Rallye Sardinien

Loeb draußen, Grönholm gewinnt

Foto: McKlein 46 Bilder

Überraschend hat Marcus Grönholm mit Beifahrer Timo Rautiainen doch noch den italienischen WM-Lauf gewonnen. Das Ford-Duo profitierte von einem Fahrfehler des zuvor souverän führenden Citroën-Piloten Sébastien Loeb.

Am Samstagabend (19.5.) reagierte Sébastien Loeb erstaunt auf den Einwurf eines TV-Journalisten, er habe die Lage auf Sardinien doch eherl ocker im Griff und könne bequem auf die Zwischenzeiten von Konkkurent Marcus Grönholm reagieren. "Das glauben Sie. Die Wahrheit ist, dass ich wirklich ständig Druck machen muss, um Marcus Tempo mitzugehen."

Dass der Citroën-Fahrer trotz sieben Bestzeiten auf den zwölf Prüfungen der ersten beiden Etappen tatsächlich am Limit war, zeigte er am Sonntagmorgen. Auf der ersten von sechs kurzen Abschlussprüfungen drehte sich der Weltmeister und rodelte in einen Graben, aus dem es kein Entkommen gab. 

Doppelsieg für Ford

Loeb verlor die Rallye und damit auch die Tabellenführung an Marcus Grönholm. Es war die erste Niederlage des Franzosen und des Citroen C4 auf Schotter. Wegen des Superally-Systems wurde der Elsässer trotz sechs nicht beendeter Wertungsprüfungen noch als 15. gewertet.

Marcus Grönholm beschränkte sich am Finaltag darauf, seinen Ford Focus ohne Blessuren zum zweiten Saisonsieg ins Ziel zu bringen. Mikko Hirvonen machte als Zweiter den doppelten Ford-Triumph perfekt. Zwar konnte Daniel Sordo in einem spannenden Kampf mit Ford-Mann Henning Solberg noch Rang drei für Citroën sichern, doch in der Marken-Wertung liegt der amtierende Weltmeister Ford bereits neun Punkte vor den französischen Rückkehrern.

Petter Solberg unscheinbarer Fünfter

Dahinter waren die Positionen bereits am Samstag bezogen. Petter Solberg landete im Subaru hinter seinem älteren Bruder auf Rang fünf. Toni Gardemeister sicherte sich die Wertung als bester Privatfahrer im Mitsubishi Lancer vor Manfred Stohl im Kronos-Citroën.

Nachwuchsmann Juho Hanninen holte sich beim ersten WM-Einsatz mit einem World Rally Car als Achter seinen ersten WM-Zähler. Landsmann Jari-Matti Latvala war dagegen der Pechvogel der Rallye. Nach einem Aufhängungsschaden auf der ersten Etappe auf Rang 14 zurückgefallen, reichte es bei der Aufholjagd nur zum punktelosen neunten Platz. Dahinter landete der nach einem Ausrutscher bescheiden agierende Chris Atkinson im zweiten Subaru auf Rang zehn.

Burkart belegt Rang vier

Feiern konnte dagegen Aaron Burkart. Der Deutsche belegte den 17. Gesamtrang und holte sich im Citroën C2 in der Junior-WM-Wertung Rang vier, nachdem der knapp vor ihm liegende Weltmeister Patrick Sandell mit seinem Renault Clio auf der 15. Prüfung ausgeschieden war. Den Sieg in der Junioren-Wertung eroberte der Este Urmo Aava in einem Suzuki Swift.

Ergebnis Rallye Sardinien:

1. Grönholm/Rautiainen, Ford: 3:48:42,0 h.
2. Hirvonen/Lehtinen, Ford: + 29,2 s.
3. Sordo/Marti, Citroën: + 1:21,8 min.
4. H.Solberg/Menkerud, Ford: + 1:36,6 min.
5. P.Solberg/Mills, Subaru: + 2:34,2 min.
6. Gardemeister/Honkkanen, Mitsubishi: + 5:02,1 min.
7. Stohl/Minor, Citroën: + 5:28,6 min.
8. Hanninen/Markkula, Mitsubishi: + 9:31,7 min.

WM-Stand Fahrer nach sieben von 16 Läufen:

1. Grönholm: 55 P.
2. Loeb: 48 P.
3. Hirvonen: 44 P.
4. Sordo: 28 P.
5. H.Solberg: 20 P.
6. P.Solberg: 20 P.

WM-Stand Marken:

1. Ford: 81 P.
2. Citroën: 72 P.
3. Stobart-Ford: 30 P.
4. Subaru: 29 P.
5. Kronos-Citroën: 22 P.

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