Roborace Devbot 2

Autonomes Rennauto mit Fahrer

Roborace Devbot 2 Foto: Roborace 13 Bilder

Die erste autonome Rennserie Roborace hat sein Auto für die Debütsaison vorgestellt. Im Gegensatz zu früheren Ankündigungen soll nun doch ein Fahrer an Bord sein, der die Software unterstützt und im Notfall eingreifen kann.

Die Roborace-Rennserie war 2015 mit großen Hoffnungen ins Leben gerufen worden. Futuristische Rennwagen sollten vollautonom auf der Strecke gegeneinander kämpfen. Im Gegensatz zu konventionellen Rennserien wollten die Organisatoren ganz auf Piloten verzichten. Es sollte ein Wettkampf der Ingenieure und Programmierer werden, die die Autos mit schlauer Software und Sensoren vollstopfen.

Doch drei Jahre später ist der Traum vom vollautonomen Rennauto erst einmal auf Eis gelegt. Die umfangreichen Testfahrten mit dem Versuchsträger „Devbot“ haben offenbar gezeigt, dass die komplexen Anforderungen für den Autopiloten mit dem derzeitigen Stand der Technik noch nicht so einfach umzusetzen sind.

Bei Showruns im Rahmen der Formel E oder zuletzt in Goodwood hatte der vollelektrische Protoyp zwar immerhin bewiesen, dass er abgesteckte Kurse ohne Unfall absolvieren kann, doch das Auto war dabei noch nicht im Renntempo unterwegs. Und Gegner befanden sich auch keine auf der Strecke.

Devbot 2.0 mit Pilot am Steuer

Nun haben die Verantwortlichen die Reißleine gezogen. Statt Autopiloten werden in der ersten Saison, die schon 2019 starten soll, nun doch Fahrer aus Fleisch und Blut am Steuer sitzen. Im Gegensatz zum futuristischen Vorgängermodell kommt das am Donnerstag (8.11.2018) beim WebSummit in Lissabon vorgestellte Einsatzfahrzeug „Devbot 2.0“ vergleichsweise konservativ daher.

Roborace Devbot 2 Foto: Roborace
Im Vergleich zum ersten "Devbot" kommt das neue Auto mit Cockpit deutlich weniger futuristisch daher.

Cockpit, Lenkrad, Heckflügel – das neue Roborace-Car erinnert auf den ersten Blick an einen herkömmlichen LMP2 Le-Mans-Prototypen. Doch nach Angaben der Entwickler basiert das Auto mit seinen vier insgesamt 540 KW starken Elektromotoren auf der Technik des Versuchsträger. Auch die Sensoren, die ein vollautonomisches Fahren ermöglichen, sind noch an Bord.

Und im Vergleich zu konventionellen Rennserien soll auch die Rolle des Fahrers eine etwas andere sein. Der Pilot bekommt künftig die Aufgabe, den Algorithmus des Autos während der Fahrt anzulernen. Der Entwicklungswettkampf der Programmierer besteht dann darin, die künstliche Intelligenz so einzustellen, dass sie irgendwann in der Lage ist selbstständig zu fahren.

Pilot und Auto-Pilot in Kombination

„Der Sieger ist am Ende die schnellste Kombination aus echtem Fahrer und Software. Das ist so, als würden sich bei einem Langstreckenrennen zwei unterschiedliche Piloten ein Cockpit teilen. In diesem Fall ist einer der beiden Fahrer aber der Computer“, erklärt Audi-Formel-E-Pilot und Roborace-CEO Lucas di Grassi das Konzept.

Der Einfluss des menschlichen Fahrers soll im Laufe der Jahre immer weiter reduziert werden, bis die Technik bereit ist für eine vollautomatische Rennserie. Noch gibt es aber nur wenige konkrete Ankündigungen. Wann die sogenannte „Season Alpha“ genau startet und welche Teams und Fahrer dann dabei sind, steht noch nicht fest. Das ursprüngliche Konzept sah vor, dass die Rennen im Rahmen der Formel E ausgetragen werden.

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