Porsche 911 RSR in Le Mans 2018

Historische Designs für den Rennelfer

Porsche 911 RSR - Le Mans 2018 - 24h-Rennen Foto: Porsche 13 Bilder

Porsche kämpft 2018 nicht um den Gesamtsieg in Le Mans. Es geht für Weissach um die GT-Krone. Zwei der zehn eingesetzten 911 RSR lackiert Porsche in historischen Designs. Das macht die Rennwagen zwar nicht schneller, dafür wecken sie Erinnerungen an die guten alten Rennsportzeiten.

Die Le Mans-Topklasse muss in diesem Jahr ohne Porsche auskommen. Dafür stockt Porsche sein GT-Aufgebot auf. Zehn 911 RSR stehen bei der 86. Ausgabe des Langstreckenklassikers am Start. Vier davon setzt Porsche selbst ein. Um die restliche Flotte kümmern sich Kundenteams. Der 20. Gesamtsieg an der Sarthe würde schon einem Sechser im Lotto gleichkommen. Dafür müssten praktische alle LMP1-Renner um Topfavorit Toyota und alle LMP2-Autos stolpern. Porsche peilt stattdessen den 104. Klassensieg in Le Mans an. Gegen die Konkurrenz um Ford GT, Ferrari 488 GTE EVO, BMW M8 GTE, Aston Martin Vantage AMR und Chevrolet Corvette C7.R.

Seit 1951 sind die schwäbischen Rennwagen nicht mehr aus der Startaufstellung des berühmtesten 24h-Rennens der Welt wegzudenken. Einige der Rennwagen stachen nicht nur durch Leistung, sondern auch durch ihre Lackierung heraus. So zum Beispiel der Porsche 917/20 aus dem Jahr 1971.

Das „Comeback“ der Porsche-Sau

Der Sportwagen-Prototyp ist eine Mischung aus Kurz- und Langheckversion mit stark abgerundeten Radhäusern. Charakteristisch ist aber insbesondere der Lack, der dem 917/20 den Spitznamen „Rosa Sau“, „dicke Berta“ und „Trüffeljäger“ einbrachte. Porsche-Designer Anatole Lapine ließ den 917 rosafarben lackieren und einzelne Schweineteile wie Hals, Ripple oder Haxen aufzeichnen. Der über 950.000 Euro teure Porsche 911 RSR mit der Startnummer 92 trägt in Le Mans dieses legendäre Design. Und wird dadurch noch wertvoller. Der Museumsplatz jedenfalls dürfte ihm schon sicher sein. Die Fahrer Kevin Estre, Michael Christensen und Laurens Vanthoor werden hoffen, dass es ihnen nicht wie einst Reinhold Joest und Willi Kauhsen ergeht, die 1971 ausschieden.

Rennautos und ihre Spitznamen
Teekessel, Sau, Tausendfüßer

Das Schwesterauto mit der Startnummer 91, gefahren von Gianmaria Bruni, Richard Lietz und Frédéric Makowiecki, taucht im bekannten Rothmans-Dekor auf. Eine Lackierung in den Grundfarben blau und weiß mit rot-goldenen Streifen. In der Farbgebung des britischen Tabakherstellers raste Porsche zu vier Gesamtsiegen in Le Mans. 1982 und 1983 mit dem 956 C, der sich mit umgedrehten Flügelprofilen und einem speziell gestalteten Unterboden der Ground-Effekt-Idee aus der Formel 1 bediente. 1986 und 1987 mit dem 962 C. Zunächst mit 2,6-Liter-Sechszylinder, später mit Dreiliter-Turbo. Der letzte Porsche-Erfolg in der LMGTE Pro liegt schon ein paar Jahre zurück. Zum damaligen Doppelsieg der beiden 911 RSR mit 4,0-Liter-Sechszylinder und rund 460 PS kam 2013 noch der erste Platz mit dem 997 RSR in der GT-Klasse für Gentlemen-Fahrer.

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