Rallye Monte Carlo 2008

Foto: McKlein 38 Bilder

Der Turini ist zurück! Das ist die wohl wichtigste Schlagzeile im Vorfeld der Rallye Monte Carlo (24.1. - 27.1.). Die legendäre Paßstraße über den Col de Turini ist seit jeher ein Magnet für die Fans. Am abschließenden Sonntag überqueren die Rallye-Cracks zweimal den wohl berühmtesten Wallfahrtsort der Rallyegeschichte.

Zum ersten Mal seit vielen Jahren wird bei der Rallye Monte Carlo nicht an drei, sondern an vier Tagen um die Wette gefahren. Am frühen Donnerstag Abend stehen in der Nähe von Valence schon zwei Wertungsprüfungen über insgesamt 45 Kilometer auf dem Programm.

"Die Rallye findet diesmal in drei verschiedenen Regionen statt", sagt Weltmeister Sébastien Loeb. "Die Prüfungen am Donnerstag sind schnell, mit weiten Kurven auf glattem Belag. Am Freitag und am Samstag in der Ardèche geht es enger zu, und die Pisten sind deutlich welliger." Am Sonntag geht’s zweimal, ab neun Uhr und dann noch als ab elf Uhr, über den Col de Turini. "Darauf freue ich mich ganz besonders", sagt der viermalige Monte-Sieger aus Frankreich. Vorjahressieger Loeb, dessen Citroen C4 WRC erstmals mit einem weiterentwickelten Motor ausgerüstet ist, gilt natürlich auch 2008 als Topfavorit.

Einheitsreifen von Pirelli als große Unbekannte

Die große Unbekannte in diesem Jahr ist der Einheitsreifen von Pirelli. Seit der italienische Konzern vor rund einem Jahr die Ausschreibung der FIA völlig überraschend gewann, rätseln alle im WM-Zirkus: Wie wird sich das Verbot der Mousse auswirken? Muss man bei jedem Plattfuß halten und umständlich das Rad wechseln? Die Reifenwahl selbst ist 2008 mangels Optionen so simpel wie noch nie: Zur Auswahl stehen drei Reifentypen: ein Pneu für trockenes Geläuf sowie zwei Schneereifen, mit und ohne Spikes.

Während Citroen mit Loeb und Dani Sordo nur zwei Eisen im Feuer hat, fährt Ford zumindest zahlenmäßig in einer anderen Kategorie: In den Werks-Focus agieren die beiden Finnen Mikko Hirvonen und Jari-Matti Latvala, der den in Rente gegangenen Marcus Grönholm ersetzt. Ebenfalls in einem Focus der neuesten Spezifikation treten im Stobart-Team vier Mann an: Von Matthew Wilson und Henning Solberg darf man wohl keine Wunderdinge erwarten. Die beiden anderen Stobart-Fahrer gehören aber durchaus zum erweiterten Favoriten-Kreis: Der Italiener Gigi Galli gibt nach neun Monaten Zwangspause wegen akutem Geldmangel sein Comeback und der Belgier Francois Duval bewies im letzten August bei der Deutschland Rallye mit Platz zwei, dass er auf Asphalt zu den allerschnellsten gehört.

Nach fünf Jahren Pause meldet sich der Franzose zurück

Auf einen leichten Aufwärtstrend hofft man bei Subaru, wohingegen es bei Suzuki schon als großer Erfolg gelten würde, wenn die Fahrer Per-Gunnar Andersson und Toni Gardemeister ohne Probleme alle Prüfungen zu Ende fahren könnten.

Weitaus mehr Unterhaltungswert als die SX4-Fahrer besitzt auf jeden Fall Francois Delecour, Rallye-Vizeweltmeister von 1993. Nach sage und schreibe fünf Jahren WM-Pause meldet sich der Franzose im WM-Zirkus zurück. Mit einem privat eingesetzten Peugeot 307 WRC will der inzwischen 45-Jährige Delecour an alte Erfolge anknüpfen - und das waren nicht wenige: 1994 gewann er mit einem Ford Escort zum Beispiel eben die Rallye Monte Carlo.

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