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GP Frankreich

Das Gastspiel in Magny Cours markiert die Saison-Halbzeit. Es ist aber kaum anzunehmen, dass der Grand Prix von Frankreich zum Wendepunkt der Saison wird. Denn Ferrari vermochte auch bei den ausgiebigen Testfahrten in der letzten Woche das Reifenproblem nicht zu lösen. So findet sich McLaren-Mercedes erneut in der Favoritenrolle.

Zwar markierte Ferrari-Mann Felipe Massa am dritten Tag des Silverstone-Tests, bei dem mit Ausnahme von Honda und SuperAguri alle Teams übten, eine überlegene Bestzeit. Das wahre Leistungsverhältnis wird aber trotz einer halben Sekunde Vorsprung auf die besten Verfolger dadurch nicht widergespiegelt. Denn erneut dauerte es viel zu lange, bis bei Ferrari die Vorderreifen auf Temperatur kamen. Zudem gelang es Ferrari nicht, den Vorteil der weichen Reifen so optimal zu nutzen wie die anderen Teams, insbesondere McLaren.

Haug: Alles ist möglich

Mercedes-Sportchef Norbert Haug mahnt trotzdem: "Ferrari kann uns schon morgen schlagen, wenn wir nicht im Renntempo weiterentwickeln." Wie schnell das Pendel zur jeweils anderen Seite ausschlagen kann, hat man in dieser Saison schon einmal gesehen: Zu Beginn der Saison schien Ferrari in Topform (Siege von Räikkönen in Australien und von Massa in Bahrain und Spanien), dann holten die Silberpfeile auf: Bei den letzten drei Rennen stand jeweils ein McLaren-Fahrer ganz oben auf dem Podest. Und zwar ziemlich mühelos und unbedrängt.

Hamilton mit schlechten Erinnerungen

WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton reist dennoch mit gemischten Gefühlen in die französische Provinz: "Die beiden GP2-Rennen in Frankreich im letzten Jahr gehörten nicht zu meinen besten. Im ersten Rennen wurde ich eine Kollision verwickelt, im zweiten Rennen startete ich als 19. und war am Ende wenigstens Fünfter."

Diese Aufholjagd zeigt: In Magny Cours kann überholt werden. Und zwar nicht nur mit GP2-Autos sondern auch in der Formel 1. Speziell die Anbremszone vor der Adelaide-Haarnadel wie auch die langsame Schikane vor Start und Ziel eignen sich prachtvoll, um furchlose Attacken auf den Vordermann zu reiten.

BMW als dritte Kraft

Im Windschatten von Ferrari und McLaren hat sich BMW als dritte Kraft etabliert, auch wenn das schwache Ergebnis zuletzt in Indianapolis (Ausfall von Nick Heidfeld; achter Platz für Debütant Sebastian Vettel) scheinbar eine andere Sprache spricht. Nick Heidfeld freut sich auf Frankreich: "Auch wenn in den USA nur ein Punkt herausgekommen ist, sieht man doch, dass sich unser Aufwärtstrend fortsetzt. Von der reinen Performance her war unser Auto das zweitbeste in Indianapolis. Ich hätte Dritter werden können."

Ob Robert Kubica drei Wochen nach seinen Crash in Kanada ins BMW-Cockpit zurückkehrt entscheidet sich erst morgen nach einer weiteren ärztlichen Untersuchung. Sollte der Pole weiter krankgeschrieben werden – was als sehr unwahrscheinlich gilt – darf wieder Vettel ran.

Heimspiel für Renault

Für den ins Mittelfeld abgedrifteten Titelverteidiger Renault hat Magny Cours eine besondere Bedeutung: Beim Heimspiel schauen schließlich mehrere Tausend Firmenangehörige zu. Und die wollen nicht enttäuscht werden. Technikchef Pat Symonds hat einen Aufwärtstrend ausgemacht: "Seit Monaco geht es besser. Und es wir noch besser gehen in Zukunft", verspricht der Brite. Heikki Kovalainen hat sich schwachem Saisonstart gefangen und holte bei den beiden Nordamerika-Rennen insgesamt neun Punkte – Balsam für die Seele des Finnen.

Nico Rosberg kann es kaum erwarten bis es endlich losgeht in Magny Cours. Platz zwei beim Silverstone-Test hinter Massa hat dem Williams-Fahrer Auftrieb gegeben. Zumal kaum ein Team weniger dazu neigt, mit geringer Benzinlast und neuen Reifen Fabelzeiten auf die Bahn zu zaubern als die britische Traditionsmannschaft. "Ich fahre unheimlich gerne in Magny Cours", sagt Rosberg. "Zumal ich hier mein erstes GP2-Rennen gewann. Es ist echt eine Schande, dass die Formel 1 am Sonntag wohl zum letzten Mal dort fährt."

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