Prodrive

F1-Einstieg verzögert sich

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Prodrive wird nicht wie geplant in der kommenden Formel 1-Saison als McLaren-Kundenteam an den Start gehen. Wie aus McLaren-Kreisen bekannt wurde, plant man vorerst nicht mehr mit einer Zusammenarbeit mit dem Team aus Banbury.

Ohne wirkliche Alternativen scheint sich der Einstieg der Briten auf 2009 zu verzögern. Bis zur kommenden Saison müssten einfach noch zu viele Hürden überwunden werden. Als erstes steht das laufende Gerichtsverfahren mit Williams an. Am 24. Oktober wird die FIA in London darüber entscheiden, ob Kundenteams überhaupt zulässig sind. Von dieser Entscheidung sind unter anderem auch Toro Rosso und Super Aguri betroffen.

Problem McLaren

Ein weiteres Problem ist die Spionage-Affäre. Die FIA hat angekündigt, das 2008er Auto von McLaren noch einmal auf eventuelle Ferrari-Entwicklungen zu untersuchen. Sollte der Weltverband dabei fündig werden, wären natürlich auch die Kundenautos illegal. Auch die noch ausstehende Erneuerung des Concorde Agreement belastet den Start. Nach dem alten Abkommen wären Kundenteams von den Erfolgsprämien ausgeschlossen. Als Einnahmen stehen ihnen nur die Startgelder zu.

Zwar hat Prodrive-Chef David Richards bereits bestätigt, dass er gar nicht mit Erfolgsprämien rechnet, trotzdem könnte ein neues Agreement die Einstiegsbedingungen beeinflussen. Für die geplanten Prodrive-Sponsoren war das nun alles ein wenig zu viel Unsicherheit.

Sponsoren wurden unruhig

Ein großes Problem ist für Prodrive, dass die Geldgeber zum großen Teil durch McLaren-Beziehungen an Land gezogen wurden. Als Hauptsponsor stand bereits die isländische "Baugur Group" parat. Die Investmentfirma erreichte 2007 mit Supermärkten, Bekleidungsgeschäften und Juwelierketten einen Jahresumsatz von rund 14 Milliarden Euro. Doch ohne die Erfolgsversicherung McLaren dürfte es schwer werden, neue potente Investoren und Sponsoren zu finden.

Kein Geld, keine Fabrik, keine Mechaniker, keine Fahrer - das Projekt Formel 1-Einstieg müsste ohne die Hilfe aus Woking ganz von vorne beginnen. Medienspekulationen zu Folge könnte Renault im Notfall einspringen. Doch es ist höchst unwahrscheinlich, dass ein Team in der kurzen Zeit die Logistik für zwei zusätzliche Autos stemmen kann. Zudem wäre die Sponsorenfrage damit auch noch nicht geklärt. Am wahrscheinlichsten ist, dass David Richards noch ein Jahr warten muss, bis alle Fragen geklärt sind.

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