Hill sorgt sich um Formel 1-Ansehen

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Angesichts der politischen Ränkespiele der vergangenen Saison und der bevorstehenden Spionage-Affäre um Renault befürchtet Damon Hill, dass die Menschen den Glauben an die Formel 1 verlieren.

"Wenn die Dinge nicht zusammenpassen und weiterhin gegen das allgemeine Verständnis von Recht und Fairness verstoßen wird, besteht die Gefahr, dass die Menschen einfach davonlaufen", warnte der Weltmeister von 1996 in der englischen Zeitung "The Daily Telegraph".

Spionage-Urteile in der Kritik

Hill verwies bei seiner Warnung konkret auf die Spionage-Fälle der letzten Jahre und äußerte indirekt den Vorwurf, dass mit zweierlei Maß gemessen werde: "Ich würde gerne wissen, warum das Gerichtsverfahren im Spionage-Fall zwischen Ferrari und Toyota nicht zum gleichen Ergebnis geführt hat, wie der Ferrari-McLaren Fall." Im Toyota-Prozess waren ehemalige Ferrari-Mitarbeiter wegen Industrie-Spionage schuldig gesprochen, das Team allerdings nicht bestraft worden.

Vor allem die fehlende Beständigkeit der Urteile ist Hill ein Dorn im Auge. "Man hatte das unangenehme Gefühl, dass da noch mehr hinter dem Urteil steckt, als nur der Inhalt der Untersuchungen. Wenn Regelverstöße geschehen, sollten die Dinge vernünftig und angemessen untersucht werden. Aber in diesem Fall blieben viel Fragen nachdem, was wirklich passiert ist, unbeantwortet."

Warnung vor zu viel politischem Einfluss

Aber nicht nur die Urteile im Spionage-Fall veranlassen den Engländer zur Kritik: "Warum kam Ferrari mit einem blauen Auge und einer Mahnung davon, als sie das erste Rennen der Saison mit einem illegalen Bauteil gewonnen haben", fragt Hill weiter. In Melbourne hatten die Italiener einen flexiblen Unterboden verbaut, der wie sich später herausstellte nicht den Regeln entsprach.

Hill betonte, dass er nicht der einzige sei, der vor dem zunehmenden politischen Einfluss auf den Sport warnt: "Ich bin keine einsame Stimme. Es gibt viele Leute, die den Sport lieben und ihm viel zu verdanken haben und die sich einen gesunden Sport wünschen, der die Leute anzieht."

Der nächste Mammut-Prozess droht

Durch die neue Affäre im Fall Renault könnte der Formel 1 der nächste langwierige Prozess drohen. Am 6. Dezember hat der FIA-Weltrat die Franzosen vorgeladen, um über eventuelle Vorteilnahmen aus illegalen McLaren-Daten auszusagen. Nach ersten Erkenntnissen liegt der Fall hier sogar noch eindeutiger als bei McLaren und müsste somit auch entsprechend bestraft werden.

Doch weitere Untersuchungen und Gerichtsverfahren seien das Letzte was die Formel 1 jetzt benötigt meint Hill: "Die letzte Saison war die beste in der Formel 1 seit langer Zeit, was vor allem daran lag, dass es vier Fahrer gab, die um den Titel gekämpft haben. Diese guten Gründe sorgten schon alleine für großes Interesse. Die zusätzlichen Querelen und Nebenkriegsschauplätze waren gar nicht notwendig."

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