Sutils neue Geheimwaffe

Foto: Wolfgang Wilhelm 7 Bilder

Das kleine Spyker-Team aus den Niederlanden will beweisen, dass es nicht nur am grünen Tisch zum großen Schlag ausholen kann. Schon in Sepang wollen die orangefarbenen Renner dank neuer Aerodynamik das Hinterfeld verlassen.

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Adrian Sutil ist nicht traurig, dass sein Team als einziges nicht an den Testfahrten in Bahrain teilnahm. Der vierte deutsche GP-Pilot glaubt, dass sein Spyker-Team viel durchschlagskräftigere Pfeile geschnitzt hat als die Konkurrenz in Malaysia. Schon am Oster-Wochenende (6. bis 8.4.) debütiert in Sepang eine starküberarbeitete Version des Spyker F8-VII.

Der neue Technik-Chef Mike Gascoyne hat einen Dreijahresvertrag mit dem Aero-Lab in Bologna abgeschlossen, da der eigene Windkanal imenglischen Brackley gerade modernisiert wird. In Italien formte die Truppe aus 30 Ingenieuren neue Aerodynamik-Teile, die den lediglich notdürftig gegenüber 2006 modifizierten Renner vom Schlusslicht ins Mittelfeld katapultieren sollen.

Gascoyne: Lieber Windkanal als Getriebeentwicklung

"Die Aerodynamik bringt uns die meiste Rundenzeit. Warum soll ich eine halbe Million in ein Schnellschaltgetriebe investieren, das zwei Zehntel bringt. Das Geld stecke ich lieber in den Ausbau des Windkanal-Teams", sagt Gascoyne.

Ab Mitte April soll der neue Windtunnel in Brackley erste Daten liefern. Dann kann das Team mit größeren Modellen (1:2) testen und bei höheren Windgeschwindigkeiten (180 statt 144 km/h). Zusätzlich stockte Gascoyne die Riege der Ingenieure auf 65 Mitarbeiter auf.

Adrian Sutil: "Eher einfacher als schwerer"

Fahrer Adrian Sutil hat so viel Vertrauen, dass er trotz der verpassten Testwoche ohne Sorgen ins für ihn unbekannte Sepang reist. Die Strecke hat er wie Melbourne bereits ausgiebig am Computer ausprobiert, an den Fortschritt des Autos glaubt er auch ohne einen einzigen Testkilometer:"Wir wissen aus den Windkanaldaten, dass die Modifikationen das Autoschneller machen. Wenn du dir darüber sicher bist, brauchst du nicht testen. Für mich wird das Auto eher einfacher als schwerer zu fahren sein."

Sutil hat sich vor seinem zweiten Rennen ebenfalls klare persönliche Ziele gesetzt: "Ich will schnell sein und keine Strafen kassieren", sagt der Gräfelfinger. Dass er in Melbourne gleich zwei Mal verknackt wurde, ärgert Sutil noch immer: "Ich bin mir sicher, dass das nicht noch einmal passieren wird."

Wenn nichts hilft, hilft vielleicht ein Protest

Sollte Spyker auch in Malaysia hinterherfahren, hat Teamchef Colin Kolles immer noch die Protestkeule im Gepäck. Spätestens nach der technischen Abnahme am Donnerstag (5.4.) will er gegen die Autos von Toro Rosso oder Super Aguri wegen Plagiatsvorwürfen zu Felde ziehen.

Hinter den Kulissen holt derweil Mike Gascoyne schon zum nächsten großenSchlag aus: Spätestens Ende August soll eine deutlich veränderte B-Version des Spyker einsatzbereit sein.

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