Jagd auf Ross Brawn

Foto: Wolfgang Wilhelm 50 Bilder

Der ausgeschiedene Ferrari-Technik-Chef ist zur Zeit der meistgefragte Mann der Formel 1. Gerade die krisengeschüttelten Werksteams aus Japan sind hinter dem Engländer her. Doch nun meldet sich auch sein bisheriger Arbeitgeber zu Wort.

Zunächst wurden dem Toyota-Team Kontakte zu Ross Brawn nachgesagt, der 2007 komplett als Urlaubsjahr geplant hat. Seit dem Rausschmiss von Mike Gascoyne musste das Team die Technik-Abteilung neu sortieren -offenbar mit wenig Erfolg. Der neue Toyota dümpelt nach zwei Rennen im Mittelfeld.

Dann heftete sich die "Autosport" an die Fersen von Honda-Teamchef Nick Fry, der ohne Rückendeckung der Firmenzentrale in Japan Verbindung zu Brawn aufgenommen haben soll. Fry wollte kein Treffen mit dem passionierten Rosenzüchter bestätigen, dementierte aber auch nicht.

14 Formel 1-Titel

Aus seinem Interesse für den Ingenieur, der bei Benetton und Ferrari für den Gewinn von 14 Formel 1-Titeln verantwortlich war, macht Fry allerdings keinen Hehl: "Jedes Team würde von Brawn profitieren."

Zur Zeit hat Honda mit Shuhei Nakamoto einen Technik-Direktor, der sich zwar in den Bereichen Motor- und Motorradtechnik bestens auskennt, die aktuelle Formel 1 fordert aber mehr denn je einen Aerodynamik-Fachmann, und genau auf diesem Gebiet ist der neue RA107 eine Katastrophe.

Nick Fry gibt vor, dass er keine allzu große Hoffnung hat, dass Brawn bei ihm anheuert, auch wenn der 52-jährige Engländer nie einen Hehl daraus gemacht hat, dass er nach einem Jahrzehnt in Italien gern wieder in England arbeiten und leben würde. "Ich bin sicher, dass Ross irgendein Arrangement mit Ferrari hat", sagt Fry.

Gentlemen’s Agreement mit Ferrari

Aufgeschreckt durch die aktuellen Wechselgerüchte, meldet sich nun auch Maranello zu Wort. "Ross ist natürlich ein freier Mann, aber wir gehen davon aus, dass ein Gentlemen’s Agreement zwischen uns gibt und er zuerst mit uns spricht, bevor er eine Entscheidung über seine Zukunft trifft", sagt Ferrari-Pressesprecher Luca Colajanni.

Tatsächlich sagte Brawn in einem Interview mit auto motor und sport, dass er Ferrari so viel verdanke, dass es nur fair wäre, zuerst mit Jean Todt zu sprechen.

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