GP Türkei

Kovalainen fährt

Foto: Wolfgang Wilhelm 50 Bilder

Update ++ Heikki Kovalainen darf 14 Tage nach seinem schweren Unfall in Barcelona beim GP Türkei fahren. Der 26-jährige Finne bestand am Donnerstag (8.5.) den 45-minütigen Eignungstest, dem sich jeder Fahrer nach einem Unfall mit Verletzungsfolgen unterziehen muss.

Kovalainen hatte bei seinem Aufprall mit 130 km/h in den Reifenstapel eine Gehirnerschütterung erlitten. Nach dem medizinischen Test, bei dem Reaktion, Koordination und logisches Denken überprüft werden, gaben FIA-Doktor Jean-Charles Piette und der diensthabende lokale Arzt Dr. Cem Boneval grünes Licht für den McLaren-Piloten.

Genesung nach Plan

Kovalainen hatte nach seinem Barcelona-Crash eine Nacht im Krankenhaus verbracht, war dann noch einen Tag zum Ausruhen in Spanien geblieben, bevor er am Mittwoch nach dem Unfall ins finnische Kuortane flog. Dort begann der Rekonvaleszent unter der Aufsicht von McLaren-Arzt Aki Hintsa mit leichtem Training.

Ab Sonntag wurden die Trainingseinheiten verschärft. Mittlerweile war auch Teamkollege Lewis Hamilton in den finnischen Trainingszentrum eingetroffen. Als Kovalainen in Istanbul eintraf scherzte er: "Nach dem Intensivtraining bin ich jetzt fitter als vor dem Unfall."

In der offiziellen Pressekonferenz wurde der Finne später noch einmal detailliert nach dem Unfall befragt. Dabei machte Kovalainen einige bemerkenswerte Aussagen: "Ich habe mir den Crash später noch einmal im Fernsehen angesehen. Ich hatte Glück. Aber es war nicht nur Glück. Das Auto, die Reifenstapel, die Ärzte, die Streckenposten - einfach die professionelle Vorbereitung eines F1-Rennens haben geholfen, dass alles glimpflich ausging."

Keine Erinnerung an Handzeichen

Nach seiner eigenen Erinnerung, sei Kovalainen nie bewusstlos gewesen. Trotzdem konnte er sich nicht mehr an den Unfall erinnern. Weder daran, dass er den Helfern Anweisungen gegeben hatte noch an das positive Handzeichen in Richtung Fans. Bei der Untersuchung im Krankenhaus habe er McLaren-Arzt Hintsa sogar gefragt, was die vielen Leute um ihn herum machen. Aus dem schwersten Unfall seiner Karriere gehe er gestärkt hervor, sagte der McLaren-Pilot. Der auch anwesende Jenson Button pflichtete ihm bei: "Mit jedem Unfall, steigt das Vertrauen in die Sicherheitstechnik."

Für Diskussionsstoff sorgen allerdings immer noch die Reifenstapel in Barcelona. Vor allem die lange Zeitdauer, bis Kovalainen endlich aus seinem Silberpfeil geborgen war, gibt Anlass zur Sorge. "Bei mir war es kein Problem. Ich war ja nicht verletzt. Deshalb waren die weichen Reifenstapel eher ein Vorteil", sagte Kovalainen. "Aber bei Verletzungen kann das gefährlich werden. Deshalb wollen wir das Thema bei der nächsten Sitzung der Fahrergewerkschaft auf die Agenda nehmen."

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