Jutta Kleinschmidt - 10 Jahre Dakar-Sieg

10.000 Kilometer - 159 Sekunden Vorsprung

Jutta Kleinschmidt - 2001 Foto: Mitsubishi 17 Bilder

Am 21. Januar 2001 schreibt Jutta Kleinschmidt Dakar-Geschichte. Als erste Frau gewinnt die schnelle Bayerin die härteste Wüsten-Rallye der Welt. Zehn Jahre danach erinnert auto motor und sport noch einmal an die einmalige Glanzvorstellung.

Jutta Kleinschmidt gewinnt die Rallye Dakar und sorgt damit für den ersten und immer noch einzigen deutschen Gesamtsieg überhaupt. Und dann noch durch eine Frau. Für die Medien war das 2001 eine riesige Sensation. Die Schlagzeilen überschlugen sich vor Begeisterung.

Wenn zwei sich streiten, freut sich Jutta Kleinschmidt

Dabei hatte Jutta Kleinschmidt bis zum Ende selbst nicht dran geglaubt. Erst auf der vorletzten Prüfung eröffnete sich plötzlich die Gelegenheit, Geschichte zu schreiben. Der lange Zeit führende Japaner Hiroshi Masuoka verbog sich auf den letzten Kilometern im Senegal die Aufhängung und fiel hinter seine Mitsubishi-Teamkollegin zurück.

Auch Konkurrent Jean-Louis Schlesser, der zwei Etappen vor dem Ziel in Dakar ebenfalls deutlich vor Jutta Kleinschmidt gelegen hatte, fiel zurück. Die Stewards belegten den Franzosen mit einer Zeitstrafe von einer Stunde, weil er sich am Start vorgedrängelt hatte. Der Plan Masuoka dadurch in einen Fehler zu hetzen gelang zwar. Am Ende machten die Kommissare dem pfiffigen Franzosen aber einen Strich durch die Rechnung.

Magenkrämpfe vor dem großen Triumph

Von Platz drei wurde Kleinschmidt mit ihrem Pajero in die Führungsposition gespült. Am letzten Tag galt es nur noch einen kurzen Sprint über 25 Kilometer in den Stranddünen von Dakar zu absolvieren. "Ich habe die Nacht vorher sehr schlecht geschlafen", erinnert sich Jutta Kleinschmidt an ihren großen Tag. "Ich hatte Magenkrämpfe und Angst, dass ich alles wegschmeißen könnte."

Nach mehr als 10.000 Kilometern quer durch Afrika retteten Jutta Kleinschmidt und ihr deutscher Beifahrer Andreas Schulz 2:39 Minuten Vorsprung ins Ziel. Erstmals sicherte sich damit eine Frau die Trophäe für den schnellsten Fahrer in der Autowertung. "Die erste Frau zu sein ist nicht das wichtigste für mich", erklärte die studierte Phyikern cool. "In erster Linie bin ich ein Fahrer."

Einmaliger Erfolg für Jutta Kleinschmidt

Pechvogel Masuoka konnte sich mit zwei Gesamtsiegen in den Folgejahren erfolgreich für die unglückliche Niederlage revanchieren. Jutta Kleinschmidt wurde 2002 immerhin noch einmal Zweite. Anschließend ging die Wahlmonegassin für Volkswagen an den Start, konnte dabei aber nicht mehr an die alten Erfolge anknüpfen. Auch beim letzten Anlauf 2007 mit dem BMW X-Raid-Team konnte sich Jutta Kleinschmidt auf Rang 15 nicht wie gewohnt in Szene setzen.

Als Gaststarterin bei Straßenrennen und als Instruktorin ist die passionierte Helikopter-Pilotin auch heute noch dem Motorsport treu geblieben. Zusätzlich hält Jutta Kleinschmidt als Motivationstrainerin Vorträge und Seminare für Firmen.

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