich die Antrittssumme für das Feld, die geschätzte 17 Millionen Dollar beträgt und sich jedes Jahr um zehn Prozent erhöht, nicht mehr leisten. Der auf den 1. Juli 2007 angesetzte Grand Prix soll aber wie geplant stattfinden.

Aus dem gleichen Grund warf bereits Hockenheim das Handtuch. Deshalb findet der GP Deutschland in Zukunft auch alternierend am Nürburgring und in Hockenheim statt. Formel 1-Chef Bernie Ecclestone hat dem Französischen Autombilclub geraten, das Rennen zu verlegen, um mehr Zuschauer an die Strecke zu bringen und die Kosten zu decken. Ecclestone liebäugelt mit Paris. Es gibt Pläne für den Bau einer Strecke im Eurodisneyland nahe der französischen Metropole. Weil die aber frühestens bis 2009 fertig ist, käme die Aussetzung des Rennens um ein Jahr gelegen. Die Lücke soll 2008 mit einem Stadtrennen in Valencia geschlossen werden.

Stadt-Grand Prix und Nachtrennen sind das neue Steckenpferd des Formel 1-Diktators. Ecclestone will, dass die Rennen in Melbourne und Singapur künftig nachts stattfinden, damit sie in Europa zu einer nutzerfreundlichen Sendezeit ausgestrahlt werden können. Der Saisonauftakt in Australien vor zehn Tagen startete um vier Uhr mitteleuropäischer Zeit. Das lockte bei RTL nur 1,4 Millionen Zuschauer vor den TV-Schirm. Bei der Wiederholung um neun Uhr morgens schauten immerhin 3,6 Millionen zu. Auch Bahrain prüft eine Überlegung seines Grand Prix in die Abendstunden. Problem sind die Kosten für eine leistungsfähige Flutlichtanlage. Der australische Veranstalter fürchtet eine Investition von 20 Millionen Euro.

Ecclestone will die Formel 1 künftig auch in die Stadt bringen, um das Spektakel zu erhöhen. Die Strecken, die derzeit in Singapur, Südkorea und Abu Dhabi entstehen, führen zum Teil durch bebautes Gebiet oder am Yachthafen vorbei. Die neuen Schauplätze haben auch den Vorteil eines größeren Einzugsgebietes. An eine Rennstrecke in der Peripherie von Paris, so die Rechnung des FFSA und von Ecclestone, kommen mehr Zuschauer als nach Magny-Cours in der Provinz.

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