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Porsche-Kampfansage an Toyota

„Wir wollen den Hattrick“

Porsche 919 Hybrid - Startnummer #1 - 24h-Rennen Le Mans 2017 - Qualifying Foto: Porsche 21 Bilder

Toyota geht nach den Testfahrten und dem Training als Favorit in die 24 Stunden von Le Mans. Trotzdem schickt Porsche LMP1-Chef Fritz Enzinger eine Kampfansage an die Japaner: „Wir wollen den Hattrick“.

17.06.2017 Michael Schmidt Powered by

Auf dem Papier ist Toyota klarer Favorit. Die Japaner haben die ersten beiden WM-Läufe in Silverstone und Spa gewonnen, sie haben den Vortest dominiert und haben im Training mit 3.14,791 und 251,9 km/h Schnitt eine überragende Bestzeit aufgestellt. Porsche verlor auf die Bestzeit 2,468 Sekunden. Auf der anderen Seiten spricht die Statistik für die Schwaben. Sie haben bei 67 Starts in Le Mans 18 Siege abgeräumt. Toyota hat es bis zu diesem Jahr 18 Mal probiert, aber noch nie gewonnen.

LMP1-Chef Fritz Enzinger gibt zu, dass Kamui Kobayashis Trainingsbestzeit für Porsche außer Reichweite gelegen wäre. Man selbst hätte aber durchaus noch schneller fahren können, hätte Neel Jani eine freie Runde gehabt. Aufgrund der Longrun-Analysen schätzt Enzinger den wahren Unterschied auf rund eine Sekunde ein. Trotzdem traut er sich zu sagen: „Wir wollen den Hattrick und glauben, dass wir es schaffen können.“

Nach den Siegen 2015 und 2016 gab es für Porsche nur eine Richtung. „Uns bleibt nichts anderes übrig, als unseren Titel ein zweites Mal zu verteidigen.“ Es könnte ja auch das letzte Mal sein. Die Zukunft von Porsche in der LMP1 schwebt noch in den Sternen. Viel hängt davon ab, ob mit Peugeot 2020 ein dritter Hersteller nach Le Mans kommt.

Keine Angst vor Toyota

Der Optimismus stützt sich auf vier erfolgreiche 30-Stunden-Testläufe und die unendliche Le Mans-Erfahrung des schwäbischen Sportwagen-Herstellers. Der erste Marathon-Test fand noch im Dezember 2016 statt. Der letzte in Aragon nach dem Rennen in Spa. Enzinger fasst das gewachsene Selbstvertrauen des Rekordsiegers von Le Mans in einen Satz: „Toyota ist schnell, aber wir haben keine Angst vor ihnen.“

Eine Sekunde Unterschied mag überschaubar sein, aber wenn Toyota das Tempo durchhalten kann, dann sind das in 100 Runden eben auch 100 Sekunden. Wie will Porsche das aufholen? Da kommt die Besonderheit des Langstreckenrennens in Le Mans ins Spiel. „Es kann so viel passieren hier. Und wenn es nur die Hitze ist. Keiner weiß, was die Reifen dann machen, weil wir sie nicht bei so heißen Temperaturen getestet haben. Und keiner weiß, wie der Veranstalter die Regel mit der Cockpit-Temperatur handhaben wird. Wir können eigentlich entspannt sein, weil wir eine Klimaanlage im Auto haben.“

Das Wort „eigentlich“ deutet schon an, dass es hier noch Interpretationsspielraum gibt. Der ACO will erst am Morgen des Rennens verkünden, wie streng er die Regel mit der Cockpithitze handhabt. Eigentlich gilt für Autos ohne Klimaanalage, dass über 32 Grad Außentemperatur kein Fahrer mehr als 80 Minuten am Stück fahren darf. Das könnte Toyota blühen, denn die Klimaanlage im TS050H kühlt nur die Batterien. Doch offenbar haben die Japaner gute Lobbyarbeit betrieben, weil man den Veranstalter zum Nachdenken angeregt hat.

Das dritte Auto beruhigt, kostet aber 10 Millionen

Gegen einen Nachteil kann Porsche nichts tun. Toyota tritt mit drei Fahrzeugen an, Porsche mit zwei. Das erhöht zumindest mathematisch die Chancen darauf, dass ein Auto ohne Probleme durchkommt. „Es ist natürlich komfortabel, wenn du drei Autos am Start hast. Es beruhigt. In Le Mans bist du mehr als anderswo vom Rennglück abhängig. Letztes Jahr hat ein LMP2-Auto in den letzten Stunden viele Trümmer auf der Strecke verteilt. Wenn deine Fahrer zur falschen Zeit am falschen Ort sind, erwischt es dich. Du lernst das Rennglück zu schätzen, wenn du zwei Mal hintereinander gewonnen hast“, sagt Enzinger.

Porsche hat 2015 mit dem Auto Nummer 3 gewonnen. Es war das Auto mit den wenigsten Problemen. Und doch fiel die Entscheidung sich auf zwei Fahrzeuge zu beschränken, bevor Toyota sein drittes Auto bekannt gab. Aus Prinzip. Porsche spart sich damit 10 Millionen Euro. „Du brauchst für ein drittes Auto eine separate Crew von 15 Leuten. Es bringt nichts, wenn du dadurch die anderen beiden Teams schwächst“, erklärt Porsches LMP1-Chef. „Diese Leute müssen über einen Zeitraum von einem halben Jahr auf ihre Aufgabe vorbereitet werden, auch bei einem echten Renneinsatz vor dem Klassiker in Le Mans.“

Enzinger hat für BMW in der Formel 1 gearbeitet, aber nichts reißt einen mit wie der Mythos Le Mans und mit ihm verbunden der Mythos Porsche. „Als ich 2011 angefangen habe das Projekt aufzubauen, da bin ich irgendwann durch unser Museum gegangen. Da spürst du zum ersten Mal, was Le Mans für diese Firma bedeutet. Das Rennen versetzt ein ganzes Unternehmen in Bewegung.“

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