Vorschau GP England

Hamiltons Wohnzimmer

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Nach der dominanten Ferrari-Vorstellung in Magny-Cours wollen BMW und McLaren im englischen Silverstone zum Gegenschlag ausholen. Hier könnte auch das Wetter für eine Verschiebung der Verhältnisse sorgen.

Die letzten fünf Jahre hielt sich das berühmte englische Regenwetter noch zurück. Doch in diesem Jahr droht das Rennen mal wieder ein feuchtes zu werden. Die englischen Wetterfrösche prophezeien wechselhafte Bedingungen für das Grand Prix Wochenende. Was die Fans freut, sorgt für Sorgenfalten bei den Top-Teams.

Bei Trockenheit geht Ferrari als klarer Favorit ins Rennen. Abgesehen von Kimi Räikkönens gebrochenem Auspuff lieferten die Italiener zuletzt in Magny Cours eine blitzsaubere Vorstellung ab und sicherten sich einen überlegenen Doppelsieg. Nach seinem Erfolg hat Felipe Massa zudem erstmals in dieser Saison die WM-Spitze übernommen. 

Im vergangenen Jahr fiel der Brasilianer wegen einer fehlerhaften Startautomatik ans Ende des Feldes zurück und fuhr noch bis auf Rang fünf vor. "Ich bevorzuge aber eigentlich von vorne zu starten und dort auch ins Ziel zu kommen", so Massa zu seinen Plänen für den diesjährigen Grand Prix. Teamkollege Räikkönen tritt nach seinem Auspuff-Defekt in Frankreich nun mit einem neuen Motor an. Da es der erste Antriebswechsel in dieser Saison ist, wird der Vorjahressieger dafür allerdings nicht bestraft.

Wechselnde Streckencharakteristik

Wichtiger als Motorkraft dürfte auf der britischen Traditionsstrecke allerdings das Setup sein. Um sowohl im schnellen ersten Streckenteil als auch im langsamen Schlusspart schnell unterwegs zu sein, verlangt es eine besondere Dämpfereinstellung. Wie Renault Technikchef Bob Bell erklärt, ist auf der Vorderachse eine harte Federeinstellung gefragt, um dem Piloten ein gutes Gefühl beim Einlenken zu verschaffen. Das Heck wird dagegen weicher abgestimmt, um mehr Grip beim Herausbeschleunigen aus den langsamen Kurven zu generieren.

Nach den Testfahrten vergangene Woche muss sich Ferrari auf einen Zweikampf mit McLaren einstellen. "Benzin bereinigt waren wir vorne dabei. Das Potenzial für einen Sieg ist sicher da", erwartet Mercedes-Sportchef Norbert Haug. Ein Sieg beim Heimspiel wäre sicher auch für Lewis Hamilton ein Traumergebnis. "Er freut sich wie ein Kind auf Silverstone", verriet Haug. Der Star selbst ließ nach zwei Nullnummern in Folge verlauten, dass er bereit sei "für die Herausforderung Silverstone."

Bei BMW herrscht dagegen Zweckoptimismus: "Wir haben beim Test in Silverstone einige interessante Erkenntnisse gewonnen", erklärt BMW-Technikchef Willy Rampf. In England wollen die Mannen um Teamchef Mario Theissen zeigen, dass Magny Cours nur ein Ausrutscher war. Respekt zeigte der Tabellenzweite Robert Kubica allerdings vor den Naturgewalten: "Der Wind spielt in Silverstone eine ziemlich große Rolle, vor allem im ersten Sektor. Das Wetter ist immer schwer vorhersehbar."

Viel Neues im Mittelfeld

Hinter den drei Top-Teams balgt sich wieder das große Mittelfeld um die verbleibenden Punkte. Zuletzt hatte Toyota die Rolle des ersten Verfolgers inne, als Jarno Trulli sogar aufs Podium fahren konnte. Die Konkurrenz schläft allerdings nicht. Renault kommt mit einem neuen Motor, der sieben PS mehr leisten soll. Bei Red Bull kommt ein neuer Frontflügel und eine geänderte Hinterachse zum Einsatz.

Honda zündet in England die erste von drei Ausbaustufen. In Silverstone erhalten Jenson Button und Rubens Barrichello zunächst einen neuen Frontflügel und eine geänderte Motorabdeckung. In Hockenheim und Budapest folgen dann noch neue Leitbleche und eine neue Hinterachse. Ganz am Ende des Feldes versucht auch Force India Anschluss zu halten. Auffälligste Neuerung am Sportgerät von Adrian Sutil ist die geänderte Motor-Abdeckung im Red Bull-Stil. Dazu kommen neue Leitbleche, ein geänderter Diffusor und Radabdeckungen.

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