Transferkarussell

Warten auf Räikkönen

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Der Transfermarkt ist in diesem Jahr nicht übermäßig geschäftig. Die Königsfigur heißt Fernando Alonso.

Der zweifache Weltmeister könnte Renault am Saisonende verlassen, sollte die Saison weiterhin so enttäuschend verlaufen wie bisher. Doch wo soll der 26-jährige Spanier hin? Seine Wunschadresse heißt Ferrari. Dort hat Kimi Räikkönen einen Vertrag bis 2009 und Felipe einen bis 2010. Räikkönen galt lange als Wackelkandidat. Selbst bei Ferrari fürchtete man, dass der Finne spätestens mit Ablauf seines Vertrages in Rente geht. Einige spekulierten sogar darauf, dass der Weltmeister nach dem Erreichen seines Ziels am Ende diesen Jahres die Reißleine zieht. Exakt aus diesem Grund sicherte sich Ferrari mit Massa bis Ende 2010 ab. Als Ersatz für Räikkönen war immer Fernando Alonso eingeplant. Doch jetzt scheint es so, dass Ferrari gar keinen Ersatz braucht. Aus internen Quellen in Maranello ist zu hören, dass Räikkönen möglicherweise sogar seinen Vertrag über 2009 hinaus verlängert. "Gespräche darüber laufen", gab der 17-fache GP-Sieger in Montreal zu, "aber ich habe keine Eile."

Welche Alternativen hat Alonso?

Alonso dagegen läuft die Zeit davon. Er weiß, dass sich das Tor zu Ferrari nur öffnet, wenn Räikkönen die Lust verliert. Er weiß auch, dass ihn weder BMW noch Honda nur für ein Jahr teuer bezahlen, um dann mit seinem Umzug nach Maranello konfrontiert zu werden. Honda-Teamchef Ross Brawn hatte Alonso schon im letzten Winter wissen lassen, dass nur eine langfristige Partnerschaft Sinn ergibt. Daran hat sich nichts geändert. BMW denkt genauso. Ein Austausch mit Heidfeld wäre eine kostspielige und schmerzliche Angelegenheit. Diesen Transfer tut man sich nicht an, wenn die Ehe mit Alonso nur eine Saison lang halten würde. Je länger Räikkönen mit seiner Entscheidung wartet, umso enger wird es für Alonso. Zu dumm, wenn er sich mit Honda verbündet, und ein paar Wochen später würde ein Cockpit bei Ferrari frei.

...und was macht Renault ohne Alonso?

Bei Honda wäre immerhin Platz für Alonso. Die Verträge von Jenson Button und Rubens Barrichello laufen aus. BMW bastelt gerade an einer Vertragsverlängerung mit Robert Kubica bis 2011. Seit dem Sieg des Polen in Montreal weiß man in München und Hinwil, dass man mit Kubica einen Sieger und potenziellen Weltmeister im Team hat. Und Teamchef Mario Theissen ist überzeugt, dass Nick Heidfeld seine Probleme mit dem Aufwärmen der Reifen löst: "Wir geben ihm unsere ganze Unterstützung." Es scheint, dass Alonso auch bei BMW die Felle davonschwimmen. Am Ende muss er wohl oder übel bei Renault bleiben. Verbal lässt er sich eine Hintertür offen für diesen Fall: "Nächstes Jahr beginnen alle bei Null. Es ist schwer abzuschätzen, wer das beste Paket haben wird. Man kann nur so viele Informationen wie möglich aufsaugen und seinen Bauch entscheiden lassen." Ginge Alonso, hätte Renault ein Problem. Die Alternativen auf dem Fahrermarkt sind dünn gesät. Jenson Button wäre ein guter Ersatz, doch der Engländer ging 2002 im Unfrieden mit Teamchef Flavio Briatore auseinander. Und David Coulthard ist trotz seiner Qualitäten zu alt für einen Neuanfang. Renault setzt traditionsgemäß eher auf junge Fahrer.

Vettel soll Coulthard ersetzen

Für David Coulthard neigt sich die Formel 1-Karriere möglicherweise dem Ende zu. Da ändert auch sein dritter Platz in Montreal nicht viel. Wenn nicht noch ein Wunder passiert, wird er 2009 gegen Sebastian Vettel ausgetauscht. Der Schotte ist darauf vorbereitet. In der aktuellen Ausgabe von auto motor und sport sagt Coulthard: "Für mich bricht damit die Welt nicht zusammen. Ich habe Pläne für die Zukunft." In einem anderen Team? "Ich kann mir nicht vorstellen, dass nach Red Bull noch etwas kommt". In einer anderen Rennserie? "Ich werde mir nicht wie Jacques Villeneuve in der Nascar-Serie eine Ersatzbefriedigung suchen. Nach der Formel 1 ist alles ein Abstieg." Coulthard pflegt ein freundschaftliches Verhältnis zu Red Bull-Chef Dietrich Mateschitz. Es gilt als beschlossene Sache, dass der 13-fache GP-Sieger nach seiner aktiven Laufbahn in den Beraterstab von Red Bull wechselt, vielleicht sogar auf Manager-Ebene.

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