McLaren

Spion enttarnt

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Das McLaren-Team gibt zu, dass ein Ferrari-Mitarbeiter einem der eigenen Ingenieure geheime Informationen auf privater Basis zugeschanzt hat.

Laut einer McLaren-Pressemitteilung hat das in der Formel 1-WM  führende Formel 1-Team am Dienstag (3.7.) durch die im Fall Stepney ermittelnde Behörde in Italien erfahren, dass es in den eigenen Reihen einen Mitarbeiter gibt, dem privat von einem Ferrari-Angestellten ein Paket mit technischen Informationen  zugespielt wurde. Laut Aussage von McLaren handelt es sich um einen leitenden Angestellten im Technikbüro. Er soll im April 2007 ein Paket mit vertraulichen Informationen über den Ferrari F2007 erhalten haben.l.

Namen nannte McLaren dabei nicht. Das Team teilte mit, dass es in keiner Weise in den Spionagefall verstrickt sei, und den betreffenden Mitarbeiter umgehend entlassen habe. Zudem sagte der Rennstall von Ron Dennis jegliche Unterstützung bei der Untersuchung des Falles zu.  

McLaren kündigte an, keine weiteren Informationen zu diesem Vorfall herauszugeben. Inzwischen sickerte aber durch, dass es sich bei dem Ferrari-Mann um den unter Spionageverdacht stehenden Nigel Stepney handeln soll. Der Fabrikchef der Roten wurde am Vormittag von Ferrari entlassen. Stepney bestreitet weiter sämtliche Vorwürfe gegen ihn.

In der Formel 1-Szene wird nun auch der Name des Addressaten  kolportiert. Angeblich handelt es sich bei dem McLaren-Mitarbeiter um Mike Coughlan. Der 48-jährige Engländer arbeitet seit 2003 bei dem englischen Rennstall und gehörte in der Hierarchie des Technikbüros der Führungsebene an. Coughlan und Stepney kennen sich seit 17 Jahren. Beide arbeiteten schon 1990 unter John Barnard bei Benetton. Coughlan als Ingenieur, Stepney als Mechaniker. Mitte der 90er Jahre trafen sie sich bei Ferrari wieder.

McLaren ging mit dem Vorfall umgehend an die Öffentlichkeit, um klarzustellen, dass man nicht von den Informationen profitiert habe. Deshalb hat man Ferrari auch jede Hilfe bei der Aufklärung des Falles angeboten. Das Wissen über technische Details des Ferrari F2007 hätte für McLaren ohnehin nur wenig Nutzen. Beide Autos sind viel zu verschieden. Der Ferrari hat zum Beispiel einen um 13 Zentimeter längeren Radstand, was ein komplett anderes Aerodynamik-Konzept bedingt als das des relativ kurzen McLaren MP4-22. Außerdem existiert unter den Top-Teams ein Ehrenkodex, versuchte Werksspionage im Keim zu ersticken. Wer sich mit geheimen technischen Informationen über ein Konkurrenz-Auto an anderer Stelle bewirbt, wird sofort abgelehnt.

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