Sahara-Rallye Grand Erg 2013

Showdown in der Wüste

8. Sahara Rallye Grand Erg Tunesien 2013 Foto: Markus Schönfeld 47 Bilder

Dicke Dinger im Sand: Ende Mai brach ein gewaltiger Rallye-Tross in Richtung Sahara auf. Unser Reporter war live bei der 8. Rallye Grand Erg dabei und zeigt spektakuläre Bilder aus der Wüste.

Samstagmittag. Auftakt zur Wüstenrallye Grand Erg 2013. Dunkle Wolken hängen über Italiens größter Hafenstadt Genua. Zwölf Grad. Es regnet. Rallyeleiter Jörg Russler nimmt einen letzten Zug aus seiner Zigarette. Dann klettert mit durchnässter Jacke auf das Dach des gelben Volvo Lappländer von Jens Rosenberger und Sabine Merz. Als er seine erste offizielle Ansprache an den komplett versammelten Rallyetrupp unter ihm richtet, blickt er in 150 bibbernde, nass triefende Gesichter. Auf Staub, Hitze und Sonne waren sie alle vorbereitet. Kurze Garderobe, Sonnenschirme und Cremes mit maximalem Lichtschutzfaktor liegen in den Autos. Doch dicke, wasserfeste Kleidung? Fehlanzeige.

Reichlich Großgerät unterwegs

Das Feld der Rallye Grand Erg 2013 ist dieses Jahr besonders bunt gemischt. Neben den vielen MAN KAT-LKW, diversen Land Rover-Modellen und Toyotas sind auch die Marken Mercedes, Lada, Kia sowie endlich auch wieder Suzuki zu entdecken. Gleich vier aufgemotzte Samurai aus dem Raum Aschaffenburg haben sich zum Team Suzette zusammengeschlossen und wollen das Feld von hinten aufrollen.

Doch die Konkurrenz auf der Rallye Grand Erg 2013 ist stark. Auf den ersten heißen Etappen im tunesischen Sand können sich einige Teams von den Verfolgern absetzen. An der Spitze fährt der kurze Defender V8 der Eheleute Seip wie ein Schweizer Uhrwerk Tag für Tag Bestzeiten ein. Und das sogar in den gewaltigen Dünen im militärischen Sperrgebiet nahe der libyschen Grenze. Die Verfolger auf der Rallye Grand Erg 2013: Der Toyota HZJ von Vater und Sohn Kastner aus Österreich. Der Wagen hat schon die zwölfte Rallye auf dem Buckel und hält immer noch. Ihnen dicht auf den Fersen schnauft der gewaltige, 600 PS starke 8x8-KAT von Familie Britz aus dem Saarland. Und auch der eigenhändig aufgebaute Nissan Terrano von Christian Mühlbach und Andreas Malzer, der von ORC schön hergerichtete G500 von Michael Münch und Helmut Winter sowie der kurze Defender von Holger Grabatsch und Alexander Oberberger können das Tempo im Marathon der Rallye Grand Erg 2013 mithalten. Die Suzis haben dagegen oft mit technischen Problemen zu kämpfen und fallen in der Wertung zurück.

Überraschung zum Ende der Grand Erg 2013

Erst auf einer der letzten Etappen erwischt es auch die Gesamtführenden. Zunächst macht eine Steckachse Probleme, am folgenden Tag dann der Motor. Die Führung für Team Seip ist dahin. Und die Konkurrenz zieht vorbei. Am Ende profitiert das 8x8-Ungeheuer vom Team Britz. Der umgebaute Kat fährt nach einem zweiten Platz im vergangenen Jahr nun zum ersten mal den Gesamtsieg der Rallye Grand Erg 2013 ein. Als zweite werden die Kastners über die Ziellinie geschleppt – die Kopfdichtung des Toyo-Motors hat sich verabschiedet. Über den dritten Platz auf dem Podest freuen sich Holger Grabatsch und Alexander Oberberger.

Vor dem Club Aldiana heißt es jetzt traditionell: Sektdusche für alle. Und auch Grand-Erg-Schöpfer Jörg-Oliver Russler jubelt am Ende über die achte Ausgabe seiner Sahara-Rallye. „Alles hat gepasst,“ schwärmt er überglücklich. „Das war die beste und spannendste Grand Erg überhaupt.“ Umso größer ist die Vorfreude auf das nächste Jahr – und auf die All-Inclusive-Bar am letzten Abend, an der sich nicht nur die Erstplatzierten als Sieger fühlen werden.

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