Kundenautos

Samstag fliegen die Fetzen

Foto: dpa

Noch ist nicht ganz klar, wer es tut, und auch noch nicht, gegen wen es geht, aber fest steht: Nach dem Qualifying in Melbourne soll offiziell Protest gegen abgekupferte Kunden-Autos eingereicht werden.

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Colin Kolles gibt sich geheimnisvoll: "Ich habe eine klare Meinung zu dieser Situation. Lasst uns den Samstag abwarten." Der Spyker-Teamchef hält es nach wie vor für unakzeptabel, dass Super Aguri und Toro Rosso in Melbourne mit Autos antreten, die sie seiner Meinung nach nicht selbst entwickelt haben.

Schon vor zwei Monaten zettelte der Ungar als Rädelsführer einen Protestruf an, dem zumindest Frank Williams offen folgte. Beide machten einen Kompromissvorschlag, den die betroffenen Teams glattweg ablehnten. Sie hätten nach Kolles Willen zwar an der WM teilnehmen dürfen, wären aber nicht punktberechtigt und könnten damit in der Konstrukteurstabelle dem holländischen Spyker-Team keine millionenschweren Punkteprämien abspenstig machen.

Keiner ist langsamer als Spyker

Kolles Ärger ist aktueller denn je. Der Super Aguri ist zwar augenscheinlich kein Abklatsch des aktuellen Honda RA107, soll aber vom Vorgänger RA106 abgekupfert und leicht modifiziert sein. Das veraltete Plagiat ist pikanterweise am Freitag (16.3.) mit den Rängen elf und 13 klar schneller als die aktuellen Werks-Honda gewesen.

Auch der schnellste Toro Rosso, eine unverhohlene Kopie des Red Bull RB3 platzierte sich als 19. mit sieben Zehntelsekunden Vorsprung vor dem besten Spyker (Adrian Sutil auf Rang 20). Lediglich Vitantonio Liuzzi, der bei einem Dreher seinen Unterboden beschädigte, war langsamer als die aus Geldmangel modifizierten Vorjahres-Spyker.

Juristisch auf der sicheren Seite?

Die Protestler haben vereinbahrt, am Samstag nach dem Qualifying zuzuschlagen, falls die Beklagten nicht vorher einlenken. Sowohl bei Toro Rosso als auch bei Super Aguri wähnt man sich aber juristisch auf der sicheren Seite.

Da es sich nicht um einen sportlichen Regelverstoß handelt, sondern um Vertragsbruch gegen Artikel drei des Concorde-Abkommens ist weder ein Protest bei der Rennleitung in Melbourne, noch bei der FIA hilfreich. Stattdessen müsste vor einem Zivilgericht verhandelt werden.

Welche rechtlichen Schritte tatsächlich eingeleitet werden, wer sich daran beteiligt, und ob sowohl Toro Rosso als auch Super Aguri betroffen sind, lässt Colin Kolles offen. Toro Rosso-Teamchef Franz Tost gibt sich gelassen: "Sie können tun, was immer sie wollen."

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