Hektik bei Honda

Foto: Honda 4 Bilder

Trotz neuer Flügel zählt der Honda kurz vor Saisonbeginn nicht zuden Top-Autos. Nun muss die Technik-Abteilung nachsitzen und eilig neue Teile produzieren. Schon vor dem zweiten Grand Prix in Malaysia (8.4.) soll der RA107 grundlegend überarbeitet werden.

Gerade erst hat die Honda-Technik-Abteilung bei den Bahrain-Tests neueAerodynamik-Komponenten fertig gestellt, schon laufen Entwicklung und Produktion wieder auf Hochtouren. Zwar konnten Rubens Barrichello und Jenson Button den Rückstand des RA107 von zwei Sekunden bei den Barcelona-Tests Anfang Februar in Bahrain auf eine Sekunde drücken, doch bei der aktuellen Leistungsdichte bedeutet eine Sekunde unter Umständen fünf Startreihen.

Auch die Honda-Spitze sieht sich vom eigentlichen Saisonziel, dem Mitfahren um den Titel, weit entfernt. "Zur Zeit sind wir vor Red Bull und Toyota, aber hinter dem Rest", sagt Technik-Chef Shuhei Nakamoto. Das bedeutet konkret: Die Vierten der Saison 2006 sind momentan die Nummer sechs in der Rangliste.

Nick Fry: "Starke Veränderungen"

Teamchef Nick Fry gibt sich zuversichtlich und setzt auf das Entwicklungspotenzial des neuen Autos. "Kühlung, Auspuff und das schmale Heck sind bei uns vermutlich deutlich stärker verändert worden als bei jedem anderen Auto. Aber so haben wir auch einen deutlich größeren Entwicklungsspielraum als je zuvor."

Traktion, Topspeed und Abtrieb beim neuen Auto sind in Ordnung. Kritisch ist der RA107 vor allem beim Bremsen. "Wir müssen deutlich früher in die Eisen als die anderen", sagt Rubens Barrichello.

Instabiles Bremsverhalten

Die Ingenieure stellten bei der Datananalyse fest, dass die Front beim Bremsen zu stark einnickt. Die Entlastung des Hecks lässt am Diffusor den Luftstrom abreißen. So klagen die Fahrer beim Anbremsen über ein zu  loses Hinterteil. Die Instabilität beim Verzögern kostet nicht nur wertvolle Zehntel in der Rundenzeit, es macht den Honda auch zu einem wehrlosen Opfer beim Überholen.

Die Honda-Chefetage rechnet beim Auftakt-Rennen in Melbourne nicht mit einem Qualifying-Platz unter denTop Ten. Man hofft, wenigstens ein paar Punkte zu holen. Eine gute Woche später soll dann bei den Testfahrten in Sepang ein weiteres Aerodynamik-Paket und gegebenenfalls eine neue Vorderradaufhängung erprobt werden, die im Erfolgsfall schon beim zweiten Rennen an gleicher Stelle (8.4.) eingesetzt würde.

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