Toro Rosso

Vettel ersetzt Speed

Foto: dpa

Update + + Toro Rosso hat am Dienstag (31.7.) offiziell bekanntgegeben, dass Sebastian Vettel ab dem Rennen in Ungarn im Cockpit sitzen wird. Der 20-Jährige ersetzt damit den US-Amerikaner Scott Speed.

"Mein Traum ist wahr geworden. Ich bin Formel-1-Fahrer", sagte der Heppenheimer der dpa. "Wenn ich mir das selbst sage, kann ich das noch nicht glauben." Für Vettel ist das Engagement bei dem in dieser Saison noch punktlosen Team der nächste Karriereschritt. Bisher war er Ersatz- und Testfahrer für BMW-Sauber und fuhr daneben erfolgreich in der Renault World Series.

Vorschusslorbeeren für Vettel

Sein Grand-Prix-Debüt hatte er in Indianapolis, als er für den zuvor verunglückten Polen Robert Kubica einsprang und als Achter jüngster Punktesammler der Formel-1-Geschichte wurde. Sein neuer Chef und Team-Mitbesitzer Gerhard Berger bedachte Vettel mit Vorschusslorbeeren und bezeichnete dessen Verpflichtung als "den besten und nahe liegendsten Schritt". "Er hat die idealen Voraussetzungen, in Zukunft ein ausgezeichneter Formel-1-Fahrer zu werden", sagte Berger der Österreichischen Nachrichten-Agentur APA.

"Wir wollten ihn unbedingt haben." Er sei ein intelligenter Bursche, der auch das nötige Engagement mitbringe. Vettel wird zumindest die letzten sieben Rennen dieser Saison bestreiten. Er wird Teamkollege des Italieners Vitantonio Liuzzi und ersetzt Scott Speed (USA), der bei Berger und Teamchef Franz Tost in Ungnade gefallen ist.

Langfristige Planung bei Toro Rosso

Dass er noch keinen Meter mit dem neuen Dienstwagen gefahren ist, schreckt Vettel nicht. "Das ist ein komplett neues Auto. Das braucht Zeit, sich umzustellen. Ich nehme die Aufgabe, wie sie kommt." Wunderdinge werden von ihm in Budapest nicht erwartet. "Natürlich wären Testfahrten wünschenswert gewesen. Jetzt wird er sich am Freitag an das Auto gewöhnen müssen", meinte Berger. Man dürfe nicht vergessen, dass er noch ein Nachwuchsfahrer sei. "Wir planen langfristig mit ihm."

"Sebastian hat für uns als Test- und Ersatzfahrer sehr gute Arbeit geleistet", lobte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen. Vettel hätte wegen der Test-Regularien aber kaum Chancen gehabt, in dieser Saison für BMW-Sauber zu fahren. Diese ergeben sich nun bei Toro Rosso. "Wir haben Sebastian über Jahre gefördert und ausgebildet. Seiner Karriere jetzt Steine in den Weg zu legen, widerspräche unserer Auffassung von Talentförderung", meinte Theissen.

Glock übernimmt Vettels Platz bei BMW

Ersatzfahrer bei BMW-Sauber wird der bisherige Testpilot Timo Glock. Der 25-Jährige aus Brensbach-Wersau, der bereits Formel-1-Erfahrung sammelte, ist Gesamtführender in der Nachwuchsserie GP2. Glock war zuletzt auch mit Williams und Toyota in Verbindung gebracht worden. Der Mönchengladbacher Nick Heidfeld und Kubica werden im kommenden Jahr die Cockpits bei den Weiß-Blauen erneut besetzen.

Mit dem Wechsel zum Red-Bull-Schwesterteam Toro Rosso kehrt Vettel zu einem alten Förderer zurück. Der Energiedrink-Hersteller hatte ihn seit seinem zwölften Lebensjahr unterstützt. Vettel kommt in ein Team, das zuletzt mehr durch Querelen als durch gute Leistungen auffiel. Der ausgebootete Speed, der in 28 Rennen ohne Punkt blieb, klagte nach dem Großen Preis von Europa auf dem Nürburgring: "Es ist klar, dass Tonio und ich von unseren Bossen sehr wenig Unterstützung bekommen." Zudem habe ihn Teamchef Tost geschlagen, behauptete der vorerst letzte Amerikaner in der Formel 1.

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