Vorschau 24 Stunden Nürburgring

Porsche gegen den Rest am Ring

Manthey-Porsche Foto: Rossen Gargolov 78 Bilder

Beim 24-Stunden-Rennen 2009 will Porsche seine Macht auf dem Nürburgring verteidigen. Können die neuen GT3-Sportwagen vom Schlage eines Audi R8 LMS die Stuttgarter Vorherrschaft kippen?

Es schüttete in Strömen. Die Quecksilbersäule verharrte bei acht Grad. Nürburgring-Wetter Mitte April, als viele Teams in der Langstreckenmeisterschaft für das große Rennen testeten - die 24 Stunden am Nürburgring.

Statt im Regen zu stehen, hätte Porsche-Werksfahrer Romain Dumas auch in Florida Urlaub machen können. Doch der Franzose mit dem Louis-de-Funès-Gesicht strahlte in der Eifel-Kältekammer: "Aaah, Nordsleife, c’est magnifique!" Der Magnetismus der Strecke ist ungebrochen. Das Wetter kann noch so schlimm sein, die Liebe zur Nordschleife scheint nie zu erkalten.

Nordschleife plus GP-Strecke

Die 20,8 Kilometer lange Strecke wird beim 24-Stunden-Rennen mit dem Grand-Prix-Kurs zu einem Pisten-Monster von 25,4 Kilometer Länge vermählt, das Fahren zu einem einmaligen Abenteuer macht. Das wird auch 2009 wieder so sein, trotz eines leichten Knicks beim Nennungseingang: Vier Wochen vor dem Event hatten 180 Teams ihre Teilnahme vorgemerkt, doch mit einem Abschwung war in Anbetracht der Wirtschaftslage zu rechnen.

Neues Reglement soll Tempo angleichen

Trotzdem besteht kein Zweifel daran, dass die Fans in sportlicher Hinsicht die volle Ring-Dröhnung verpasst bekommen werden: In den drei hubraumstärksten Klassen mit Gesamtsieg-Ambitionen tummeln sich über 30 Teams. Im Winter wurde das Technik-Reglement gründlich überarbeitet, mit dem Ziel, die Geschwindigkeitsunterschiede der fast 30 Fahrzeug- und Hubraumklassen zu glätten und zudem neuen Fahrzeugtypen eine Chance auf den Gesamtsieg zu geben.

GT3-Teams mit Siegchancen

Neben den etablierten Porsche-Topteams aus der Special-Klasse bis vier Liter Hubraum dürfen sich nun auch Fahrer seriennaher GT3-Sportwagen berechtigte Hoffnungen auf Podestplätze machen. Die Bewährungsprobe bestand das neue Reglement bei den Läufen zur Langstreckenmeisterschaft: Die Rundenzeiten der alten Topklasse SP7 lagen fast exakt auf dem gleichen Niveau wie die Aufsteiger mit den GT3-Autos. Dichter gedrängt war das Spitzenfeld am Ring seit vielen Jahren nicht mehr.

Audi R8 gegen Porsche 911

Die Fans blicken daher mit großer Spannung auf Audi: Die Ingolstädter kehren mit vier werksunterstützten R8 LMS an den Ring zurück. Bei einem Testrennen schaffte der Audi-GT3- Sportwagen mit V10-Mittelmotor auf Anhieb einen zweiten Platz. Der große Audi-Gegner heißt Manthey-Racing. Das werksunterstützte Porsche-Team fährt zweigleisig: ein SP7-Porsche mit Romain Dumas, Marcel Tiemann, Marc Lieb und Timo Bernhard, zusätzlich wurde ein GT3-Elfer genannt, ebenfalls gesteuert von Werkspiloten.

Heimlicher Saisonhöhepunkt

Dazu kommen eine Reihe spektakulärer GT-Wagen: Das Matech-Team bringt einen Ford GT an den Start, Lexus fährt mit zwei V10-Sportwagen LF-A, und Alpina will mit zwei B6 GT3 antreten. Für alle Teams gilt die Formel des zweifachen Ring-Siegers Dumas: "Das 24-Stunden-Rennen ist mein heimlicher Saisonhöhepunkt. Auch im Regen."

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