Vorschau GP USA

Alles nach vorn

Foto: dpa

Der GP Kanada wirkt noch nach. Robert Kubicas Unfall und der turbulente Rennverlauf mit vier Safety-Car-Phasen, zwei Disqualifikationen und zwei Zehnsekundenstrafen liefern auch im Vorfeld des GP USA genügend Gesprächsstoff. Dennoch orientieren sich viele Teams nach vorn.

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Robert Kubica hat das Krankenhaus nach nur 22 Stunden Aufenthalt wieder verlassen und stand am Dienstag (12.6.) bereits wieder für eine BMW-Fotoproduktion zur Verfügung. Der Pole will in Indianapolis antreten. Dazu müssen die FIA-Ärzte aber erst grünes Licht geben.

Auf politischer Ebene wird weiter über den Sinn und Unsinn der neuen Safety-Car-Regel diskutiert. "Sie ist ungerecht und schafft nur Verwirrung", sagt Ferrari-Strategiefuchs Luca Baldisseri. Auch McLaren-Boss Ron Dennis würde heute gegen diese Regel stimmen. "Wir hätten alles verlieren können. Um das zu verhindern, mussten wir Hamilton früher zum zweiten Stopp an die Boxen holen als geplant." Fernando Alonso schimpfte: "Das Safety-Car bestrafte mich, und es hat Lewis geholfen."

Indy bietet stets Action
 
Auch in Indianapolis ist ein Safety-Car-Einsatz statistisch betrachtet wahrscheinlich. 2004 und 2006 kam es wegen Unfällen und Startkollisionen zu Neutralisationen. Die sieben Formel 1-Rennen auf Amerikas heiligem PS-Areal verliefen meistens ziemlich chaotisch. 2000, beim Debüt der Formel 1 in Indy, fiel durch einen Motorschaden am McLaren-Mercedes von Mika Häkkinen die Vorentscheidung in der WM zugunsten von Michael Schumacher. Ein Jahr später gewann Häkkinen seinen letzten Grand Prix. 2002 wollten Rubens Barrichello und Michael Schumacher ein totes Rennen inszenieren, doch die Ferrari-Piloten verschätzten sich mit dem Zielstrich. Barrichello gewann mit 77 Zentimeter Vorsprung. 2003 legte Schumacher mit einem Sieg im Regen erneut den Grundstein zum späteren Titelgewinn. Im Jahr darauf bangte er um seinen Bruder. Ralf ging bei einem Highspeed-Crash in der überhöhten Zielkurve k.o.

Die Ausgabe 2005 erlebte die größte Blamage der Formel 1-Historie. Weil Michelin seiner Klientel aus Sicherheitsgründen Startverbot erteilte, traten nur sechs Bridgestone-bereifte Autos unter gellendem Pfeifkonzert der 120.000 Zuschauer zum Rennen an. Im letzten Jahr eliminierte eine Massenkollision beim Start das halbe Feld.

Zwei Strecken in einer

Der Grand Prix in der Motorsportstadt Indianapolis ist ein komisches Rennen. "Er erinnert mich an die alte Hockenheim-Strecke", vergleicht BMW-Teamchef Mario Theissen. "Es sind zwei Strecken in einer. Da 17 Sekunden Vollgas, dort eine Serie von langsamen Kurven." Der Schlüssel zum Sieg liegt in der aerodynasmischen Effizienz. Es gewinnt derjenige, der mit sowenig Flügel wie möglich im Kurvenlabyrinth des Innenraums noch genügend Grip findet. Die Statistik spricht eigentlich für Ferrari. Die Roten haben sechs von sieben Indy-Rennen gewonnen. Die Technik favorisiert eher McLaren-Mercedes. Kein Auto hat eine so gute Traktion wie der MP4-22. Die ist in den langsamen Ecken eminent wichtig.

Auch BMW rechnet sich in Indy einiges aus. "Unsere Autos sind auf Strecken mit wenig oder mittlerem Abtrieb immer stark", hofft Nick Heidfeld. Auch Renault orientiert sich nach vorne. "Leider hat der turbulente Rennverlauf in Montreal nicht gezeigt, dass wir den Speed der Ferrari hatten", tönt Renault-Teamchef Flavio Briatore. Williams will sich rehabilitieren. "Das war 2006 unser schwächstes Rennen", erinnert sich Nico Rosberg. Auch Fernando Alonso hat mit Indy noch eine Rechnung offen. "Ich war da noch nie auf dem Podest. Das ist diesmal mein Mindestziel." Möglicherweise wird dem Spanier ein Podium nicht reichen. Teamkollege Lewis Hamilton hat in der WM acht Punkte Vorsprung. Alonso steht also bereits unter Zugzwang. Die Ferrari-Fahrer sowieso. "Wir wollen in Indy unsere Fehler von Montreal wieder gutmachen", kündigte Felipe Massa an.

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