Lausitzringrennen vor der Annullierung?

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Am Mittwochnachmittag (23.5.) wird in der Zentrale des Deutschen Motorsport Bundes in Frankfurt eine Sondersitzung zur Aufarbeitung des vergangenen DTM-Lauf auf dem Lausitzring abgehalten.

Offenbar besteht nach dem Skandalrennen vom Wochenende, das wegen diverser Reglementsverstöße zur Farce wurde, Handlungsbedarf. Renndirektor Roland Bruynseraede, der Vorsitzende der Sportkommissare Wilfried Zametzer sowie der DTM-Delegierte des DMSB, Michael Schwägerl, wurden aufgefordert, bis heute einen umfassenden Bericht über die Abläufe während des Rennens zu erstellen. Alle drei Personen, besonders jedoch Bruynseraede und Zametzer, stehen im Mittelpunkt der Kritik.

DieSondersitzung der DTM-Kommission beginnt heute um 15.00 Uhr. Teilnehmersind DMSB-Präsident Hermann Tomczyk, DMSB-Automobilsport-LeiterChristian Schacht, DMSB-Generalsekretär Michael Engel, ITR-PräsidentHans Werner Aufrecht, Norisring-Organisator Gernot Leistner alsVeranstalter-Vertreter sowie Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich undHWA-Teammanager Hans-Jürgen Mattheis als Abgesandter von Mercedes.Bruynseraede, Zametzer und Schwägerl werden nicht anwesend sein.

Fehler aller Beteiligten

Hauptaugenmerk legen die DMSB-Funktionäre auf die Fehler, die alle Beteiligten – Rennleitung wie auch Teams und Fahrer – während der ersten SafetyCar-Phase gemacht haben. Laut Artikel 35.6 des Sportlichen Reglements wird ein Boxenstopp so lange nicht als Pflichtstopp gewertet, bis alle Fahrzeuge in einer Reihe hinter dem Safety Car fahren und die Meldung"Boxengasse geöffnet" auf den Monitoren der Zeitnahme erscheint. Gegen diese Regel haben nahezu alle Teams verstoßen; sie hätten also später einen weiteren, zusätzlichen Stopp einlegen müssen – oder mit 40 Strafsekunden nach dem Rennen belangt werden müssen.

Während der zweiten Safety Car-Phase war die Anwendung dieser Regel jedoch hinfällig, weil das Signal "Safety Car deployed“, also der Hinweis dass das Safety Car auf die Strecke geschickt worden ist, nie auf den Zeitnahme-Monitoren erschienen ist.

Rennleitung nicht auf Ballhöhe

Die Rennleitung war während der ersten von zwei Safety Car-Phasen nicht in der Lage, das Rennen nach dem sportlichen Reglement ordnungsgemäß durchzuführen. Dass das Safety Car nach einem Unfall von Audi-Novize Markus Winkelhock erst zwei Runden zu spät auf die Strecke ging, ist nur einer von vielen Punkten, die nun exakt analysiert werden müssen. Ebenso, wieso das Safety Car erst hinter den beiden Führenden Mika Häkkinen und Bruno Spengler auf die Bahn ging und sich dabei vor Bernd Schneider als vermeintlich Führenden setzte. Denn dadurch konnten Häkkinen und Spengler nahezu eine Runde Vorsprung herausfahren, weswegen das Safety Car später ein zweites Mal auf die Strecke ging, um die "richtige“ Reihenfolge wieder herzustellen.

Dass das Safety Car dabei viel zu langsam fuhr, ist ein weiterer Diskussionspunkt. Denn dabei kühlten Reifen und Bremsen der DTM-Autos derart ab, dass ein sicheres Fahren zunächst nicht mehr gewährleistet war. Unklar ist auch, warum auf der Nachrichtenseite der Zeitnahme-Monitore nicht vermeldet wurde, dass während der zweiten Safety Car Phase alle Piloten bis auf Häkkinen und di Resta das Führungsfahrzeug überholen durften, damit es vor Häkkinen das Feld sammelt.

Das Ende der DTM drohte

Audi hat auf einen Protest gegen die Wertung letztlich großzügig verzichtet – wohl auch, weil die Protestfrist nahte und der Protest nichteinwandfrei formuliert war. Besonders aber, weil man einsah, dass an diesem Wochenende die A4 den Mercedes C-Klassen – ob neu oder alt – deutlich unterlegen waren. Zudem drohte Mercedes-Sportchef Norbert Haug in seiner ersten Erregung über etwaige Protestgedanken seitens Audi mit dem Fernbleiben seiner Autos beim nächsten Lauf in Brands Hatch. Das wiederum hätte das Ende der DTM bedeutet.

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