Jubel bei Pirelli, Unverständnis bei Michelin

Foto: McKlein

Die Entscheidung des FIA-Weltrats, Pirelli in den kommenden drei Jahren die exklusive Ausrüstung der Rallye-WM-Teams zu überlassen, ist bei Michelin mit Bestürzung und Ärger aufgenommen worden.

Fréderic Henry-Biabaud, Rallyechef der Michelin-Tochter BF Goodrich kann die Entscheidung des FIA-Weltrats am Dienstag (27.2.) nicht fassen: "Wir haben 2006 bewiesen, dass unsere Reifen die besten sind. Zwei Weltmeistertitel haben diese Erfolge gekrönt. In dieser Saison2007 wollte kein einziger Wettbewerber gegen BF Goodrich antreten."

Bei Pirelli herrscht dagegen Jubel: "Natürlich sind wir begeistert. Wir haben viel Arbeit in dieses Angebot investiert, und sind mit dem richtigen Ergebnis belohnt worden", sagt Pirelli-Rallyechef Paul Hembery, dessen Unternehmen sich nach einigen wenig erfolgreichen Jahren aus der Rallye-WM Ende 2006 zurückzog.

Michelin: "Kriterien, die nichts mit Sport zu tun haben"

Bei Michelin herrscht dagegen Verbitterung: "Der finanzielle und technologische Aufwand, den wir in den letzten beiden Jahren betriebenhaben, wurde nicht anerkannt. Das ist das, was wir am meisten bedauern, zumal wir wissen, dass die aktuellen und künftigen Hersteller der WRCunsere Bewerbung unterstützt haben. Wir wurden aufgrund von Kriterien ausgeschlossen, die wir nicht kennen, aber die offensichtlich mit dem Sport nicht zu tun hatten", so Henry-Biabaud.

Michelin ist mit der FIA-Entscheidung bereits zum zweiten Mal Opfer der Einheitsreifen-Regelung geworden. In Clermont-Ferrand ist die Führungsspitze ohnehin immer gegen die Exklusivausrüstung von Rennserien gewesen, in der Formel 1 räumte das Unternehmen freiwilligdas Feld für Bridgestone, in der Rallye-WM dagegen wird man nun zum Rückzug gezwungen.

Pirelli: "Du gewinnst nur einmal"

Dass Verträge zur Exklusivausrüstung nicht nur Vorteile haben, ist auch Pirelli-Mann Paul Hembery klar. Wer nur gegen sich selbst antritt, kann nicht mit Siegen über die Konkurrenz hausieren gehen: "Mit einem Einheitsreifen gewinnst du einmal - nämlich bei der Vertragsunterzeichnung - und dann vielleicht nie mehr wieder", sagt Hembery.

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