Heidfeld steht auf dem Prüfstand

Foto: BMW 54 Bilder

Nach dem verkorksten Grand Prix in Valencia ist Nick Heidfeld hart mit sich selbst ins Gericht gegangen. "Das war eines meiner schlimmsten Rennen. Es ist eine Katastrophe, mit einem Auto auf Platz neun zu landen, das offensichtlich gut genug für Platz drei ist."

Als Achter des Trainings mit Sprit für 22 Runden im Tank rechnete sich Heidfeld zumindest Punkte für den GP Europa aus. Doch die Misere begann schon beim Start. Wie Kimi Räikkönen verlor er beim Start auf der schmutzigen Spur eine Position. Den Vorteil des größeren Benzinvorrats konnte der BMW-Pilot nicht nutzen, weil er auf den harten Reifen unerklärlich langsame Rundenzeiten fuhr. Sebastian Vettel war drei Plätze weiter vorne um durchschnittlich eine halbe Sekunde schneller als Heidfeld.

Probleme mit den harten Gummis

"Ich kam auf den harten Reifen einfach nicht auf Speed." Der Mönchengladbacher wachte erst im Finale auf. Die letzten drei Runden des Rennens absolvierte er unter 1:40 Minuten. Der Angriff auf den achtplatzierten Nico Rosberg kam viel zu spät. Heidfeld fehlten im Ziel neun Sekunden auf einen Punkterang. Die zweite Nullrunde nach dem GP Ungarn setzt den 144-fachen GP-Starter weiter unter Druck. Jetzt beginnen sich auch die deutschen Medien auf Heidfeld einzuschießen, die zuvor noch Verständnis für sein Problem mit den Reifen zeigten.

Und auch das Team gibt keine bedingungslose Rückendeckung mehr. Teamchef Mario Theissen analysierte: "Wenn einer im Team eine Schwächeperiode hat, dann muss er daran arbeiten, diese Schwäche zu überwinden. Zusammen mit den Ingenieuren, aber auch durch Arbeit an sich selbst. Wir haben Nick alle erdenkliche Hilfestellung gegeben, doch das Problem ist noch nicht gelöst. Nick ist noch nicht über den Berg."

Neun Zehntel langsamer als der Teamkollege

Der WM-Sechste zeigte sich ratlos. Phasenweise stimmen die Rundenzeiten, wie die drittschnellste Rundenzeit im zweiten Abschnitt der Qualifikation zeigt. Doch Minuten später kommt es bereits wieder zum Einbruch. Heidfelds achter Startplatz erklärt sich nicht nur daraus, dass er Benzin für 22 Runden an Bord hatte, also vier Runden länger fahren konnte als Teamkollege Robert Kubica. Netto fehlten ihm immer noch neun Zehntel auf den Polen. Heidfeld war im Top Ten-Finale von den weichen auf die harten Reifen umgeschwenkt, und darin liegt vielleicht auch eine Antwort auf die vielen Fragen. Er war in der Lage mit weichen Reifen und wenig Sprit im Tank die Rundenzeiten der Toppiloten zu fahren. Die gleiche Konstellation ergab sich am Ende des Rennens.

Der WM-Sechste zeigte sich ratlos. Phasenweise stimmen die Rundenzeiten, wie die drittschnellste Rundenzeit im zweiten Abschnitt der Qualifikation zeigt. Doch Minuten später kommt es bereits wieder zum Einbruch. Heidfelds achter Startplatz erklärt sich nicht nur daraus, dass er Benzin für 22 Runden an Bord hatte, also vier Runden länger fahren konnte als Teamkollege Robert Kubica. Netto fehlten ihm immer noch neun Zehntel auf den Polen. Heidfeld war im Top Ten-Finale von den weichen auf die harten Reifen umgeschwenkt, und darin liegt vielleicht auch eine Antwort auf die vielen Fragen. Er war in der Lage mit weichen Reifen und wenig Sprit im Tank die Rundenzeiten der Toppiloten zu fahren. Die gleiche Konstellation ergab sich am Ende des Rennens.

Offensichtlich hatte Heidfeld Mühe mit den harten Gummis und mit ordentlich Benzin im Tank. Das Auto fühlt sich in dieser Konfiguration nervöser an. Deshalb wählte Heidfeld für den letzten Abschnitt der Qualifikation auch die härtere der beiden Reifenmischungen. Die vermittelt mehr Seitenstabilität als die extraweichen Gummis, auf denen sich die Autos schwammig anfühlen, besonders mit viel Gewicht und bei Hitze.

Druck im Team wächst

Mario Theissen schließt aus dem Auf und Ab bei seinem Patienten, dass ein Teil des Problems im Kopf sitzt. "Nick zeigt hin und wieder, dass er es kann." Hin und wieder ist aber für ein Top-Team zu wenig. BMW will 2009 um den WM-Titel kämpfen. Da darf sich keiner der Beteiligten Aussetzer erlauben. Man sieht am Beispiel Räikkönen, wie schwer die Trainingsschwäche wiegt. Der Finne wird zur Zeit von Teamkollege Felipe Massa und Lewis Hamilton klar in den Schatten gestellt. Heidfeld läuft langsam die Zeit davon, auch wenn sich die Teamleitung noch in Geduld übt.

Der 31-jährige Deutsche kann sich auch nicht darauf verlassen, dass der Markt wenig Alternativen hergibt und dass BMW für einen Fahrertausch tief in die Tasche greifen müsste. Ein neuer Fahrer kostet zwar Geld und ein Heidfeld auf der Reservebank würde sein Gehalt auch weiter erhalten, die Aussage von Technikdirektor Willy Rampf sollte dem Sorgenkind bei BMW jedoch eine Warnung sein: "Nicks Tempo war einfach zu langsam. Natürlich freuen wir uns über den dritten Platz von Robert, aber insgesamt hatten wir auf eine bessere Punkteausbeute für das Team gehofft."

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