Hockenheimring

Der Baden-Kurs setzt auf den Bund

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Jetzt soll auch der Bund einen Beitrag leisten, um den aus finanziellen Gründen gefährdeten Großen Preis von Deutschland 2010 auf dem Hockenheimring zu retten. "Das Formel-1-Rennen ist ein Mega-Event wie etwa die Fußball-Weltmeisterschaft. Da kann auch die Bundesregierung etwas tun", begründete Karl-Josef Schmidt, einer der Geschäftsführer der Hockenheimring GmbH, am Freitag (12.12.) die Bitte um Unterstützung auf höchster Ebene.

"Wir haben eine Deadline bis Ende März 2009. Bis dahin muss die Finanzierung stehen. Sonst wird es wohl keine Formel 1 mehr auf dem Hockenheimring geben."

Vertreter der Stadt Hockenheim, der Metropolregion Rhein-Neckar, der Industrie- und Handelskammer, der Automobilindustrie und anderer Interessenten hatten sich am Donnerstag im baden-württembergischen Wirtschaftsministerium in Stuttgart getroffen, um Lösungen für den stark gefährdeten Grand Prix zu finden. "Alle Beteiligten haben ein großes Interesse daran, das Rennen zu erhalten", versicherte Schmidt. Offen geblieben sei jedoch, wer das finanzielle Risiko trage. Anscheinend haben aber die Vertreter des Landes, der Region und der Wirtschaft signalisiert, dass sie ihren Anteil dazu beitragen wollen, den Großen Preis von Deutschland zu erhalten. Thomas Schwara, der Sprecher des Wirtschaftsministeriums, konnte die positiven Nachrichten nicht bestätigen: "Es wurde Vertraulichkeit vereinbart."

Die Zeit drängt. Denn am 17. Dezember will der Hockenheimer Gemeinderat über die Zukunft des traditionsreichen Grand Prix entscheiden. Die badische Kommune sieht sich nicht länger imstande, die Hauptlast des defizitären Spektakels zu tragen. Die goldenen Zeiten aus der Ära des siebenmaligen Weltmeisters Michael Schumacher sind längst vorbei. Allein in diesem Jahr betrug der Verlust 5,3 Millionen Euro. Für 2010 sind sogar rund sechs Millionen Defizit signalisiert. Angesichts der offensichtlichen Bereitschaft der in Stuttgart tagenden sogenannten "Großen Runde", sich finanziell stärker einzubringen, scheint Hockenheims Oberbürgermeister Dieter Gummer gewillt, sich in seinem Gemeinderat für eine Gnadenfrist einzusetzen. "Wir warten jetzt auf verbindliche Erklärungen", sagte er dem "Mannheimer Morgen".

Ein großer Verlust für die Region und das ganze Land

Richard Drautz, der Staatssekretär im baden-württembergischen Wirtschaftsministerium, der das Treffen auch moderiert hatte, wird am Montag das Kabinett über die neuste Entwicklung bei dem auf der Kippe stehenden Prestigeobjekt informieren. Danach könnten positive Signale von der Landesregierung einen weiteren Anschub der Rettungsaktion begünstigen. "Alle sind sich einig, dass ein Ende des Grand Prix ein großer Verlust für die Region und das ganze Land wäre", sagte Schmidt. Der Veranstalter will «mit einer besseren Verankerung und einem besseren Ticketverkauf" dazu beitragen, dass der Große Preis von Deutschland künftig keine "Miesen" mehr macht. "Mit 90.000 Zuschauern könnten wir eine schwarze Null schreiben", rechnete der Geschäftsführer vor.

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