Ralf Schumacher und die Zukunft

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Ralf Schumacher bestreitet in Brasilien sein letztes Rennen für das in Köln ansässige Toyota-Werksteam. Die Frage lautet: Bestreitet er auch sein letztes Rennen in der Formel 1? Der 32-jährige Deutsche glaubt nach wie vor fest an eine Fortsetzung seiner Formel 1-Karriere.

"Das Interlagos-Rennen in Brasilien wird definitiv nicht mein letztes Formel 1-Rennen sein", insistiert der Bruder des siebenfachen Weltmeisters Michael Schumacher. Der Optimismus speist sich nach seiner Lesart aus zwei Optionen für die Saison 2008 - die eine davon ist mit großer Wahrscheinlichkeit das Spyker-Team. Doch es scheint auch noch eine Alternative zu geben: "Wo ich fahren werde und ob ich im nächsten Jahr auch in meinem Wunschteam antreten kann, das weiß ich im Moment noch nicht", beharrt Ralf Schumacher.

Zweite Alternative?

Aus dieser Aussage lässt sich indirekt ableiten, dass Schumacher auch mit einem prominenteren Formel 1-Team in Verhandlungen steht, dass dann offensichtlich sein Wunschteam für die Saison 2008 wäre. Welches Team das ist - das bleibt freilich im Dunkeln. "Wir reden im Moment und ich rechne damit, dass sich die Verhandlungen noch mindestens einen Monat hinziehen werden."

Die Frage, ob denn das kleine Hinterbänkler-Team Spyker, das beim Großen Preis in China gerade erst seinen ersten WM-Punkt der Saison 2007 einfuhr, für einen sechsfachen WM-Laufsieger überhaupt eine adäquate Herausforderung sei, beantwortet Ralf Schumacher süffisant-lakonisch: "Die Frage könnte ich mir im Nachhinein auch für meine Zeit bei Toyota stellen." Abgesehen vom fürstlichen Gehalt blieben alle sportlichen Ziele, die zu Beginn der Partnerschaft zwischen Ralf Schumacher und dem japanischen Autogiganten abgesteckt wurden, unerreicht: Toyota konnte in den vergangenen drei Jahren kein Rennen gewinnen.

Vorteil Erfahrung

Schumacher behauptet: "Meine Motivation hat in den letzten Jahren darunter nicht gelitten. Ich habe noch immer Spaß an der Formel 1, es gibt nichts Aufregenderes, als einen GP-Boliden zu pilotieren." Schumacher, der in der Branche als guter Abstimmer gilt, glaubt weiter, dass seine Fähigkeiten im nächsten Jahr, wenn die elektronischen Helferlein wie Traktionskontrolle und Motorbremse aus der Formel 1 verbannt werden, gefragt sein könnten: "Wir erleben ja im Moment auf Grund des großen Erfolges von Lewis Hamilton wieder einen Jugendwahn in der Formel 1, aber das wird sich auch wieder beruhigen. Erfahrung wird ein wichtiges Kriterium bleiben."

Wird die Formel 1 ohne Traktionskontrolle besseren Motorsport bieten? "Der Wegfall der Elektronik wird die Kluft zwischen guten und schlechten Teams eher noch vergößern", analysiert Schumacher, "weil man mögliche Schwächen beim Grundkonzept des Autos oder beim mechanischen Grip nicht mehr über die Traktionskontrolle kaschieren kann."

Auf die Frage, ob ihm das große Überangebot an deutschen Piloten in der Formel 1 bei den anstehenden Vertragsverhandlungen zum Verhängnis werden könnte, gibt Schumacher eine selbstbewußte Antwort:"Ich sehe da kein Problem." Der Deutsche hat noch Ziele in der Formel 1: "Ich war zwar sportlich betrachtet schon einmal näher dran, Weltmeister zu werden, als im Moment. Aber ich bin immer noch wettbewerbsfähig."

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