Formel E in Uruguay 2018

Vergne ringt Di Grassi nieder

Jean-Eric Vergne - Lucas di Grassi - Formel E - Punta del Este 2018 - eprix Foto: Formula E

Mit seinem zweiten Saisonsieg baute Jean-Eric Vergne seine Tabellenführung in der Formel E deutlich aus. Audi-Fahrer Lucas di Grassi wurde Zweiter, war nach dem Rennen aber dennoch grantig.

Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 140 km/h im Qualifying ist der Stadtkurs in Punta del Este die schnellste Strecke im Formel E-Kalender. 2,8 Kilometer lang, gewürzt mit zwei Spitzkehren und fünf Schikanen. Mächtige Randsteine sollen die Fahrer dazu zwingen, auf dem vorgesehenen Kurs zu bleiben und nicht abzukürzen. Ein aussichtloses Unterfangen. Nach dem Qualifying gab es mächtig Ärger. Es ging um unerlaubtes Abkürzen, sowie um das Touchieren einer Markierungsstange. Diese sollte nach Meinung der Fahrer lediglich als Orientierungshilfe dienen, nach Ansicht der Kommissare markierte sie aber die Streckenbegrenzung. Nach stundenlangen Debatten kamen die Kommissare zu dem Schluus, einige Fahrer wegen angeblicher (oder auch tatsächlicher) Missachtung der „Tracklimits“ zu bestrafen.

Lucas di Grassi verlor die Pole – es wäre die erste für Audi in dieser Saison gewesen – und wurde auf Startplatz zwei zurückversetzt. Schlimmer noch traf es Mitch Evans. Statt aus der dritten Postion durfte der Jaguar-Mann erst als 16. losfahren.

Di Grassi ärgert sich, Vergne profitiert

Großer Profiteur des Startplatz-Bingo war Jean-Eric Vergne. Der Franzose rückte von Startplatz fünf auf die mit drei Zusatzpunkten dotierte Pole-Position vor. „Da hatten wir mächtig Glück“ lachte Techeetah-Teamchef Mark Preston. Im Shootout der schnellsten Fünf hatte Vergne gepatzt. „Er touchierte in Turn 2 die Mauer“, sagte Preston: „Wir sagten ihm: kein Risiko! Fahr vorsichtig an die Box.“

Lucas di Grassi - Audi - Formel E - Punta del Este 2018 - eprix Foto: Audi
Lucas di Grassi im Audi im spektakulärenTiefflug in einer der fünf Schikanen.

Di Grassi ärgerte sich maßlos über die Strafe. „Wir brauchen mehr Verlässlichkeit in puncto Regeln, wo man fahren darf und wo nicht.“ Unverhoffte Schützenhilfe erhielt der Audi-Fahrer ausgerechnet von seinem Erzkontrahenten Sébastien Buemi. „Ich bin ja nun wirklich kein Freund von Lucas“, sagte der Schweizer Renault-Pilot. „Aber Lucas fuhr eine super Runde und er hat nichts falsch gemacht.“

Jean-Eric Vergne wusste das unverhoffte Startplatzgeschenk zu nutzen. Clever und nervenstark fuhr er einen Start-Ziel-Sieg nach Hause. Klingt langweilig? War es aber nicht: Im Fussball würde man sagen: Es war ein 0:0 der guten Sorte. Denn di Grassi versuchte alles, um den Franzosen nieder zu ringen. Die Brechstange packte er jedoch nicht aus. 50 Minuten lang studierte di Grassi das Getriebe des Techeeetah aus nächster Nähe. Doch Vergne blieb cool, holte seinen zweiten Saisonsieg und baute so die sensationelle Tabellenführung für das mit Renault-Technik rennende China-Rennsport-Start-up aus, und sparte danach nicht mit Selbstlob: „Das beste Rennen meiner Formel E-Karriere.“ Platz zwei war für di Grassi das beste Saisonresultat, doch er moserte: „Ich hatte klar das schnellere Auto.“ Die gute Nachricht: „Jetzt ist es auch zuverlässig.“

Die Deutschen im Pech

Zwei Wochen nach seinem ersten Formel E-Sieg war Daniel Abt erneut auf Podiumskurs. An dritter Stelle liegend kam er nach dem Autotausch erneut an die Box: „Die Gurte haben sich plötzlich gelöst“, sagte der Audi-Fahrer. „Keine Ahnung, warum.“ Nick Heidfeld hatte schon in der zweiten Runde Feierabend. Sein Mahindra blieb unvermittelt stehen. Während Maro Engel im Venturi als Zehnter noch einen Punkt erhaschte, ging André Lotterer als Zwölfter leer aus.

Eine fabelhafte Aufholjagd zeigte Sam Bird im DS. Aus Startplatz neun machte der Brite Rang drei. Dies hat Bird auch einem irre schnellen Boxenstopp zu verdanken, Er wurde um 5,1 Sekunden schneller abgefertigt als di Grassi im Audi. Und auch Sieger Vergne brauchte beim Autotausch 3,7 Sekunden länger als Bird.

Neuester Kommentar

Also mit den Gewichten verhält es sich wie folgt:
Formel E mit Fahrer 880 kg

WTCC - die nicht mehr existiert - ohne Fahrer 1.140 kg (ohne Zusatzgewichte, die den besten treffen bis max. 40 kg)

Also im ungünstigsten Falle stehen da 805 kg zu 1.180 kg, das sind schon in Bezug auf Alltagsfahrzeuge "Welten", im Motorsport aber "Lichtjahre"!

Es kann doch nicht sein, das Rennfahrzeuge mit Allwetterreifen und Leistungen herumfahren, sodass manches Serien-Sportmodell da aus hohen Geschwindigkeiten auf der AB besser beschleunigt als ein sogenannter Rennwagen, allein deshalb stehe ich solchen Rennserien immer skeptisch gegenüber.
Dass in der Formel E Ex-Spitzenfaher einherfahren, hat sie übrigens mit der ebenso langweiligen DTM gemeinsam.

Die Formel E krankt an den Akkus, wie die Serien-E-Fahrzeuge auch!

Würde man moderate Renndistanzen mit Akkus erreichen udn würden man das infantile "FanBosst" streichen und natürlich mit einem Fahrzeug durchfahren können, ohen andauernd auf die verbrauchte Stzrommenge schauen zu müssen, wäre gegen E-Fahrzeueg weder im Normalverkehr, als auch im motorsport nichst einzuwenden.
So aber kommt es mir stets ein wenig wie Autoscooterfahren vor.
Dass man in der F1 ebensolche Spielreien mit DRS und Nutzungsfenstern und MGU etc., betreibt, macht die Sache auch nicht besser, da auch die F1 viel von ihrer einstigen Attraktivität eingebüßt hat.

Es gibt einen einzigen interessanten Aspekt in der Formel E, das sind die Stadtkurse, da dort so gut wie kaum Auslaufzonen existieren, müssen iei Fahrer nämlich wieder lernen präzise zu fahren und nicht wie in anderen Serien mit Megaauslaufzonen - die prinzipiell natürlich und vernünftigerweise der Sicherheit dienen - diese Zonen zur Rennstrecke erklären udn darüberräubern, was aus der Rennstrecke eien Farce macht.
Man sieht aber auch, dass selbst einstige Spitzenfahrer genau damit erhebliche Probleme haben, was andererseits zeigt, dass durch diese Zonen Generationen von Rennfahren das präzise Fahren im Grenzbereich nicht mehr gelernt haben.
Ein Ausritt wie heutzutage war füher stets final, zuweilen allzeitfinal! ;-)
Das möchte niemand sehen, aber Idioten, die die Sicherheitszone zur Geraden machen und sich gegenseitig in der ersten Kurve in die Kiste fahren, will man auch nicht sehen.

Mmanetto-X 20. März 2018, 15:09 Uhr
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