Vorschau DTM

Verjüngungskur

Foto: DTM 21 Bilder

Mit neuen Autos und verjüngten Fahrerkadern gehen Mercedes und Audi indie nächste DTM-Runde. Die Favoritenrolle weisen beide Hersteller weitvon sich, doch eins steht fest: Alles andere als ein Mercedes-Sieg beimAuftakt in Hockenheim (22.4.) wäre eine Riesenüberraschung.

Statistikfreunde stellen fest, dass die letzten neun DTM-Rennen samt und sonders von Mercedes gewonnen wurden. Dazu kommt der Umstand, dass DTM-Champion Bernd Schneider bereits 13 Mal in Hockenheim triumphierte. Angesichts der erdrückenden Zahlen gerät Mercedes automatisch auch 2007 in die Favoritenrolle.

Das hört die Werks-Mannschaft von HWA gar nicht gern. Schließlich musste Chefentwickler Gerhard Ungar durch den Modellwechsel eine komplett neue C-Klasse auf Kiel legen. Die Tiefstapler sagen: Durch die größere Stirnfläche und die höhere Schnauze (wegen Fußgängercrash-Bestimmungen) sei der neue Renner mit dem Stern gegenüber dem Vorgänger benachteiligt, die Optimisten rechnen bei jedem Modellwechsel mit einem Fortschritt auf der Stoppuhr.

Audi: Bessere Aerodynamik

Durch die massiven Umbauarbeiten bei Mercedes ließ sich das Ende 2005 aufgestellte Nachbesserungsverbot bei der Aerodynamik nicht mehr aufrecht erhalten. So durfte auch Audi bei dem seit 2005 eingesetzten Typ R12, der 2006 unter R12+ firmierte, wieder heftig im Windkanal arbeiten. Obwohl äußerlich kaum Änderungen wahrnehmbar sind: Die Anströmung der Kühler und die gesamte Luftführung im und unter dem Auto sind neu. So heißt der Renner in der Ziffernfolge nun R13.

Verbessert haben die Ingolstädter auch den Motor, dessen innere Reibung deutlich verringert wurde. Mercedes wiederum verzichtet erstmals auf eine möglichst nah an der Serie bleibende Karosserie. Auch der C-Klasse wuchsen nun rundum kleine Flügelchen an den Kotflügeln. In der Aerodynamik-Schlacht hat kein Hersteller mehr etwas zu verschenken."Die Luft wird immer dünner", sagt Audi-Speerspitze Tom Kristensen.

Blufft Mercedes wieder?

Beiden einzigen gemeinsamen Testfahrten in Oschersleben war Audi schneller als Mercedes, doch glaubt man im Lager der Audianer, dass die Stuttgarter wie gewöhnlich mit reichlich Übergewicht an Bord fuhren, um die Konkurrenz in Sicherheit zu wiegen.

Schnellster Mann auf dem Papier war jedenfalls Audi-Neuzugang Alexandre Prémat. Der Nachfolger von Heinz-Harald Frentzen kommt aus der hart umkämpften GP2-Serie. Der Aufstieg in die Formel 1 blieb dem Franzosen nur verwehrt, weil er mit Nico Rosberg und Lewis Hamilton zwei Jahre lang übermächtige Teamkollegen hatte, die prompt jeweils Meister wurden.

Rückkehr von Gary Paffett

Auch bei Mercedes sank der Altersdurchschnitt. Nach einem einjährigenAusflug zum McLaren F1-Testteam kehrt Gary Paffett in die DTM zurück. Der Meister der Saison 2005 fährt allerdings einen Vorjahresrenner. Doch Teamkollege Mika Häkkinen hält den Engländer für den Geheimfavoriten. "Es ist nicht die Frage, ob Gary ein Rennen gewinnt, sondern wie viele", sagt Häkkinen.

Der Finne hat sich 2007 vielvorgenommen, muss aber noch weitere Mercedes-Kollegen im Auge behalten. Der Kanadier Bruno Spengler zum Beispiel hält in Hockenheim den Rundenrekord für DTM-Autos. Bleibt schließlich noch der fünfmalige Meister Bernd Schneider mit seinem  Siegabonnement. Doch Audi-Technik-Chef Wolfgang Appel macht sich nicht bange: "Das Schöne an jeder Serie ist, dass sie irgendwann reißt."

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