Simon Pagenaud - Indy 500 - IndyCar IndyCar

Indy 500 (2019) Ergebnis Rennen

Pagenaud siegt im Herzschlagfinale

Simon Pagenaud hat zum ersten Mal das Indy 500 gewonnen. In einem dramatischen Finale setzte sich der Penkse-Fahrer gegen Alexander Rossi und Takuma Sato durch.

Es war der perfekte Monat Mai für Simon Pagenaud. Erst gewann er das Rennen auf dem Rundkurs von Indianapolis, wo die Formel 1 bis 2007 fuhr. Dann siegte er beim Saisonhighlight der IndyCar-Serie im berühmtesten Oval der Welt vor über 300.000 Zuschauern. Für den Franzosen ist es der erste Sieg beim Indy 500. Für sein Team Penske ist es bereits der 18. Triumph im Brickyard. Damit baute man den Rekord aus. Es hätte keinen verdienteren Sieger geben können. Pagenaud startete von der Pole-Position und führte 116 von 200 Runden. „Es ist schwer zu glauben. Das Rennen war so intensiv. Unglaublich“, freute sich der Sieger.

Lange Zeit war das Indy 500 ein Rennen für die Strategen. Führungswechsel gab es vor allem durch frühere oder spätere Boxenstopps. Während Pagenaud nie länger als 32 Runden am Stück draußen blieb, hielt es seine Rivalen mit vollem 70 Liter Tank jeweils länger auf der Piste.

Die verschiedenen Taktiken waren ab der 180. Runde Makulatur. Eine Rennunterbrechung zwang das Feld für 18 Minuten zum Stillstand und mischte die Karten neu. Nach ein paar Runden hinter dem Pace Car wurde der Klassiker wieder freigegeben. Und ab da war das Rennen ein Sprint ohne Rücksicht auf Benzin, Material und Verluste.

Pagenaud und Alexander Rossi, Sieger des Rennens 2016, duellierten sich im Finale und wechselten sich in den letzten 14 Runden fünf Mal an der Spitze ab. Das entscheidende Manöver setzte der Franzose in der vorletzten Runde vor Kurve drei. Rossi konnte nicht mehr kontern und verfehlte seinen zweiten Erfolg im Brickyard um gerade einmal zwei Zehntel. Dritter wurde Takuma Sato, der das Indy 500 vor zwei Jahren gewonnen hatte.

Nur ein großer Unfall

178 Runden lang hatten sich die großen Dramen mehr in der Boxenstraße als auf dem 2,5 Meilen langen Oval abgespielt. Bis dahin gab es nur drei Gelbphasen. Bis sich Graham Rahal und Sebastien Bourdais auf den Positionen fünf und sechs aus dem Rennen nahmen, und mit ihrem Zusammenprall eine Kettenreaktion auslösten, die Felix Rosenqvist, Charlie Kimball und Zach Veach in einen Folgeunfall trieb. Der Carbonregen zwang die Rennleitung dazu, dass Rennen nach 180 von 200 Runden zu unterbrechen, damit die Streckenposten den Asphalt reinigen konnten.

Bei über 350 km/h versuchte sich Rahal auf dem Weg in Kurve drei neben Bourdais zu setzen. Der Franzose dachte allerdings nicht daran, nachzugeben und mauerte die Innenspur zu. Rehals rechtes Vorderrad touchierte Bourdais linkes Hinterrad ein erstes Mal. Beide gaben nicht nach, es kam zum zweiten Kontakt, der beide aus dem Rennen riss. Bourdais verabschiedete sich in der Schutzwand vor der Betonmauer und hatte Glück, dass sein Auto nicht in die Luft abhob.

„Ich habe Respekt vor Sebastien als Fahrer, aber nicht für die Art, wie er hier gefahren ist. Das war gefährlich. Bei diesen Speeds kannst du jemanden mit solchen Manövern töten“, ärgerte sich Rahal. Sein Unfallgegner schilderte den Vorfall aus seiner Sicht: „Der erste Kontakt hat das Auto schon etwas destabilisiert. Aus meiner Sicht hatte er seine Nase noch nicht weit genug vorne, dass ich hätte nachgeben müssen. Ich dachte, er würde zurückstecken. Es war keine Option für mich, dass wir zu zweit durch die Kurve fahren und ich auf der Außenseite wäre. Da lagen schon zu viele Reifenschnipsel.“

Viele Zwischenfälle in Box

Den einzigen Unfall auf der Strecke hatte bis dahin Kyle Kaiser produziert. Der Mann, der Fernando Alonso in der Qualifikation nach Hause schickte, verlor sein Auto in Kurve vier in der 74. Runde und krachte mit geringem Tempo rückwärts in die Streckenbegrenzung.

In der Box ereigneten sich dagegen gleich mehrere Zwischenfälle. Und dort hätte die Andretti-Crew von Alexander Rossi beinahe die Chance auf den Sieg verspielt. Beim vierten von fünf Boxenstopps floss kein Benzin. Während Rossi im Cockpit fluchte, verzweifelten zwei Mechaniker fast am Tankstutzen. Der Stopp dauerte rund 23 Sekunden. Üblich ist eine Standzeit zwischen sieben und acht Sekunden.

Der US-Amerikaner rutschte vom ersten auf den fünften Platz ab. Es hätte ihn noch schlimmer treffen können. Doch eine Gelbphase rettete ihn. Marcus Ericsson hatte sich im gleichen Umlauf in der Boxeneinfahrt gedreht. Der Schwede lag bis zur 137. Runde über weite Strecken in den Top 10.

Mechaniker verletzt

Der erfolgreichste Fahrer im Nudeltopf im diesjährigen Starterfeld, der dreifache Indy500-Sieger Helio Castroneves, nahm sich mit einer Durchfahrtsstrafe im ersten Rennsechstel selbst aus dem Rennen. Der Routinier war nach seinem Boxenstopp James Davison ins Heck gefahren, der seinen Rennwagen vor ihm leicht abgebremst hatte, um zum Reifenwechsel zu steuern. Castroneves drehte Davison um, es flog ein Rad durch die Boxenstraße, das niemanden erwischte. Die Rennleitung bestrafte den Brasilianer mit einer Durchfahrtsstrafe.

Ein weiterer Zwischenfall in der Boxengasse ereignete sich um Vorjahressieger Will Power. Bei seinem zweiten Reifenwechsel bremste der Australier in seinem Penske-Chevrolet zu spät ab und rutschte über die Boxenmarkierung. Mit dem linken Hinterrad traf er leicht das linke Bein eines Mechanikers. Dafür gab es eine Strafe. Power musste sich während der zweiten Gelbphase vom zehnten Rang ans Ende fallen lassen.

Auch Jordan King verschätzte sich. Der Engländer lenkte in völlig falschem Winkel zu seiner Crew, vermutlich weil er durch ein anderes Auto irritiert war, das beim Reifenwechsel stand. Mit dem linken Vorderrad traf er den Reifen, den sein Mechaniker in den Händen hielt. Durch die Wucht knallte der Reifen gegen den Mechaniker, der mit einer Beinverletzung ins Krankenhaus gebracht werden musste. Es gab ebenfalls eine Durchfahrtsstrafe.

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